Heathen Berries eine Geschichte von Cyril Attenhofer

Einführung:

Es war ein Tag wie jeder andere. Ich, Thierry war allein und hatte in einer Schublade ein Manuskript gefunden. Es war von Cyril Attenborough geschrieben worden, in monatelanger Arbeit sicher, von Cyril, der an diesem Nachmittag zu David in den Jazzkeller gegangen war. Es waren viele aneinandergeheftete Seiten, ein ganzes Bündel, das die ganze Schublade ausfüllte. Mich hat es sofort interessiert, denn ich weiss, dass Cyril schreibt, aber Cyril hat mir seine Texte nie zeigen wollen. Er hat mir aber verschiedene Male erzählt von Geschichten, die er geschrieben habe und einmal hat er mir gesagt:
“Ich habe mir diese Geschichten ausgedacht in den exquisit möblierten, komfortablen und geheizten Zimmern Deiner Wohnung, in der ich leben darf. Ich habe einen vollen Magen. Ich lebe in Frankreich, dem zivilisiertesten Land der Welt, wo man lebt wie im Paradies und wo es alle Annehmlichkeiten gibt, wo die Leute, wenn sie wirklich wollen, einer Tätigkeit nachgehen können, wo sie genug verdienen um ein schönes Leben zu führen. Wo jeder eine Ausbildung hat, die Zeitung lesen kann, weiss, was um ihn herum getan wird. Ich weiss, mir geht es gut. Und trotzdem fühle ich mich nicht wohl. Denn die Leute sind so beschissen zueinander und eigentlich geht’s ihnen nicht gut. Denn  auch in unserer Welt geht es den Leuten so, wie es gesungen wird im berühmten Elsässer-Lied: das was sie haben, wollen sie nicht und das was sie eigentlich bräuchten, haben sie nicht!
Was José erlebt hat, kann ich mir nur in meinen schlimmsten Träumen vorstellen. José selbst hat nur andeutungsweise davon gesprochen. Du hast mir einmal ansatzweise von einem Buch gesprochen, das José’s Leben beschreiben soll und das Du planst zu schreiben. Daran geschrieben hast Du, soviel ich weiss, nie. Interessant ist, dass Du von José träumtest, als Du noch nicht einmal wusstest, dass José wirklich lebt. Jetzt muss ich darüber schreiben, da Du nichts schreibst. Im Gegensatz zu Dir kenne und liebe ich José und muss, glaube ich, darüber schreiben, was für Schlimmes er erlebt hat an diesem See.“

Darüber bin ich mir, Thierry, natürlich nicht so sicher. Denn wenn jemand das Recht hat über das Leben von José zu schreiben, dann soll es José sein und nur José und wenn er nicht schreiben will, darüber, ist es sein gutes Recht, dann sonst kann ihm Schlechtes passieren. Und, wie ich das vorliegende Manuskript las, da wusste ich, Cyril hatte nicht nur hehre Gedanken, als er über diese schlimmsten Tage in Josés Leben schrieb, nein, er hat vielleicht gewisse ziemlich ungebührliche Fantasien ausgelebt. Fantasien, über die er und José, wer weiss, zusammen geredet haben, denn Cyril hat nun, wie wahrscheinlich auch José, und alle anderen von uns natürlich auch, gewisse sexuelle Eigenheiten, die man in unserer heutigen Gesellschaft leider nur zu oft übertreibt und als „wüst“ brandmarkt. Vielleicht, weil der Sex in unserer Gesellschaft des ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert, mit dem Kino, den Videos, dem Internet, zu einem gewöhnlichen Trieb ausgeufert ist und weil, will man damit die Leute berühren, ihn besonders hässlich darstellen will! Wie gesagt, ich will mich davon nicht ausmachen. Nein, auch ich habe sogenannt schmutzige Gedanken und ich bin natürlich schuld daran, dass mein lieber Sohn auch solche Ideen hegt und so ein abenteuerliches Leben führt.

Erster Tag - Der Kiosk am Chapultapec-See

Im Touristenparadies Mexico, am blauen, schilfumrahmten Chapultepec-See, steht ein wunderschöner Badekiosk. Ein Bade- oder Picknickkiosk nennen wir Einheimische dieses Gebäude, der zum Chapultepec-Palast des Kaisers Ferdinand Maximilian Joseph gehört, unserem einzigen Kaisers, eines Österreichers, den wir nach nur drei Jahren Herrschaft abgesetzt und geköpft haben, aber es ist in der Tat ein Palast in dem dieser schnellebige Machthaber Mexikos seine Picknicke abhielten. Es ist ein Bauwerk das vom bekannten Architekten Alexandre Tournevis geplant und gezeichnet und von uns Mexikaner gebaut wurde. Es ist ein sehr europäisch geprägter klassizistischer Bau, soll einem aztekischen Tempel nachempfunden sein und stammt eigentlich aus dem neunzehnten Jahrhundert. Eine Säulenkolonnade umläuft auf drei Seiten den viereckigen fensterlosen Bau. Die Säulen sind rund, glatt und aus weissem Marmor. Die Kapitelle sind quadratisch, sie sind rot bemalt und zeigen im Relief Abbilder von komischen aztekischen Göttern, von Quetzalcoatl, der Schlange mit dem Vogelkopf, vom Jaguargott Tepejollotl, von Tlaloc, dem Regengott, von Tlazoteotl, der Dreckfresserin, von Mictlatlecuhtli, dem Affen und Herrscher des Totenreiches, dem Schmetterling Itzpapalotl die über das Feuer herrscht und vieler anderer heidnischen Göttern. Vorne weit in den ruhigen, blau-rötlichen See hinein, erstreckt sich eine lange Terrasse. Dort sind Tische aufgestellt und weisse bequeme Fauteuils. An der Bar an der weissen Wand bekommt man heisse und kühle Getränke und auch leckere Speisen. Schon immer wollte ich hinein in diesen Pavillon, ihn besuchen und ich hatte ihn schon früh entdeckt, auf einem meiner Streiftouren durch Mexico-City, kaum war ich angekommen als mittelloser Immigrant  in dieser grössten und schönsten aller Städte von Mittelamerika. Hinein kam ich jedoch nie, denn zu jeder Tages- und Nachtzeit war dort eine lange Menschenschlange und es kostete ein Eintrittsgeld, das ich mir nicht leisten konnte. Mit was denn? Ich war bloss ein bettelndes Kind, in zerrissenen Jeans, einem schmutzigen Teashirt, das mir über die Hosen hing und das ich von einem amerikanischen Touristen erhalten hatte. Doch das was in dem Pavillon war, das wollte ich sehen, das sollte jeder sehen, der sich stolz ein Mexikaner nennt, hatte man mir gesagt. Es ist unsere Geschichte, unsere Götter, die hier drinnen dargestellt sind, wurde behauptet. Hinein jedoch kommen eh nur Touristen, die von unserer Geschichte wahrscheinlich nichts wissen oder wissen wollen. Diesmal aber, an diesem denkwürdigen Tag, wo ich fast erwürgt worden wäre von diesem sadistischen Touristen, schlüpfte ich vorbei an den wartenden Touristen, lief gebückt unter dem Billettschalter durch und schlich mich hinein. Bald murrte einer der nordamerikanischen Touristen mit Hängebauch und kahlem Schädel, der die Kamera mit dem langen Objektiv über den Bauch gehängt hatte wie ein Gewehr. Er hatte mich gesehen, wie ich mich hineinschlich ins Monument und fand, dass es ungerecht war, dass ich gratis hineinkam und er hatte zahlen müssen. Er gestikulierte und rief aus, sodass die  herumstehenden Polizisten auf mich aufmerksam wurden. Ich wollte nicht wie ein Missetäter mit Handschellen abgeführt werden, insbesondere, da ich wusste, was mir blühte, wenn ich in die Klauen dieser Polizisten kam. Ich schaute mich schnell um, schaute bittend in alle Visagen der anstehenden Touristen, Ausschau haltend nach einem, der Mitleid hätte mit mir armem Bettlerkind und mich vor dem Polizisten verstecken würde? Einer der Touristen, ein besonders beleibter, der sein Coca-Cola-Tea Shirt fast ganz offen über der behaarten Brust trug, schaute mich lieb an. Mir, als gebranntes Kind, schien es allerdings, dass er zu lieb schaute, wahrscheinlich etwas verlangen würde von mir, wahrscheinlich mehr als einen flüchtigen Kuss auf die Wange und ein Herhalten zu einem zärtlichen Streicheln über die Haare. Das hatte ich schon mehrmals über mich ergehen lassen müssen! Doch eine Wahl hatte ich nicht. Er war meine einzige Rettung! Schnell, bevor der grimmige Polizist, der fast auf meiner Höhe angelangt war, mich aus der Kolonne zerren konnte, war ich bei diesem Schweinchen schlau, schmiegte mich an ihn und lächelte ihn an. Er zog mich an seinen Bauch und strich mir zärtlich über die Haare, streichelte meine Brust während er der Frau an der Kasse meinen Eintritt zahlte. Klar, dachte ich mir, das ist es ja wahrscheinlich, wieso dieser Dicke da in Mexiko ist, dieser Tourist der sich sicher für fremde Kulturen überhaupt nicht interessiert! Er sucht junges Gemüse das er vernaschen kann, ohne dafür gerade zu stehen! Der Polizist musste abziehen. Doch mir war es klar, wie ich realisierte wie er mich begierig anschaute, ich hatte es richtig vermutet, er wollte noch etwas Weiteres von mir! Ich traute ihm nicht, kaum war ich drinnen im Gebäude, entschlüpfte ich ihm und versteckte mich unter der Touristengruppe. Innen stand ich vorerst fassungslos, mitten im Raum, unter einer gläsernen Kuppel, durchflutet von Licht, das in allen Farben aus den Oberlichtern strahlte. Der Raum war rund und ich war umgeben von Fresken, die ein Opferritual der Azteken in all dem blutigen Ernst darstellte, wie es sich der Künstler gedacht hatte. Rings um den Raum, unter den Kuppelrändern, etwa einen Meter vom Fresko entfernt, zog sich eine hölzerne Bank hin, getragen von Beinen aus Chromnickelstahl, damit man den Fresken nicht zu nahe kommen konnte. An diesem ersten Tag, als ich sie sah und dort stand, umgeben von einem Stimmengewirr in vielen verschiedenen Sprachen, die ich nicht verstand, war ich überwältigt vom nackten, ganz jungen Männerfleisch, dass sich mir darbot, und es schien mir, dass es sich mir entgegenstreckte, ich glaubte gar, ich wohne einem realen Anlass bei, so wirklichkeitsgetreu waren die Gestalten und ihre nackte haarlose Haut gemalt. Besonders das Opfer imponierte mir! Denn wie sie rosig hervorspriessen, die Knospen, die Brustnippel, zwei dunkelrote Rosen aus der wunderschönen glatthäutigen straffen Brust! Ich spürte, wie sich mein Glied versteifte, und spüre es auch heute noch, wie ich es niederschreibe. Ich streichelte mich selbstvergessen an meinen eigenen Brustnippel unter meinem dreckigen Teashirt und ein Hügel bäumte sich auf über meinem Schoss.
 

Dann hörte ich eine Stimme in einer Sprache, die ich verstand.  Ein Touristenführer war’s und der sprach spanisch!  Ich schlich mich unter die Gruppe der spanischen Touristen, mich hinter ihrem Rücken versteckend. Der Cicerone beschrieb, was hier auf diesen Fresken dargestellt wurde. Ob die Fresken wirklich gute Kunst waren, das sei dahingestellt, der Cicerone jedenfalls schien sie nicht sonderlich gut zu finden. Doch es war Realität und das imponierte mir. Das Opfer liegt angebunden auf dem Opferstein. Ein Jüngling, die schwarzen Haare hängen ihm bis auf die Schultern herab, liegt mit gespreiztem Schoss auf dem Rücken über einen Marmorschemel ausgebreitet, seine Brust ist zum Betrachter gewendet und sein üppiger Haarschopf berührt den Boden. Er ist mit nur einem Lendentuch bekleidet. Wie ich gebannt auf diese Figur schaue, erhitzen sich alle Körpersäfte in mir. Ich spüre, wie meine Eichel und meine Rosenlippen hinten im Arsch feucht werden, schon nur beim Anblick dieses herrlichen Männerkörpers! Au weija! Jetzt komme ich mit der Kirche in Konflikt! Wenn es wenigstens eine nackte Frau wäre, die mich so anmacht. Nein, es ist ein Jüngling, mit allen männlichen Attribute, obgleich vielleicht noch unreif, der noch keine Haare hat auf der Brust! Allerdings, und das muss ich zu meiner Entlastung sagen, ist es unmöglich, dass dieser Jüngling, der sich so schamlos entblösst, ein Christ ist. Denn damals, als das dargestellte Opferritual vollzogen wurde, hatten die Spanier Mexiko noch nicht erreicht, erklärte uns der Fremdenführer. Dieser nackte, den Priester ausgelieferte Jüngling ist so wie er dargestellt ist, natürlich bloss ein schamloser Heide, der von unserem Herrn und seiner seligmachenden Religion noch nichts weiss und sich deshalb nicht schamvoll seine in unserer christlichen Gesellschaft verpönte Attribute verdeckt! Und jetzt endlich getraue ich mich, intensiver und genauer hinzusehen, denn ich betrachte ja keine christlichen Sexattribute, darf also ungestraft hinsehensehen! Er ist dargestellt im Halbprofil,  dieser Adonis, rücklings liegend auf einem niedrigen Marmorschemel aus schwarzem Marmor, seine Beine sind auseinandergezerrt und festgekettet an Metallstummeln, die sich am Boden vor dem Marmorschemel befinden. Sein nackter Schoss ist offen, zum Betrachter hingewendet und man sieht ganz genau, wie sich sein Glied aufbäumt, steif geworden bereits, trotz seinem jungen Alter und ahnt es bereits wie seine rote Eichel nass sein muss, etwas, das übrigens auf meine Eichel zu treffen muss, wie die sich an den Stoff meiner Unterhose reibt und wie man an der Ausbuchtung in meinen Hosen sieht. Die Schenkel und der Schoss des Jünglings sind natürlich haarlos, wie es seinem jugendlichen Alter entspricht. Die nackte Brust wölbt sich hinten gegen den Boden hinab. Man realisiert natürlich, dass der Jüngling nicht von sich aus diese schamlose Haltung eingenommen hat, denn eine muskulöse Person, von der man nur die muskulösen Oberarme und klobigen Hände sieht, packt ihn an seinem üppigen Haarschopf und drückt seinen Kopf hinten hinab auf den Boden, grob, würde ich sagen und sicher tut er ihm weh damit. „Ist er wirklich noch so jung, dieser Jüngling, der geopfert werden muss?“, fragt eine entsetzte Touristin auf Spanisch. „Sicher, ja“, antwortet der Cicerone, ein älterer glatzköpfiger Mann, mit einem Anflug von Freude in der Stimme „er ist noch ein Kind. Die Azteken opferten nur die Kinder und Frauen ihrer Feinde ihren Göttern, die Männer töteten sie während dem Kampf!“ Ein bebrillter bleicher Tourist neben mir, der in der Hand einen dicken Schunken von einem Reiseführer hält, murmelt zwar etwas davon, dass diese Bemerkung überhaupt nicht stimme, doch er wagt es nicht, seine nicht übereinstimmende Meinung laut zu vertreten, er murmelt nur etwas in seinen Bart und nur ich, der ich direkt neben ihm stehe, weil er mir ungefährlich vorkommt, verstehe was er sagt. Gottseidank, meine ich, denn der Fremdenführer hat mich noch nicht gesehen, klein wie ich bin, kann ich mich gut verstecken unter den Touristen. Der Guide erklärt uns noch des Langen und Breiten, dass vornehmlich ganz junge Knaben, und nicht etwa Mädchen, der von den Azteken unterworfenen Völker, wie der Tolteken, gerne den Göttern geopfert wurden. Vieles verschweigt er uns natürlich, und ich nehme an, weil ein Cicerone doch nicht zu tief in solche Details gehen kann! Doch ich habe quasi eine solche Opferung, die mir nicht mein Leben, wohl aber meine Jungferschaft kostete, am eigenen Leib erfahren, weil man Onkel selbst einer jener Heidenpriester ist, ein Mayapriester allerdings und nicht ein Aztekenpriester, die es auch in unserer Zeit noch gibt, und ich weiss es aus eigner Erfahrung, dass sich diese gottesfürchtigen Priester ihre jungen freiwilligen Opfer noch vor der Zeremonie sexuell unterwarfen! Fast würde ich mich mit dem Opfer identifizieren und es regt meine Körpersäfte natürlich noch mehr an, wenn ich mir vorstelle, was dieses jugendliche Opfer kurz bevor er auf diesem marmornen Schemel lag, noch alles über sich ergehen lassen musste. Vor allem einer dieser stämmigen Priester, die im Halbkreis um den Jüngling herum stehen, ein langer, hagerer Kerl mit haarübersäter Brust, mageren Schenkeln, sehnigen Beinen und muskeligen Armen, dessen Kopfschmuck zu entnehmen ist, dass er der Oberpriester ist, macht mich an. „Den möchte ich erlebt haben, wie er mich statt des gemalten Opfers vergewaltigt hätte, ganz kurz vorher noch, sage ich mir, das wäre genau der Typ, den ich mir als ein grässlicher Sexvergewaltiger träumen könnte“, sage ich mir und muss mich zusammennehmen, um nicht bereits in meine Hosen zu spritzen. Ich stelle mir vor, wie der herrliche Kerl mich an seine muskulösen Beine drückte, mich, der vor ihm kniet, wie er mir dann, später, mit der Hand den Kopf hinab drückt auf seinen Schoss, und mein Gesicht auf seinen Lendenschurz presst und ich spüre es, wie wenn es mir tatsächlich zustossen würde, wie mein Gesicht über das Tuch streift, den krummen Freudestummel des Bösewichts abtastet und wie meine Lippen ihn, den von mir so heiss begehrten Luststengel hinaus zerren aus dem Lendentuch; und ich erhitze mich im Gedanken daran, wie meine Lippen den noch schlappen Luststengel berühren, zuerst zaghaft, dann daran schlecken, wie wenn es ein Schlechstengel wäre, wie er steif wird zwischen meinen Lippen und mir in den Mund hinein wächst! Und später dann, wie auch mein Glied steif wird und aus meinem Schoss herausragt, denn ich bin ja nackt, wie der Jüngling der daliegt, und wie er mich umdreht, meinen Schoss mit den gespreizten Lenden auf den Schemel drückt, so fest, dass mein Schwanz sich an den harten Rändern des Marmorklotzes wund reibt, in der Kadenz und der Geschwindigkeit, die er mir auferlegt und wie der steife, feuchte Gegenstand meiner Begierde in meinen Arsch dringt. Vorerst ist alles dies nur ein  Traum, doch wie es nass wird, jetzt, komme ich zu mir und realisiere, dass ich auf dem Bauch über der Marmorbank liege, die sich längs der Innenmauer des runden Gebäudes erstreckt und der dickbäuchige, nach Bier stinkende Tourist über mir kauert, während der Wächter, der Fremdenführer und alle die so kunst- und kulturbeflissenen Touristen im Halbkreis um mich herum stehen und freudig erregt zuschaute.

Die Wohnung in Annecy

Es hat fünf Zimmer in dieser Wohnung. Alle haben einen Parkettboden, und die Wände und Decken sind mit hellem Birkenholz ausgekleidet. Die Zimmer sind nur spärlich möbliert und man hat viel Platz um darin umherzugehen. Die geräumige Küche und die beiden Badezimmer sind hell und mit der modernsten Technik ausgestattet. In einem Badezimmer hat es eine Sauna und ein Dampfbad. Die Möbel sind fast alle aus hellem Holz gefertigt. Ein paar antike Stücke sind dazwischen  gesät. Der niedrige chinesische Lackschreibtisch im Wohnzimmer ist Thierrys Stolz, wie er es mir mitteilte. Ein antiker Tisch ist es, aus dunklem lackiertem Teak mit hellen Intarsien, einer Wasserfalllandschaft umrahmt mit Rosen und Bambus aus hellem Rosenholz.  Den hat ihm David aus einer seiner Jazzreisen durch China mitgebracht hat. Er stammt aus Schanghai. Es war ein ganzes Theater und teuer, bis dass sie ihn ausgeführt hatten mit den paar anderen Utensilien, die in Thierrys Schlafzimmer stehen. Der Sattel, auf dem ich jetzt gerade sitze und den ich besonders bequem finde haben die beiden heimgebracht aus ihren Flitterwochen in Marokko, wie es mir Thierry schmunzelnd mitteilte. Er ist auch aus einem dunklen Holz gefertigt, ist verziert mit messingenen Nägeln, und ist bedeckt mit feinem Leder, das rot gebeizt ist. Ein antiker Kamelsattel der Berber sei es, behauptet Thierry, doch ich bezweifle es, denn Daniel hat behauptet, solche Höcker selbst gefertigt zu haben, als er in Marokko arbeitete. Der moderne Tisch, ein Salontisch aus Messing mit einer gläsernen Tischplatte, steht auf einem grossen, hellen Naim mit Unterschrift des Knüpfateliers. In einer Nische, meist hinter den Vorhängen versteckt, ist etwas, auf das Thierry, wie er es mir sagte, ganz besonders stolz ist, das er persönlich vor allen intimen Gästen als die ganz besondere Zierde der Wohnung bezeichnet, eine Peitschbank, stammend aus einem Harem in Istanbul, die ihm, wie er sagt, David geschenkt hat, massiv gefertigt aus einem ganz raren wunderschön gefasertem Holz. Darauf steht der Name Iskandreou, eingebrannt in das Holz neben einem Rosenstrauch und auch ich bin bereits dazu gekommen, darauf liegen zu dürfen, festgebunden mit rauen Seilen, die in meine Gelenke bissen und stellte mir immer wieder vor, wie ich der göttlich schöne maltesische Jüngling Iskandreou bin, mit den rauen Seilen ganz stark festgebunden auf die Bank, weil ich wieder einmal versuchte, meinen Freund Lucien aufzusuchen, im Harem des Sultans! Ich winde meinen Körper, Iskandrous Körper natürlich und streichle dabei meinen Penis, der eigentlich derjenige Iscandreous ist, am rauen Rand des Lochs aus dem er unten herausragt. Hat Lucien dabei zuschauen müssen? Hat eventuell einer jener kleinen Eunuchenbuben, die wahrscheinlich im Harem des Paschas herumstanden und kleine Hilfsdienste für ihn erledigten, abwechselnd seine und des Paschas Schwanz und Hoden mit seiner kleinen Zunge geschleckt! Das waren ja noch Zeiten, wo die Adligen sich selbst nicht an die geringsten moralischen Regeln halten mussten! Die Geschichte ist geschrieben von einem, der sich Absolon der Absolute nennt.
 
Thierry glaubt, dass Ramon selbst es geschrieben hat, in seiner Kindheit und das Manuskript David geschenkt hat, der es hat binden lassen. Das Buch ist illustriert mit schönen Zeichnungen gezeichnet von Davids Freund Milou, der hoch kotiert ist im Pariser Kunstmarkt. Ein Verlag druckte die Bücher und sie wurden verkauft an Sammler von exquisiten pornografischen Büchern, für die Herrenrauchzimmer, als exquisite pornografische Literatur! Mit einem Augenzwinkern teilt uns dann Thierry mit, heute sei es meistens er, Thierry, der auf dieser Bank liege, festgezurrt mit ledernen Fesseln, sein Schwanz stecke im Loch in dem Iskandreous Glied (welch ein hässliches Wort!) einst gesteckt habe und dessen Samen immer noch am Rand des Lochs klebe! Er liebt es, so obszön zu reden, obwohl er ja so gebildet ist.

Sein praller Hintern, seine runden Schenkel seien dabei besonders zu seinem Vorteil ausgestellt (sagt Thierry, dieser Prahlhans) und ständen zur vollen Verfügung desjenigen, der ihn peitsche. Doch wenn seine Gäste diese Szene auch mal erleben wollen, ja, dann liegt nicht er, Thierry, auf der Bank, nein, er ruft Cyril und dieser lässt sich darauf binden und von den Gästen peitschen!
 
Nicht, dass Cyril es ihm vorwerfen würde, dass er an seiner Stelle auf der Peitschbank liegt, oder viel eher liegen darf. Nein, er weiss, dass es mal eine Szene gab, weil er ihm vorwarf, dass nur Thierry allein, egoistisch wie er eben sei, die Wonnen dieses Peitschens erleben dürfe. Man sehe auch, entgegnete darauf Thierry, wie seine Augen herausquellen würden aus seinem Kopf, wenn er dabei zusehe, wie Thierry gepeitscht werde und wie seine Zunge über seine Lippen streiche, denn er und Cyril seien in etwa gleichgelagert, masochistisch veranlagt, wie man im Fachjargon sagt, verloren, wie es ein Priester sagen würde!
 
Der „Iskandreou“ ist natürlich im Büchergestell und Thierry nimmt es hervor und legt es auf den Tisch und zeigt es Ramon und es sei, auch zum Vorteil von Dir, lieber Leser, liebe Leserin, nachgerade wiedergegeben, ohne die wunderschönen Illustrationen, leider.
 

Iskandreou – der Perserjunge - Ein Roman im Roman
 
Eine Geschichte aus Malta

(Alle Personen und Handlungen dieser Geschichte sind frei erfunden und haben keinerlei Bezug zu lebenden Personen)

Und es ist eigentlich komisch, wenn es heisst: „Der Perserjunge“, denn Iskandreou ist in Malta geboren und kannte bis zu seiner Adoleszenz nichts anderes als die dürren Steppen und die sandigen Strände Maltas und hiess trotzdem Iskandreou, was kein maltesischer Name ist. Doch liest weiter, liebe Leserin, lieber Leser, dann werdet ihr herausfinden, wieso Iskandreou, obwohl er in Malta geboren und aufgewachsen ist, eigentlich ein Perserjunge ist.

„Ich kauerte traurig und niedergeschlagen in einem Winkel des Hofes des Harems. Der Springbrunnen in der Mitte plätscherte, die Vögel auf den Bäumen ringsherum zwitscherten, die Sonne schien. Nur um mich herum schien alles Nacht zu sein, kein Stern prangte am dunklen Himmel, kein Mond schien und erhellte meine dunkle Seele. Selim trat aus der Küche und winkte mir fröhlich. Er lachte. Wahrscheinlich lachte er mich aus, denn er hatte mich reingelegt auf dem Sklavenmarkt. Selim ist der Küchenbursche meines neuen Herrn, des Paschas von der Steilen Kliffe, ibn al Marusa ben la Galuda, heisst er, oder so was ähnliches, ich kann diese langen unverständlichen Namen nie behalten. Er hat mich im Auftrag von einer unbekannten Person im Sklavenmarkt beim königlichen Basar gekauft. Wie ich so auf der Plattform ausgestellt war, bereit für die Versteigerung als die edelste Ware des Auktionators und zitterte weil ich nicht wusste, welches Schicksal mich jetzt ereilen würde, erschien er plötzlich vor mir und weckte falsche Hoffnungen in mir. Wie er mich peinlichst untersuchte, meine Haut abtastete auf eventuelle Narben, Geburtsmerkmale oder Unregelmässigkeit, meine glänzenden weissen Zähne untersuchte, ob sie auch alle gesund seien, meine Zehen- und Fingernägel genau betrachtete um sich zu vergewissern, dass sie auch glatt und makellos waren, hatte er sich zu meinem linken Ohr geneigt und geflüstert, er sei hier, geschickt von Luciens, um mich zu kaufen und mich zu ihm zu bringen.  Dann ersteigerte er mich, wie ich vom Händler nach und nach erregt wurde bis mein Glied zu meiner Schande steif und waagrecht hinausstand, bis ich wippte mit dem Hintern, in den der fiese Kerl mir eine exakte Nachbildung des Penis des Paschas aus Ebenholz gesteckt hatte. Zu einem stolzen Preis, das muss ich sagen, hat er mich ersteigert, obwohl ich alles daran setzte, den anderen Bietern zu zeigen, dass ich nur an ihn verkauft werden wollte, dass es keinen Sinn hatte für sie, mit zu steigern.  Natürlich fragte ich mich, wie Lucien alles dieses Geld hatte sparen können, denn ich hatte gehört, er sei gewöhnlicher Sklave. Alles war aber nur Lug gewesen, ich weiss es jetzt, Lucien hat nie gewusst, dass ich ihm nachgegangen war und mich als Sklave verkaufen liess, hoffend, dass mich der Kalif auch kaufen würde. Lucien war, wie ich viel später hörte, der persönliche Sklave der Mutter des Sultans und durfte das Gemach, wo er untergebracht war, nie verlassen. Ich sah ihn nie und er hat soviel ich weiss, nie nach mir gefragt, leider. Wahrscheinlich wusste er nicht einmal, dass ich auch beim Pascha im Harem sass, obwohl ich schon mehrere Eunuchen bestochen hatte, teuer bestochen hatte, damit sie es ihm sagten. Ich war so traurig. Denn eigentlich habe ich mich freiwillig in die Gefangenschaft der Piraten begeben, in der Hoffnung, sie würden mich dem Sultan verkaufen als Lustsklave und ich würde meinen Lucien wieder finden, meinen Lucien der mir so fehlte. Selim hat es mir versprochen, an diesem denkwürdigen Tag auf dem Sklavenmarkt, wo ich mich so schämte und den ich nie vergessen werden, dass er mich im Namen des Paschas für Lucien kaufte, doch es war alles erlogen! Hier in diesem Harem bei Pascha Ali bin ich gestrandet und in Vergessenheit geraten, niemand beachtet mich, ich bin wie Luft für die anderen. Eine Erlösung für mich wird es nicht geben, das weiss ich, denn es ist mir unmöglich zu fliehen, obgleich ich es unzählige Male versucht habe. Denn Pascha Alis lebt auf einem Hügel oberhalb von hohen Felsen weit weg von der Stadt, sein Palast ist umgeben von hohen Mauern und die bieten mir nicht die geringste Möglichkeit zur Flucht. Die Eunuchen, die uns bewachen, sind alle taubstumm und es gibt keine Möglichkeit, sie dazu zu überreden, mir zur Flucht zu verhelfen. Geld ist ihnen egal, sie haben schon genug und sind ausserdem so fies, dass sie es annehmen und mich danach verraten. Ich hatte es schon versucht, mehr als einmal, kann ich Euch versichern und sie haben mich jedes Mal dem Oberaufseher über die Schlüssel des Harems verraten und ich wurde gepeitscht, rot und blutig gepeitscht, auf der Peitschbank, der teuren, die geschnitzt ist aus edlem Holz, und versehen wurde mit Intarsien, die das Gesicht des edelmütigen Kalifen und seines Paschas zeigen, mit Peitschen, die Nägel an den Seilen haben und ich habe meine Lungen ausgeschrien dabei. Nicht, das mir das abhalten würde, es wieder und wieder zu versuchen, denn mein Körper ist mir bedeutend weniger Wert als die Nähe zu Lucien! Schlimmer noch, der Pascha, mein neuer Herrn, ignoriert mich, ich habe ihn, seit den Tagen oder vielmehr Monaten, seitdem ich hier bin, nie zu Gesicht bekommen! Wenn ich ihn sehen würde, gelobe ich mir,  würde ich alles unternehmen, um ihn zu überzeugen, mich zum Sultan zu bringen, auch wenn es mir zusätzliche Prügel einbringen würde. Doch ohne Möglichkeiten, aus dem Harem zu entrinnen, ohne Möglichkeiten, meinen Herrn, den Pascha zu überreden, mich herauszulassen aus dem Harem, was für eine Möglichkeit blieb mir noch endlich Lucien zu sehen! Keine. Ich war dazu verdammt in alle Ewigkeit hier in diesem Seitentrakt des Harems, wo der Pascha nie hinkam, zu bleiben, würde alt werden, gebückt und eine runzelige Haut bekommen, ehe ich Lucien wiedersehen könnte. In diesem Zustand, da war ich sicher, würde Lucien nichts mehr von mir wollen, und ich würden aus Gram sterben! Nein, da war es besser,  ich würde sterben, bevor ich ihn wiedersehen konnte. Wie ich wieder aus meinem Brüten erwachte, war Selim weg. Ich zog mich zurück in den Garten dort, wo alles überwuchert war von dornigen Büschen, liess meinen bis auf einen klitzekleinen Lendenschurz nackten Körper zerkratzen von den Dornen und brütete, wie ich mir das Leben verkürzen könnte. Ich wollte Schmerzen verspüren, wollte Sühne leisten für meine Unfähigkeit, Lucien zur Seite zu stehen! Ich überlegte, wie diesem unseligen Leben ein Ende setzen könnte. Doch was sollte ich tun, nicht mal das nötige Werkzeug hatte ich dazu! Alle spitzen Gegenstände hatte man uns weggenommen, damit wir uns ja nichts antun konnten, die Giftsträucher wie die Belladonna waren alle ausgerupft worden. Wir waren da um dem Pascha das Leben zu versüssen, er hatte viel Geld ausgegeben für uns und seine Eunuchen hatten die Aufgaben, uns Tag und Nacht zu überwachen, damit wir nicht ausreissen konnten oder uns das Leben nehmen konnten. Das war verständlich, eigentlich und ich war eigentlich aus eigenem Willen in dieses Gefängnis geraten, ich konnte niemandem einen Verwurf machen.

Yes, Thierry read this long story together with Daniel. After he had finished, they looked perplexed one at the other. “Well”, Daniel said at last, “let’s say that your son Cedric, which was with us only such a short time, was as well a gifted writer as is Cyril. Well I regret that I did not have the opportunity to get more accustomed to him! Why did you let him go away?” Thierry is upset. “I couldn’t do nothing else,” I exclaims, “my ex-wife had always implored me to look after him and when I found him, I had to tell her. Of course she had her solicitor already on my heels.” Daniel leaves Thierry after having frown at him. Does he disapprove of his behaviour? “Yes,” Thierry thinks, “he does and I think that he is right. I have always let my son down! I perfectly know that he can not be happy where he lives now. I should have battled with them for him with my arms up in my teeth, as they say it, referring to the pirates. I have always been a bad father, I know it! Still, I decide to ask Ramon if he maybe knows of his whereabouts, he who knows everything, if he knows a good solicitor who could help me to fight for the rehabilitation of my son and who is not too expensive. Who knows why Cedric has turned to such a spoilt and lusting boy? Why he develops such masochistic ideas? Is it possible that the Cedric Cyril writes above is my Cedric? Why he obviously now fulfills an active part in a mafia organization, selling drugs and maybe making other illegal deals! No, this is no trait of me, I think. I am pretty sure that he got like this because of the new lover of my wife. But I have to go and tear him away from these illegal people. Especially as Roman told me, when he visited us last time, that he has now enough proofs against this mafia band of Ramirez and plans a big coup to get them behind the bars.” He looks out of the window towards the embankment and sees that Daniel is sitting all on his own on a bench and staring out to the lake. He puts on some clothes, goes down to the embankment, sits besides Daniel on the bench. He sees that the tears drop from Daniel’s eyes. A long time they say nothing, just cuddle together. Thierry thinks of his son Cedric, of all the mistakes he made as father. Why actually did Cedric develop such a terrible way in life, why does he enjoy himself receiving pain from others? Is he really not culpable? And what about himself? Thinking that now he enjoys thinking of being punished by his friends. In fact he had this masochistic side to him all the time, he knew it perfectly well, but did never accept it. He knew perfectly well that his wife cheated him with others, but did not want to admit it to himself, because it had meant further complications which he did not want to have. He knew of course about his own queer sexual feelings, at least since he had had tis adventure with Christine’s brother but he never wanted to admit to it, because society did accept it and he so wanted to be loved by everybody. But Cedric, certainly, being his son and being so sensitive, had certainly sensed this very early and had now taken over his fathers sins over for himself, let himself be punished, maltraited because of his father! This had to stop. Now only was Cedric a slut which utterly upset Thierry, but he also suffered terribly for this and Thierry did not want to realize this. Now the tears erupt from Thierry’s eyes too. He knows, he has to act, find his son, tell him what he finally realized, take him out of the slump he now is in, because it is a slump, Thierry senses it! Both men sit one beside the other on the bench and weep. Finally Daniel says: “Well, I see that you understand. You have to do something for him. Do it, don’t put your head into the sand.” Thierry nods. And they fall into each others hand. Daniel has not to say that he hopes to know his friends, Thierry’s son, after all this, he has learned about him, as he would certainly be as good as his father.