Mexico-City – Josés schlechter Tag



Ich hatte kein leichtes Leben. War nicht anders zu erwarten. Ich war unehelich geboren, meine Mutter war in meinem ersten Lebensjahr gestorben. Ich war von zu Hause weggelaufen und zum Vater ins Militärlager geflohen, wo ich einen grossen Teil meiner Kindheit verbrachte. Ich war nicht so wie die anderen Jungs. Offensichtlich standen die Planeten bei meiner Geburt nicht gut, hatte es rücklläufige Planeten in den falschen Häusern, hat mir Martin gesagt. Ich weiss es nicht, habe mich bis jetzt nicht damit beschäftigt. Nur für die Musik lebe ich noch.

Nach anfänglichen Turbulenzen hatte ich mir das Leben aber recht erlebbar eingerichtet. Denn alles ist relativ. Doch dieser Freitag! Wahrscheinlich der Dreizehnte nach dem Vollmond. Aufeinanderprallen von Saturn Jupiter und Pluto und Besuch von Mars. Eine ganze Kette von unliebsamen Begegnungen trieben mich in die äusserste Verzweiflung, als endlich Venus auftrat. Mein Erlöser aus meinem chaotischen dem Laster ergebenen Leben und die Pforte zur Entdeckung meiner musischen Seite. Zwar ist es nicht meine Meinung, das mein Leben lasterhaft war. Da plappere ich nur nach, was mir der Priester sagte. Für mich ist es die einzige Art, mein Leben zu führen. Aber heute in Rom bei Giancarlo und wie ich mein Leben damit verbringe meine "Talente" zu entdecken an der Accademia, ist dieser Tag ein düsteres Schattenspiel das sich mir in an den Momenten wo ich an mir verzweifle, wie die Erinnerung an einen Albtraum aus dem Nebel meines bisherig gelebten Lebens herausschält.

Easy Rider

Es ist mittags. Die Sonne scheint nur spärlich aus dem immer noch nicht verschwundenen Morgennebel. Winter in Mexiko. Nicht kalt aber trotzdem nicht angenehm warm. Leicht bekleidet, in einem T-Shirt und ganz enganliegenden Jeans, die meinen Körper schön zur Geltung bringen, stehe ich an der Strasse. Die Leute gehen eilig wie immer an mir vorbei, würdigen mich nur flüchtig eines Blickes. Sie haben meinen Zustand festgestellt und eilen nun weiter. Denn sie haben keine Lust sich einen Sozialfall aufzuhalsen, und die Freier, die ich ja anziehen möchte, wissen nicht, was für ansteckende Krankheiten ich habe und wollen sich nicht einlassen mit mir. Einmal hatte ein Passant mit Klapphut, braunem Regenmantel, Aktenköfferchen und obligater Zigarette im Mundwinkel in einiger Entfernung laut reklamiert, solches Gesindel hätte hier nichts zu suchen, und dann hätten die Aids und man müsse sie noch durchfüttern und heilen. Ein stadtbekannter Freier war vorbeigelaufen. Er war verhasst von allen. Ich hatte ihn schon oft bedienen müssen. Er verlangte ganz besonders ekelhafte Dienstleistungen, mir schauderte schon, wie der mich mit einem geilen sadistischen Blick anschaute, ein zynisches Lächeln auf den Lippen und mit einer Hand noch schnell versuchend mich unten zu greifen um sich daran zu ergötzen, wie mein Körper bei der Berührung zusammenzuckte. Ich war rechtzeitig ausgewichen und zeigte meine Abscheu, obwohl ich kein Geld mehr hatte und schon seit einiger Zeit auf Entzug war. Auch der Magen knurrte und rebellierte ob der Speisenüberresten aus den Kehrrichtsäcken mit denen ich mich seit Tagen ernährte. Auch für die Organisation musste ich wieder Geld anschaffen, denn sonst würde ich bestraft. Um meine Beschäftigung zu ertragen muss ich Drogen konsumieren. Aber keiner gewährt mir mehr Kredit. Mit den Drogen zu handeln getraue ich mich fast nicht mehr, da die Polizei mich zu gut kennt. Juarez' Organisation gibt mir auch keine Gelegenheit mehr dazu, und ich muss das Geld, das ich für die Unterkunft zusammentrage, auf dem Strich verdienen. Dank meines unschuldigen Aussehens, den langen hellbraunen Wimpern, die aufgeklebt sind, weil sie so gut zu meinen mandelförmigen rehbraunen Augen passen, (wenn sie reinfallen, ist's ihr Fehler) , immer so bekleidet, dass man meinen grazilen Körper unter den Kleidern wahrnimmt und ich sexuell anziehend bin, finde ich doch noch Freier die mich nehmen, doch alle merken bald, dass ich am Anschlag bin und auf sie angewiesen, und nützen meine Notlage auch aus. Manch einer hat auch Angst sich mit mir einzulassen. Deshalb trage ich Im Hosensack eine Lederhundeleine, und wenn ich merke, dass der Freier sich eigentlich angezogen fühlt von meiner gespielten Unbeholfenheit, aber noch zögert, mich zu nehmen, gehe ich auf die Knie, vor allen Passanten und biete mich dem Freier an. Die meisten schrecken zurück doch ich gehe in eine menschenleere Nebengasse und kurze Zeit danach finden sie mich dort.

Alles mache ich, wenn ich nur nicht meine Gesundheit und meinen schönen Körper mit irgend einer gefährlichen Arbeit, die andere nicht machen wollen und für die ich sowieso nichts erhalte, zerstören muss! Die Leine befestigte ich am Hodensackring und biete sie ihnen dar, damit sie mich wie einen Hund zum Zimmer zerren können. Einige rümpfen die Nase und schauen mich abschätzig an, doch die meisten zieht es an, einen so unterwürfigen Jungen ausnützen zu können. Natürlich muss ich immer aufpassen, wenn die Bullen vorbeikommen. Denn der Freier verschwindet und ich lande auf einem Polizeiposten. Die Freier nehmen selbst Hinterstrassen und sind selbst darauf bedacht, ja nicht aufzufallen. Sie wissen dann auch, dass ich zu allem bereit bin und auch nichts über ihre eigenartigen Wünsche verlauten lassen würde. Denn natürlich rümpft jeder die Nase, wenn ich ihm erzähle, was ich tue. Keine Angst, nur jene Machos, denen ich sowieso nie ähneln wollte. So habe ich mich angepasst um zu überleben, und kann wenigstens dahinvegetieren. Denn wenn ich ehrliche Arbeit finden müsste...ohne Berufsbildung, als Honduraner! Nicht zu denken. Und ich will ja nicht zurück nach Tegucigalpa in die Fänge meines natürlichen Vaters zurück. Bis jetzt bin ich schon bis nach Mexiko gekommen auf dem Weg ins Paradies der Yankees. Nur, jetzt bleib ich stecken in Mexico und bringe nicht das nötige Geld auf, um den Schlepper in die Staaten zahlen zu können. Und die von der Organisation vertrösten mich immer auf später und wollen mich eigentlich nicht gehen lassen. Wieso? Weil ich bereits zu viel weiss.

Aber im Zustand in dem ich mich jetzt befinde ist das kaum anders möglich. Irgend wie eigne ich mich nicht dazu, das zu machen, was die amderen,machen und was sie eigentlich von mir erwarten. Kleinere Diebstähle an Passanten, das geht noch. Aber dazu bin ich zu alt, kann nicht mehr umherlaufen ohne Aufsehen zu erregen. Mit Waffen umgehen, in Holdups mitmachen, da habe ich die Nerven nicht dazu. Geld durch skrupellose Überfälle ergattern kann ich nicht. Nicht aus irgend welchen moralischen Erwägungen. Das kann ich mir schon gar nicht leisten. Aber ich habe wie gesagt die Nerven nicht dazu, kurz und gut, ich bin ein weicher Waschlappen. Ich habe es versucht doch ich bin gescheitert und keiner will es mehr mit mir versuchen. Wie Martin sagte, bin ich so was wie ein Oliver Twist dem das Glück nicht winkte. Martin fehlt mir. Doch auch Martin mit seiner Skrupellosigkeit ist jetzt nirgends, noch schlechter dran als ich, denn aus dem Grab steht man nicht mehr auf. Obwohl wir uns beide liebten, und ich ihm ganz vertraute, hat er mich in diesen letzten Deal nicht eingeweiht. Ich hätte sicher mitgemacht. Doch vielleicht auch wieder alles vermaselt. Doch jetzt bin ich wieder allein und in einer Sackgasse und weiss nicht mehr wie weiter.

Unzählbar viele Freier sind aus ehrbarem Milieu, ehrbare Bürger, einige mit Kinder zu Hause. Sie lassen mich alle möglichen Positionen einnehmen. Auch auspeitschen wollen sie mich und mich in allen möglichen Positionen fesseln. Und meist jagen sie mich am Schluss mit nur einem mickrigen Entgelt weg. Einige sind sich nicht zu blöd mir auch noch Moralpredigten zu halten. Und einer hat sogar noch gesagt, er würde für mich beten und das sei sicher besser als wenn ich Geld bekäme, denn das würde ich sicher falsch ausgeben. Doch meist verlange ich Vorauszahlung, nur wenn ich wie jetzt mich am letzten Zacken festklammere, leiste ich auf Vorschuss. Doch immer wird gefeilscht, Konkurrenz hat's ja genug. Wenn ich Glück habe, bekomme ich gerade genug Geld, um mir ein bisschen Stoff zu beschaffen. Denn Juan Juarez, der Chef der Organisation (leider), der auch mein Zuhälter ist, erwartet immer dass ich ihm einen ansehnlichen Betrag pro Tag abliefere. Das Geld wird gebraucht um Waffen für die Contras zu beschaffen, wie auch das aus dem Drogendeal und dem “Betteln” bei den anderen im Ausland Arbeitenden. Das wusste ich nicht und es hätte mich nicht interessiert, hätte es Martin, der aus der Schweiz stammte, mir nicht gesagt. Den dringend benötigten Stoff muss ich selbst finanzieren. Weg vom Ring komme ich nicht mehr, der Arm der Organisation ist überall, in der Polizei, in der Politik. Sie haben mich bis jetzt immer wieder zurückgeholt. Und ich bin nun mal drogenabhängig geworden seit mir mein Vater den Stoff verabreicht hatte, um mich besser quälen zu können. Ich kann nicht mehr ohne auskomme. An der Ernährung spare ich meist, doch ist der Aufwand für den Stoff erheblich. Ich wohne zusammen mit einem anderen der auch auf mich aufpasst in einem Zimmer in einer Wohnung an einer lärmreichen Strasse im Zentrum, und auch für diese Unterkunft muss ich einen grossen Betrag hinblättern. In letzter Zeit verdiene ich zu wenig. Tagelang finde ich keinen Freier. Bin so apathisch und kann ich nur umherlungern im Bett, kann mich gar nicht aufraffen nach draussen zu gehen um Geld zu verdienen. Ich habe Angst vor den Freiern. Zu einer anderen Arbeit aber getraue ich mich noch weniger. Es liegt für mich nicht drin zu arbeiten, denn wenn Du überhaupt Arbeit bekommst, ist sie gefährlich, anstrengend und wird von den andern nicht gemacht. Überhaupt, ich will mich nicht besser darstellen als ich bin. Mir ist es lieber auf den Strich zu gehen als die Arbeit zu machen, die sie uns noch gnädig machen lassen. Ich bin doch nicht ganz so dumm wie die mich gerne hätten. Und habe mich bis anhin ziemlich gut durchgemogelt. Nur jetzt fühle ich mich ziemlich elend. Das wird sich wieder bessern. Wenigstens hoffe ich es und habe es immer so erlebt. Die Organisation warnte mich, sie würde mich fallen lassen. Sie hielten mich aber notdürftig am Leben, nur weil dieser Juarez meinen Vater kannte. Er setzte mich aber deshalb auch dauernd unter Druck. Ich machte mir keine grossen Illusionen, Juarez benutzte mich nur als Werkzeug. Sobald ich ihm zu lange nicht mehr nützlich war, würde er mich bald durch jemand anderen ersetzen. Und eigentlich ist mir alles egal, dann würde ich hoffentlich bald aus diesem Leben scheiden. Ich wusste, sobald sie Raul nur richtig hineingezogen hatten, hatten sie mich nicht mehr nötig und würden mich abschaffen. Ein Unfall passierte rasch und schon einige meiner Kollegen und mein Freund Martin Sieberlein waren so umgekommen. Trotzdem machte ich mir Sorgen. Aber vor allem weil ich einen neuen Freund hatte, den ich liebte. Raúl Schmid, der trotz seinem Namen Brasilianer ist. Ich hatte in letzter Zeit fast nichts gegessen, weil ich kein Geld hatte und oft keinen Appetit und schwach auf den Beinen bin. Da sind meine Beschwerden mit dem Magen, doch zu einem Arzt will ich nicht. Ein Quacksalber gab mir welche Pseudomedikamente und empfahl mir eine Entwöhnungskur zu besuchen. Er verfolgte mich, wollte mich absolut retten, und sie merkten es. Sie verboten mir, diesen Heiler weiter zu besuchen. Ärzte kommen nicht in Frage denn ich traue denen nicht. Die würden mich trotz dem Arztgeheimnis den Beamten melden und die würden mich womöglich in eine Anstalt, ein Pseudogefängnis stecken. Ich will nicht in eine solche Anstalt, denn ich habe Erfahrungen wie man in einem Heim behandelt wird, von diesen sogenannten Sozialarbeiter. Ich will frei bleiben, nicht noch abhängiger werden. Ich habe Schulden machen müssen um Stoff zu beschaffen und habe Mühe Dealer zu finden die mir Kredit geben. Da ich jetzt den Kredit nicht zurückzahlen konnte, muss ich bei jedem Kauf einen neuen Dealer finden der mir Kredit gibt. Höllisch aufpassen muss man, um ja nicht erwischt zu werden, und einen der zivil gekleideten Polizisten, die nur mögliche Drogenabhängige erwischen wollten, anzuquatschen. Die Bullen haben mich schon einige Male erwischt. Manchmal waren sie bestechlich, ich versprach alles für sie zu machen, zu blasen, hinzuhalten, und sie liessen mich, nachdem ich ihren Wünschen willfährig war, wieder laufen. Von wegen deren ihre Moral! Da bin ich schon eines besseren belehrt worden. Es schockiert mich nicht mehr. Denn natürlich müssen die einfach einem Beruf nachgehen, um ihre Familie zu unterhalten. Aber einige sind unberechenbar. Die meisten halten sich an die Abmachung, es ist dann auch für später nützlich. Gott sei dank bin ich noch nie auf einen unbestechlichen Polizisten gestossen. Und noch hat mich keiner versekelt. Das hatte Martin erlebt und war dann einen Monat im Gefängnis gesessen. Sie waren daran gewesen ihn in eine Strafkolonie auf eine Insel zu verschiffen, als er im letzten Augenblick von der Organisation aus dem Gefängnis freigepresst wurde. Einen Kollegen aus einer ganz ersten Zeit hatte die Organisation nicht gerettet und er war auf der Insel elendiglich umgekommen und sie waren froh gewesen ihn so einfach wegzuhaben, wahrscheinlich waren sogar sie es gewesen, die den Tipp zu seiner Festnahme gegeben hatten. Wenn sie mich ausgenützt und dann doch angezeigt hätten, ich wäre dorthin zurückgeschafft worden, ins Land wo ich geboren wurde. Einmal hat mich ein unbestechlicher Polizist erwischt und hat mich trotz meiner Beteuerung, zu allem willfährig zu sein, ins Gefängnis gebracht, und damals verlor ich wirklich alle Hoffnung. Doch dann hat mich die Organisation aus dem Gefängnis geholt, denn die Organisation hat immer einen der ihren als Spitzel im Polizeiamt. Damals war mir gedämmert, wie gross die Beziehungen der Unterwelt in der Justiz sind und es war mir aufgegangen, dass ich im Kampf gegen die Organisation keine Chance hätte, und ich habe mich darauf eingestellt, dass meine einzige Überlebenschance war, im Sinne der Organisation zu handeln. Ich bin jung, ich liebe das Leben. Und bin bereit alles zu tun um am Leben zu bleiben, mich würden sie nicht hinausspicken. Obwohl es manchmal schwer ist, noch ans Positive zu glauben. Jetzt hatten sie eine Möglichkeit erhalten, den Druck auf mich zu erhöhen, weil ich bereits im Register der Straffälligen figurierte. Ein anderes Mal hatte mich der Gefängniswärter herausgelassen, nur weil ich willfährig war und man mich auspeitschen konnte. Dieser Wächter wurde entlassen, weil ihn ein Kollege beobachtet hatte und er hatte geschworen sich an mir zu rächen, obwohl ich ja nichts dafür konnte. Gnade Gott wenn ich ihm begegnen würde. Er war jetzt arbeitslos und engagierte sich in einer Partei, die einen Sündenbock für die heutige chaotische Ordnung suchten und ihn bei uns glaubte gefunden zu haben.

Will

Heute, habe ich mich endlich aufraffen können, auf Freiersuche zu gehen. Wie ich wieder dort stehe, wo mein Platz ist, kommt Will vorbei, der sich brüstet, aus der Schweiz zu kommen, und daheim mit dem Rock und dem Hut des Ku Klux Klan umherläuft. Er ist ein Freund des Herrn, Juan Juarez. Und deshalb kann ich ihn nicht abwimmeln. Natürlich versuche ich diskret wegzulaufen. Doch wie er mich sieht, freut er sich übers ganze Gesicht. Er rennt mir nach. Ich überquere die Strasse ganz knapp vor einem Auto. Die Bremsen quietschen, der Fahrer flucht. Ohne mich umzudrehen, renne ich weiter. Doch ohne genug aufzupassen. Denn plötzlich packt mich jemand am Hosenbund, ich komme nicht mehr weiter. Ich werde um die Taille herum genommen, zu ihm gedreht. Versuche mich aus dem mich umklammernden Griff zu befreien. Aber ich bin nicht besonders stark, eher zierlich gebaut, und kann nichts anrichten gegen den Koloss der mich festhält. Will kommt hart atmend angerannt. "Ist das Deiner" fragt der andere. "Ja," lügt Will"Ich habe ihn schon bezahlt und er will sich aus dem Staube machen." "Sie sind alle gleich." sagt der andere. "Verlogenes Pack, das uns brave Bürger bestehlen will." "Vielen Dank." sagt Will. "Ich werde mich erkenntlich zeigen, und mich einsetzen, dass Dir Juan einen Teil Deines Schutzgeldes erlässt." Der andere lacht übers ganze Gesicht. "Schon gut, schon gut" winkt er ab. "Straf ihn nur recht hart!" Während der andere mich festhält, drückt mich Will in die Knie und befestigt mir die Hundeleine am Hodensackring. Ich bin gefesselt und ihm ausgeliefert. Meilenweit ist kein Polizist zu sehen, die wenigen Passanten, alle involviert, grinsen. Das Scheusal zieht mich durch wenig benützte Nebenstrassen nach seiner sogenannten Studiowohnung.

Dort muss ich mich ausziehen, werde geschlagen mit einer Peitsche an die Lederstücke mit Bleikügelchen gebunden sind. Das beisst, besonders wenn es eine meiner weichen Stellen trifft. Und dann muss ich Will eins blasen. "Freue Dich und bedanke Dich!" befiehlt er mir. Es will mir nicht richtig gelingen. Ihm ist ’s recht, denn er kann mich wieder strafen. "Wieso wolltest Du wegrennen?" fragt er. Und lacht herzlich, als ich aufschreie, weil er mit einem Fuss auf der Leine steht und mich am Oberkörper hinaufzieht um mir die Brüste an den Brustringen langzuziehen ohne sich bücken zu müssen. Legt mir die stinkende Hand auf den Mund. Jetzt kann ich nicht mehr schreien, ich wimmere nur noch, mit dem Druck auf der Brust, der schmerzt während der gleichzeitige Zug an der Leine mir den Penis zudrückt. „Tu nicht so wehleidig, Du hast es ja gerne. Du bist mir ein ganz perverser!“ spricht Will und schlägt mir mit der Peitsche zwischen die Beine. Die Bleikügelchen tun höllisch weh und ich schreie auf. Will lacht hoch und heiser. Dann muss ich hinhalten, mit dem Kopf vor ihm kniend, wie mir Will zuerst mit einer behandschuhten, zur Faust geballten Hand in den Hintern fährt. Einfach so, ohne mich vorher zu reizen und anzuregen. So tut es besonders weh. Um nicht aus Schmerzen wieder laut herauszuschreien, schlecke ich wie wild an Wills Schuhen und nehme einmal sogar den Schuh ins Maul und beisse hinein. „Du Strassenbengel, Du willst Dich rächen," lacht Will. Zieht die Faust hinaus, entledigt sich seiner Handschuhe und stösst sie wieder hinein. Einmal drinnen dreht er die offene Faust einige Male in meinem Darm um und wieder zurück und weidet sich wie ich meinen Unterleib vor Schmerzen winde. Dann plötzlich drückt er wieder hinein, spreizt die Finger und kratzt damit in meinem Darm. Ich schrie laut auf. Rot fliesst das Blut aus meinem After heraus. Seelenruhig zieht er die Faust hinaus und entfernt die übergestülpten künstlichen Nägel. Ich hatte nicht gesehen, dass er künstliche Nägel überstülpte. Will er mich töten? Ich versuche wegzurennen. Renne zum Fenster. Doch das Studio ist im 4. Stock , ich kann mich noch im letzten Augenblick zurückhalten, stehe schwer atmend und zitternd mit dem Rücken zum Fenster da. Er hat die Eingangstüre mit zwei Umdrehungen geschlossen. Ich versuche mit ihm zu reden. Bettle ihn an, kniend und mit Tränen in den Augen, mich gehen zu lassen. Es ist ja doch nur eine Tortur für ihn sicher auch keine Freude. Ich bin ja ein solcher Tolpatsch. Doch er lacht nur. Ich springe auf und renne mich an ihm vorbeiwindend auf die Toilette zu. Ich dachte, dort könnte ich mich einschliessen. Doch er ist stark, ein gedrungenes muskulöses Paket. Packt mich an einem Knöchel, zieht mich zu sich herauf. Er drückt mich kniend auf die Couch, bindet meine Füsse zusammen und an den Bettpfosten. Steckt mir einen Lappen in den Mund damit ich nicht schreien kann. Die Hände zieht er nach vorne und bindet sie am Bettpfosten fest. Ich zapple in seinem Griff, doch ich kann mich nicht befreien. Bald merke ich wie es mich trotz allem antörnt. Angebunden, muss ich herhalten wie Will mich missbraucht. Er macht es immer ohne Gummi. Und macht es mit allen, Frauen oder Männer, die er kaufen kann. Abscheulich! Sicher hat er Aids. Heute ist er in einer besonders euphorischen Stimmung. Er macht es so dass es mir besonders wehtut und ihn noch mehr zu reizt. Es blutet. Schon wegen vorher. Und Will ist heute denn auch begeistert, denn lauthals singt er mit krächzender überschwappenden Stimme ein Lied aus seiner Heimat: "D's Vreneli macht‘s gern mit de Stiere, Jodelidoo.". Wie er so breitbeinig dasteht auf seinen muskulösen kurzen O-Beinchen, sein runder Schmerbauch wie ein Erker hinausstreckend, sein runder kahler Kopf mit den kugelrunden Glotzaugen in die Zimmerdecke stierend, während er falsch singt, muss ich trotz meiner Schmerzen lachen. Sofort erschrecke ich. Wie wird er reagieren. Doch er scheint es gar nicht zu merken, womöglich glaubt er dass ich ihm zu ehren gelacht habe. Endlich kommt's bei ihm, er zieht sein Ding wieder hinaus und sein üppiger Samen spritzt über mein Gesicht und meine Augen. Er stöhnt glücklich. Mir brennt es in den Augen und ich fühle mich dreckig. "Reinige mich mit der Zunge!" befahl er. Peitscht auf mich ein bis er sich endlich erinnert, dass er mich gefesselt hatte. Kaum bin ich frei kann ich mich umdrehen und mit meiner Zunge seine beiden Schenkel ablecken. Der Samen juckt und brennte mir in beiden Augen und es schmerzt während ich spürte wie das Blut an meinen Schenkeln herablief. Ich fühle mich grauenhaft elend.

Für Gottes Lohn

Doch seelenruhig sagt er: "Wenn Du es für mich nicht gratis machst, verpfeife ich Dich bei der Polizei. Ich weiss was Du für Geschäfte machst.." Ich wusste nicht mehr wie mich wehren. Will hatte mich bereits einmal der Polizei verraten und hatte auch meinen Freund Martin angegeben weil er es nicht nach seinem Willen tat. Dieser hatte sich gewehrt indem er den Ramirez der Polizei angegeben hatte. Die Häscher Juan's hatten ihn zusammengeschlagen, dass er kurz darauf in der Notfallstation verschied. Wenigstens sagte dies Will so. Ich hörte dass noch was anderes dahinter war, sodass sie ihn erledigen wollten. Will selbst erlebte den Höhepunkt seines Lebens, als er von seinem Tod erfuhr. Und ich hatte für lange Zeit keinen Freund mehr. Es ist einfacher durchs Leben zu kommen wenn man jemanden hat, dem man vertrauen kann. Gott sei dank lernte ich danach Raul Schmid kennen. Doch auch ihn haben sie kompromittiert und er ist nun Juans Freund und hat mich ersetzt. Ich mag nichts tun und sagen weil ich ihn liebe. Doch es mag mich grauenhaft.

Ich wehre mich

Ich springe auf den Boden. in kauernder Stellung auf Zehenspitzen stehend, die Beine weit auseinander. In dieser Stellung kann ich ihm am besten barmherzig stimmen. Ich sage ihm, die Tränen in den Augen von den durchlittenen Qualen und im psychischen Down in dem ich mich jetzt befinde. "Bitte, Herr, Will, ich bin gerade völlig trocken, auf Entzug, ich brauche unbedingt Stoff und ich brauche Geld für die Organisation, sonst schlagen sich mich und sperren mich ein. Bitte geben Sie mir etwas." Will lacht hell auf, er wollte nur das hören, stopft mir Fünfzig Pesetas ins Maul. Hält mir ein Blatt Papier entgegen. "Das ist ein Vorschuss, unterschreibe und ich werde das als Quittung gebrauchen, dass Du einverstanden bist, dass der Betrag, den ich Dir gebe, Deinem Schuldenkonto belastet wird. Und jetzt verschwinde. Ich erwarte Besuch. Ich will nicht, dass Dich die Leute bei mir sehen." Jedermann weiss, dass Will mit Blam Geschäfte macht, einem Schweizer Politiker und Geschäftsmann der in der Karibik weilt. weil er in seiner Heimat steckbrieflich gesucht wird. Und Blam ist die graue Eminenz hinter Juan Juarez der auch von der Schweiz hierhin kam, weil sich die Hauptdrehscheibe für Personenschmuggel, Drogen und Sextourismus hierhin verlagerte. Ich muss auf ein leeres Papier unterschreiben. Es ist mir bewusst dass er meine Unterschrift zu etwas anderem Missbrauchen. kann, z.B. um einen der Organisation unbequemen Kollegen der Geheimpolizei zu denunzieren. Doch ich bin in äusserster Not, ich muss unterschreiben denn ich brauche das Geld, auch wenn es viel zu wenig ist. Ich unterschreibe und er kann es nicht lassen, mich an intimen Stellen beleidigend anzurühren. Seine Hand regt mich an bis ich mich winde. "Siehst Du. so ein filziger Sklave wie Du bist, kann durch uns Herrenmenschen jederzeit erregt werden," sagt er süffisant. während er mir seine etwas durch meinen Samen verunreinigte Hand zum abschlecken an den Mund hält. Mein ganzer Körper schmerzt und brennt wie ich mich die enganliegenden Jeans ohne Unterhosen über die Beine ziehe, und das T-Shirt mit der Coke Werbung das man gratis erhielt, über die Wunden der Peitschenstriemen zwänge. Wie ich noch in der Toilette die Hände und das Gesicht notdürftig wasche, schmerzt mir mein ganzer Körper und es ist mir kotzübel. Ich kann fast nicht laufen. Um wenigstens das Bluten zu stoppen, stosse ich mir Toilettenpapier in den Hinter hinein. Vorne schmerzen mir die Schenkel, hinten der Arsch, ich bin komplett down und halte es nicht mehr aus. Ich will aussteigen aus dieser Hölle von einem Leben. Ich nehme ein Zahnglas und zerbreche es am Toilettenrand und bin gerade daran, mir meine linke Arterie mit einem Glassplitter aufzuschneiden, wie die Türe mit einem lauten Knall aufgebrochen wird und Will hereinstürzt. Er packt meine Hand und drückt mir die Scherben in den Handteller. Ich schreie und er lässt los sodass sie auf den Boden fallen. Mein Handteller blutet und es tropft auf den Boden. Will flucht. "So eine Sauerei, in meiner Wohnung. Dies Pack muss einen immer in Verlegenheit bringen. Verschwinde. " Er nimmt den Besen, stösst ihn in meinen Hintern und schiebt mich damit aus seiner Wohnung und aus der Haustüre. Das Hemd und Jacke wirft er mir nach ins Treppenhaus. Die Türe fällt mit einem lauten Knall ins Schloss und der Schlüssel wird zweimal im Schloss gedreht. Draussen stehe ich im kalten Treppenhaus, die ganze Hand blutet. Mit dem Taschentuch binde ich sie notdürftig ein, gehe die Treppe hinab und hinaus auf die Strasse. Es regnet und ich friere. Ich ziehe mein Hemd und die Jacke an. Der Mut, den ich vorhin hatte mir das Leben zu nehmen ist wie verrauscht, wieder klammere ich mich an mein bisschen armseligen Leben fest. doch wie soll ich mich mit den paar Peseten die mir Will gab, den nötigen Stoff kaufen, damit mein Kater endlich überwunden wird? Um weiterzuleben. Die Bullen machen gerade Razzien auf den Strassen. Ich verschwinde in eine Nebengasse.

Ein blonder Engel

Ins Elend der Drogenabhängigkeit hatte mich eigentlich bereits mein Vater gebracht als er mir Haschzigaretten zum Rauchen gab, um mich willfähriger zu machen. Und mir gefiel es eigentlich noch. Nur brauchte ich immer stärkere Mittel um das zu vergessen was er mit mir tat. Und ich bekam es weil das in diesem Guerillalager frei erhältlich war. Als ich dann weggerannt war und mich durchschlagen musste, ging ich dazu über, Leim einzuatmen. Und zwischendurch versuchte ich mit all dem aufzuhören. Doch die Kollegen auf der Strasse lachten mich aus und ich hatte niemanden der mich unterstützt hätte um aus meiner Abhängigkeit zu kommen. Deshalb dauerten diese Entwöhnungspausen nie lange. Doch der Stoff ist teuer geworden und ich kann ihn mir mittlerweile kaum mehr leisten. Leim zum einatmen wäre billig zu haben doch er bringt mir nichts. Jetzt habe ich bei fast allen Händlern Schulden, die ich nicht zurückzahlen kann. Ich will dieser Misere ein Ende setzen, mich in einem Laden ein Seil kaufen und mich im Wald an einem Baum erhängen. Ich bin zutiefst in diesen Gedanken versunken, als mich jemand am Ärmel zupft. Es ist ein kleiner blonder Junge, mit lieben blaugrünen Augen. "Du hast mir doch seinerzeit aus der Patsche geholfen, kennst Du mich nicht mehr? Du siehst so bleich und schlecht aus, was ist Dir, kann ich Dir etwas helfen? " Jetzt mag ich mich erinnern ganz vage, es war vor langer, langer Zeit als die mich noch mit Drogen dealen liessen, da habe ich diesem kleinen Jungen, der aussah wie jemand der von Zuhause weggerannt war, geholfen eine Unterkunft zu finden und ihm Stoff gratis gegeben, um ihm zu helfen. Ich hatte mich verliebt in diesen Kleinen. Lohn für meine Grossmut war ein Kuss und das Hochgefühl mich an ihn schmiegen zu können. Doch ich musste teuer bezahlen dafür. Ich musste mich dann nachher gegenüber dem Juan für den Einnahmeausfall rechtfertigen, wurde geschlagen und einige Zeit im dunklen, kalten Keller ohne Nahrung eingesperrt. Und getraute mich nicht mehr den Kleinen nachher zu suchen, aus Angst sie auf eine Fährte zu bringen. Ich wollte ihn nur nicht in die gleiche Scheisslage bringen in der ich war. Ich sage: "Ich habe Schulden und nur einige Peseten im Sack, sicher kannst Du mir nicht helfen." Ich schaue ihn an, zerrissene Kleider, mager wie eine Bohnenstange, eingefallene Wangen die Spuren vom Strich die auch er trägt. "Dir scheint es auch nicht gut zu gehen. " "Sicher geht es auch mir nicht gut, wie allen von den unseren. Doch ich möchte mich Dir gegenüber erkenntlich zeigen. Bitte verweigere es mir nicht." Er hält mir einen kleinen Beutel mit Stoff hin. "Das ist alles was ich habe, habe es gerade heute mit meinem letzten Geld gekauft. Aber ich brauche den nicht unbedingt, kann es auch mit Leim und den findet man reichlich. Nimm das, denn Du hast mir seinerzeit wirklich aus der Patsche geholfen. Leider kann ich Dir nicht weiter helfen, denn ich komme im Leben auch nur Tag für Tag über die Runden." So etwas. Ich bin am Anschlag und ein Engel begegnet mir. Eigentlich weiss ich schon, dass er mich anlügt, man kann nicht auf Leim zurück wenn man es schon mit richtigem Stoff macht. Doch egoistisch wie ich jetzt geworden bin, nehme ich den Beutel und mein Schicksal für die Hölle wird noch mehr besiegelt.

Die Kirche


Doch ich war schon so lange nicht mehr in der Kirche und getraue mich auch nicht, zum Priester zu gehen, denn mein Sündenregister ist so lang und kein Priester würde mir Absolution erteilen. Das letzte Mal als ich eine Kirche betrat, wurde ich vom kugelrunden, pausbäckigen Priester hinausgejagt. Er hatte mich nur angeschaut, mit meinen eingefallenen Wangen, den Einstichen die auf meinen nackten Armen zu sehen waren. Er wartete gar nicht um zu hören wieso ich in der Kirche war. "Von mir bekommst Du nichts für Dein Laster" schrie er mich an "Du ziehst mir die anderen Ganoven nur an. Verschwinde von hier, ich habe mit Euch nichts zu tun." Draussen musste ich erst mal wieder Ruhe gewinnen. Ein bärtiger graumelierter Tourist, der in der Kirche gewesen war, kam kopfschüttelnd heraus und durch die Tür, die er einen Spaltbreit aufgetan hatte, konnte ich hineingucken. Der Priester schwang seinen Weihrauchkessel, dass es nur so räucherte und mutterte Beschwörungsformeln um die bösen Geister, die ich gebracht hatte herauszujagen. Ich hielt die Hand dem Touristen hin um zu betteln. Doch er schaute mich nur entgeistert an. Als ich sah, wie er den Photoapparat zückte um ein Souvenir von mir zu schiessen verschwand ich. Wollte ja nicht dass mein Konterfei in so einem Photoalbum in irgend einem Land voller fetten Touristen herumgereicht würde. Und erst noch gratis. Allerdings lungerte ich draussen herum und wollte wieder umkehren, denn vielleicht war es auch ein so einer, der ein billiges Erotikabenteuer suchte. Als dann eine Frau heraustrat, die ganz offensichtlich zu ihm gehörte, bin ich enttäuscht weggegangen. Seitdem habe ich mich nicht mehr getraut eine Kirche zu betreten, denn Gott ist offensichtlich nicht zugänglich für mittellose Sünder.

Ich komme endlich dazu mir einen zu spritzen

Doch zurück zu meiner Geschichte. Mir laufen vor Rührung die Tränen über die Wangen. Ich umarme meinen Engel und drücke ihn an mich. Ich brauche einen Freund. Doch, kaum hat er mir das Beutelchen in die Hosentasche gesteckt, kommen Schritte in unsere Richtung, wird ein fröhliches Lied gepfiffen. Er schaut hinter sich, erbleicht und zischt mir zu: "Rette Dich, die Bullen kreuzen auf!" und schon ist er verschwunden. Auch ich muss schnellstens wegspringen. Aber das Herz hüpft mir im Innern, dass doch jemand an mich gedacht hat, jetzt gerade im Moment wo es mir am schlimmsten erging. Und ich konnte nicht einmal Danke sagen. Diese Solidarität hatte ich noch nie erlebt. Und wer weiss ob ich den Jungen je wieder lebend sehen werde. Und kenne nicht einmal seinen Namen. Aber jetzt muss ich mich schnellstens einen spritzen. In einer verschissenen, dreckigen Toilette in einem heruntergekommenen Bahnhof, kann ich mich endlich einschliessen, die Nadel auspacken und mir den Stoff in die Vene injizieren. Kaum ist das Rauschgift in den Venen, fühle ich mich wie üblich nicht nur gut sondern gefährlich euphorisch. Doch für eine Zeitlang nach dem Stich war mir schwindlig. Wahrscheinlich war der Stoff nicht rein gewesen. Wo hat er ihn her? So wie er vor den Bullen weggerannt ist, ist anzunehmen, dass er gestohlen ist. Auch ich suche die Schmiere nicht unbedingt, aber so wegrennen, wie er es tat, muss ich nicht. Und dann passiert es, ich muss mich plötzlich ergeben, kniend spucke ich fast alles was in mir war in die Schüssel. Ich muss Luft schöpfen, habe Schmerzen im Bauch, einen fürchterlichen Säuregeschmack in der Kehle. Ich knie noch immer, lehne erschöpft an der Wand und muss mich noch ausruhen. Draussen wird an die Türe gepoltert. Eine tiefe Männerstimme ruft laut nach dem Wächter. Ich muss gehen. Ich reisse mich zusammen, stehe auf und gehe hinaus. Ich muss unbedingt etwas in den Magen bekommen, bevor ich wieder anstehe für neue Freier. Draussen regnet es jetzt wieder leicht. Ein graumelierter Herr in einem braunen Anzug, mit Aktenköfferchen und Zeitung in der Hand, steht vor der Toilette und wartet. Wie ich herauskomme, tritt er unvermittelt einige Schritte zurück, wie wenn ich ein stinkendes Tier wäre und flüstert zwischen den Zähnen, ich versteh es aber perfekt: "Diese verdammten stinkenden Squatter, sitzen uns auf der Tasche, versauen uns alles, verschandeln die Strasse und besetzen uns alles!" Wieder jemand der denkt wie Wills. Und ich fühle mich elend, ich schäme mich meiner, obwohl ich keinen Rappen von der Fürsorge beziehe. Sicher bin ich kein Parasit, meine Tätigkeit übe ich aus weil ich keine Möglichkeit gehabt habe einen Beruf zu lernen um zu leben wie ein Bürger. Die Organisation zwang mich, zu stehlen, zu betteln und unmoralisch zu leben. Sie nahmen mir mein Geld und meinen Pass, und mir blieb nichts anderes übrig als mitzumachen. Mit dem Geld das wir für sie anschaffen kaufen sie Waffen für die Papas Guerillatruppen, mit denen sie die Indios aus dem Stamme meiner Mutter ausrotten und die dazu dienen, meinesgleichen in der ganzen Welt zu unterdrücken und skrupellose Waffenlieferanten zu bereichern.

Martin

Das hat mir Martin gesagt. Martin war wunderschön, hatte blonde Haare und blaue Augen, eine ganz weisse feine Haut. Eine hohe viereckige Stirne hatte er, hatte schön geschwungene fleischige Lippen. Und gescheit war er. Er war Schweizer wie Will das Schwein und Blam der Gangster. Bewegte sich bereits dort in der Szene, wie er mir sagte. Er trug zwei kleine Ohrringe mit Brillanten am linken Ohrläppchen. Sein Vater trug scheint es auch Ohrringe und deshalb kaufte er auch welche seinem Sohn. Sein Vater missbrauchte ihn als er noch klitzeklein war. Als seine Mutter eines Abends von einer Sitzung spät heimkam und den Vater Martins mit Martin im Bett in der 6x9 Stellung entdeckte, rief sie der Polizei. Und verklagte den Vater. Martins Vater kam nicht ins Zuchthaus obwohl das in der Schweiz streng verboten ist. Er hatte so seine Beziehungen zum Juristenmilieu. Doch Martin kam ins Erziehungsheim, weil die Mutter überfordert war mit einem schwulen Sohn. Doch Martin wurde im Erziehungsheim missbraucht und es gefiel ihm gar nicht, denn sie versuchten ihn umzuerziehen zum Heterosexuellen und die Aufseher und die Kollegen zwangen ihn sie zu blasen. Er türmte. Schlug sich auf der Gasse als Stricher durch. Arbeitete als Dealer für die Organisation die seinerzeit in Zürich war wo Juan Juarez taetig war. Als Juarez mit Blam nach Mexiko zog, blieb Martin vorerst in Zürich. Bis er von der dortigen Schmier erwischt wurde und ans emigrieren dachte. Er versteckte sich im Frachtraum eines Flugzeuges (Die Organisation hatte auch im Flughafen ihre Kräfte, die ihm halfen) und flog nach Mexiko. Die gaben ihm dutzende von Decken, in die er sich einwickeln konnte um die Kälte zu eertragen.Und hier in Mexiko lernten wir uns kennen und liebten uns. Ich weiss noch, das erste Mal als er auf dem Flughafen ankam. Ich lungerte dort auch herum um Drogen abzuholen. Plötzlich kam er angerannt und hatte die Polizei auf den Fersen. Er rannte direkt in meine Arme. Kalt war sein Körper. Es war ihm peinlich weil er mich aus lauter Nervosität überhaupt nicht gesehen hatte. Er mutterte eine Entschuldigung und wollte weiter. Er kam nicht weiter, weil der Rückweg durch die Polizei gesperrt war und weil der Weg den er genommen hatte an der Wand vom Schuppen aufhörte, wo ich stand. Er tat mir leid, ganz kalt und doch heiss begehrt in meinen Armen und so schön. Er hat mir sofort so gefallen, dass ich ihm mein privates Versteck im Geräteschuppen anbot. Ohne zu fragen öffnete ich die Tür zum Schuppen und wir versteckten uns in einer Koje. Dies obwohl die Polizei gemäss einer unausgesprochenen Abmachung den Schuppen nie betritt. Und sie blieben stehen, und während wir so knieten, mit pochendem Herzen, die wir beide hörten weil wir so nahe aneinander knieten, hörten wir sie fluchen und kehrt machen. Wir waren so erhitzt, und ich so verliebt, dass ich ihn sofort umarmte und seine kalten Hände, dann seinen ganzen kalten Körper so insbrünstig küsst dass er ganz heiss wurde.. Im Heu liebten wir uns. Martin war sehr intelligent und durchschaute die Leute und er hat für seine Erkenntnisse auch mit dem Leben bezahlt. Erdolcht auf offener Strasse vor den Augen eines Freiers.

Ramon wird erstmals erwähnt

Des gleichen der mir immer nachstreicht. Was will der von mir. Sieht aus wie ein Ausländer und ist kein Ire wie mein Vater und kein Yankee. Gefällt mir eigentlich noch mit seinen krausen schwarzen Haaren, seinen blauen Augen und seiner knochigen schlanken Statur. Und so einen schönen Po hat er. Ich vergehe fast vor Lust. Wäre ein Labsal nach dem schleimigen fettwanstigen Will der mich immer so schlimm behandelt. Und dabei hat Will eine Knoblauchausdünstung, dass einem jegliche Lust am Sex vergeht und man am liebsten Chili con carne essen möchte, Nicht dass ich das kenne, unsereiner kann sich das nicht leisten aber die Touristen fragen immer danach und ich schicke sie immer zu Pedro beim Centro Commerciale, weil der mich mag und mir manchmal welche Reste die Touristen übriglassen zu essen gibt wenn ich ihn anlächle. Ansonsten ist der Pedro zu dick wie ein Rhinozeros, ich kann mir nicht vorstellen, wie ich unter ihm liegen sollte ohne plattgewalzt zu werden. Gott sei dank hat er nie mit mir schlafen wollen, ich hätte es nicht gewagt, ihn abzuweisen. Ich glaube er steht mehr auf Mädchen.

Knoblauch...

Diese Schweizer scheinen Knoblauch in rauen Mengen zu brauchen in der Küche. Und auch zwischendurch nimmt Will Knoblauchpastillen um gesund zu bleiben. Und zusammen mit dem Bier, das er in rauen Mengen sauft, ergibt das eine furchtbare Ausdünstung. Und auch sonst sind meine Freier nicht gerade von Apollo abstammend. Sind meist pensionierte Yankees oder zu wohl ernährte Geschäftsleute die nach Schweiss und gewürzter Küche stinken, was für mich mit meinem chronisch knurrenden Magen recht mühsam ist. Wenn man recht überlegt ist es ja auch unnötig, dass sie schön sind, wichtig ist das Portemonnaie und t im allgemeinen ist bei den dicken hässlichen das Portemonnaie schön gespickt. Für das Übrige versuch ich mich anderweitig bei meinesgleichen schadlos zu halten. Doch in letzter Zeit, seitdem ich Raúl nicht mehr habe, bin ich in dieser Beziehung ein Waisenkind.


In der Kleiderboutique

Ich hoffte dieser schwarzlockige Freier würde mich endlich aufgabeln und aus Mexiko hinausbringen. So wie es jetzt ist, und er nur so umherstreicht, um mich herum, bringt mir das nur Ärger bei den Anderen. Sie misstrauen ihm und deshalb auch mir und beschatten mich. Doch heute habe ich ihn noch nicht gesehen. Seltsam. Jetzt stehe ich wieder an meinem Stammplatz, am Strassenrand bei der Kreuzung. Frierend in den zum Teil zerschlissenen Jeans, dem leichten T-Shirt und dem zu kleinen Jeansjäckchen. Kleider die meinen schlanken Körper nicht bekleiden, sondern vor allem erotisch feilbieten sollen. Einige Passanten hasten an mir vorbei, so ein Strichjunge ist ihnen sowieso suspekt, andere betrachten meinen Körper durchdringend, und ich wackle mit den Hüften, lächle aufmunternd, um sie aufzugeilen, sie lassen es dann aber sein. Sehe ich so krank aus und haben sie Angst angesteckt zu werden und ihnen Scherereien zu bereiten? So junges Fleisch sollte die alten Freier doch anziehen. Ich wundere mich. Wie sehe ich aus? In der Nähe hat's eine Modeboutique. Wie wenn nichts wäre gehe ich dort hinein. Der Verkäufer schaut komisch, sagt aber nichts, denn er denkt "Vielleicht hat der Geld vom Freier." Ich betrachte die modischen Jeans die eingetroffen sind. Da hat es weinrote Lederjeans. Bei den Jacken die ausgestellt sind, finde ich eine Jacke in der passenden Farbe dazu. Wie der Verkäufer grad nicht schaut, nehme sie mit in eine Umkleidekabine, ziehe sie an und betrachte mich im grossen Spiegel. Natürlich habe ich einen grazilen Körper und vor allem die Hose, die satt anliegt und die rote Satinlederjacke bringen meine Kurven schön zur Geltung. Und mein kupferrotes langes Haar passt zum rot des Satin. Was mir einfach fehlt, ist ein kleiner Ring möglichst mit einem Diamanten in meinem rechten Ohrläppchen. Oft stehe ich an der Avenida de la Revolucion vor dem Bijouteriegeschäft und glotze die Dinger an. Doch zahlen könnte ich sie nicht. Wieso sind so schöne Gegenstände nicht für mich und würden mir doch so gefallen? Dafür hat der schmierige. dicke Will gleich zwei solcher Ringe an einem Ohr hängen. Ich versuchte ihn anzubetteln, doch er hatte kein Musikgehör. Ich würde es ihm auch stehlen, denn man kann diese Ringe öffnen, z.B. wenn er neben mir schnarcht, nachdem er mich gestraft hat und gekommen ist. Aber die Strafe vom Juarez wenn ich das machen würde, hält mich davon ab. Auch andere Freier habe ich angebettelt, aber keiner konnte sich entschliessen mir einen zu kaufen. Ich muss wohl nicht schön genug sein. Denn den Geliebten kauft man ja alles, egal wie teuer es ist, habe ich mal in einem Roman gelesen, der überdies, wie Martin sagte, bei uns verboten ist, weil die Priester sagen es sei pervers.

Ein sündiger Gedanke


Mein eigener Körper gefällt mir immer wieder obgleich das den Priester bei meinem Vater immer schockiert hat. ich kann nicht anders und liebe mich. Ich gehöre ja sowieso tief unten in den
7. Kreis der Hölle und seitdem ich darüber aufgeklärt wurde von Marco in meinem 10. Altersjahr gehe ich nicht mehr in die Beichte. Die Kirche darf ich sowieso nicht betreten, denn mein Vater hat meine Mutter nie katholisch getraut. Hat sie en passant auf einem Streifzug vergewaltigt und daraus bin ich entstanden. Was Gott dabei gedacht hat kann ich mir nicht vorstellen. So einen Gott braucht man nicht. Als ich vom Onkel wegrannte zu ihm, war meine Mutter bereits tot. Dann hat sich mein Vater nur so Proforma vom Priester des Quetzalcoatl trauen lassen, mit einer der vielen unehelichen Töchter meines Onkels des Priesters, weil ihn das amüsierte wie man dabei noch zusehen konnte wie mein Onkel verkleidet in Vogelfedern und mit einem riesigen Vogelschnabel über den Kopf gestülpt, zwei ganz kleine Kinder, ein Mädchen und einen Buben, vergewaltigte im Namen des Gottes Quetzalcoatl. Meine Cousine war das Mädchen und ich der Bube. Aber ich war störrisch und weinte, weil ich mich auf ganz gemeine Art hintergangen fühlte und kratzte ihn wie er mich von hinten durchbohrte mit seinem Ding so dick und gross war dasjenige der Figur des Quetzalcoatl, die bei uns im Tempel steht und an dem ich immer mit Furcht vorbeigegangen war, denn es hiess er spiesse alle auf die perverse Gedanken hätten. Und bei Gott, was für perverse Gedanken pflegte ich zu haben, wenn ich mir nachts vorstellte, wie mich mein kleiner Cousin auf die Lippen küsste. Und wie es mich wohlig durchbebte wenn ich auf den Knien meines Onkels galoppieren konnte, während seine muskulösen Arme mich an seine haarige Brust drückten. Ich spürte die Gefühle in mir, die der perverse Skorpiongott vermittelt.

Eine Vernunftheirat

Mein Vater, genannt "The red raving monster" wollte sich in die Familie meiner Mutter, die aus einer alten adligen aztekischen Familie stammt, einheiraten um die Indios meines Dorfes als Verbuendete zu gewinnen. Mein Grossvater ist der Häuptling und mein Onkel der Quetzalcoatl Priester der mich vergewaltigte. Mein Vater brauchte nicht zu heiraten um sich zu amüsieren er tat es einfach wo es ihn befiel und mich hatte er im Tempel selbst gezeugt, denn ein Gringo ist so schwer von Begriff dass er es nicht merkt wenn er in einem Tempel der Ureinwohner ist. Er tat so was nur wenn es ihm einen strategischen Nutzen gab, in Erfüllung seiner beruflichen Pflicht sozusagen.

Zurück zur Kleiderboutique

Doch zurück zum Kleiderladen. Ich sah mich im Spiegel und das fuchsrote Jeansensemble passte wunderbar zu meinen rotbraunen Haaren und rehbraunen Augen, die junge Verkäufern betrachtete mich verliebt, während die ältere Ladenbesitzerin misstrauisch hinüberblickte. Aber ich erschrak über mein Gesicht. Ich war bleich, hatte Ringe unter den Augen, eingefallene Wangen. Und ich zitterte am ganzen Körper. Umso interessanter. dass sie mich so in den Laden gelassen hatten. Eigentlich war ich wirklich verliebt in die neuen Kleider. Aber kaufen konnte ich sie nicht. Ich dachte daran sie einfach mitzunehmen. In den Plastiksack wo ich meine Utensilien aufbewahre. Doch die alte Hure, die Ladengerantin, betrachtete mich so misstrauisch, und schaute nie weg, dass ich nicht dazu kam sie im Sack verschwinden zu lassen. Ich bedankte mich, ging hinaus und liess die Kleider zurück. Doch beim hinausgehen gelang es mir, noch einige Tangaunterhosen mitzunehmen, denn ich habe nie genug von diesen Dinger. Beim Ausgang hielten sie mich zurück. ich wollte wegrennen, doch ein stämmiger Gringo packte mich noch beim Gurt und zog mich zurück. Sie filzten mich sogar, nahmen mich in eine Kabine und die Alte hatte Freude mich überall, auch in den intimsten Orten zu betasten. Triumphierend zogen sie die Unterhosen aus meinen Taschen. Ich stiess ein Zetermordiogeschrei aus, wie wenn die Alte mich vergewaltigen würde und überrascht liess sie mich los. Sie liessen mich widerwillig gehen.

Wieder auf dem Strich

Wie ich aus dem Laden komme und meinen angestammten Platz einnehme, steht dort schon so ein kleiner Strassenbub in kurzen Hosen mit zerschlissenem Hemd und barfuss. Ich muss ihn wegjagen. Doch wie ich endlich allein dort stehe, merke ich, wieso dieser Platz so begehrt ist. Ein mittelalterlicher Gringo striehlt umher. Es ist nicht derjenige mit den schwarzlockigen Haaren und den blauen Augen. Doch er hat eine attraktive Taille, eine Glatze und braune Augen. Trägt kurze Rohlederhosen, mit Kühen bestickte Hosenträger, ein Polohemd und ein rotes Gilet. Auf den nackten Armen sind eine Kuh und ein Senne tätowiert und er trägt eine teure Uhr aus der Schweiz. Diese Schweizer müssen ihre Luxusuhren immer zur Schau tragen, so dass sie ihnen garantiert gestohlen wird und sie dabei womöglich noch weichgeschlagen werden. Ich werde ihm diese Freude machen, ihn von seiner Uhr zu erlösen. Von der Schweiz habe ich viel gehört, weil mein Alter auf dieses Land abfuhr und alles, was von dort kam, sammelte. Sicher bin ich attraktiver als so ein ungewaschener Strassenlümmel. So schlimm es mir auch gehen mochte, immer legte ich Wert darauf sauber und wohlriechend zu sein. Wie andere träume ich davon. einen richtigen Schatz, aus Europa, den ich lieben könnte und der mich liebt und nach Europa bringen würde. Und wie mich dieser Liebhaber verlangend anschaut. Er kann ruhig ein bisschen älter sein und nach Wohlstand aussehen. Wie er immer wieder um mich herum lungert. Und ich stelle mir ihn nackt vor im Bett, mit einigen graue Haaren an den Schläfen, seinen braunen Augen und seiner schlanken Statur, wie ich seine Glatze liebevoll küsse. Soll er doch mich nehmen! Er hat einen lieben Blick, die Sachen die kurzen Dicken wie Willy und andere Machos von mir verlangen, die würde er von mir sicher nicht verlangen, sage ich mir. Und Geld hat er. Schade dass er sich nicht entscheiden kann, mich anzusprechen, ich würde ihm sofort um den Hals fallen. Wie ich auch seine Blicke beantworte und mit den Hüften wackle, immer bleibt er auf Distanz. So scheu, gar nicht so wie ich diese Schweizer Sextouristen kenne. Aber vielleicht sucht er nur einen Jüngeren, der einem so einen gewissen Nervenkitzel gibt, weil es in seinem Land nicht erlaubt ist. Aber dann wäre er dem anderen, dem Pedro nachgelaufen. Ich entscheide mich, selbst aktiv zu werden, wenn er sich nicht getraut. ich gehe resolut auf ihn zu, mich präsentierend und ihn anlächelnd, Aber er reisst aus. Geht in ein Pissoir. Ich nehme es als eine Aufforderung an. Folge ihm, auch hinein in das öffentliche Lokal, stehe am Pissoir gerade neben ihn und schaue ihn verlangend von der Seite an. Werfe auch einen verstohlenen Blick auf sein bestes Stück. So ein mickriges Stück, aber das Portemonnaie und die Uhr zählt. Meine Hand reist aus, befühlt sein armseliges Stück. Und schon ist's gewachsen. Ich zwinkere mit den Augen und gehe in Richtung der Kabine. Endlich, hat er's verstanden, wirft den Peso in den Schlitz. Wir gehen beide hinein und ich blase ihm einen. Aber er ist ziemlich gehemmt, gibt mir eine Fünfhundert Peso Note und verschwindet kaum ist's gekommen. Doch ich habe profitiert und bin nun der stolze Besitzer seiner Rolex. Gehe im hinteren Ausgang heraus und sehe auch gleich den Grund seiner Gehemmtheit. Denn vor der Tür steht ein dickes Weibsstück mit einem „Pürzeli“ und schimpft auf ihn ein. Er wird ihr erklären müssen, was mit der Uhr passiert ist. Doch ich bin auch traurig. Ade mit meiner Hoffnung auf eine Reise in die Schweiz. Auffällig stolziere ich vor dem Pissoir herum, aber er kann nicht reagieren vor seinem Pürzeliweib. Aufgeregt gestikuliert er mir wegzugehen und macht seine Frau noch auf mich aufmerksam. Jetzt muss ich sputen um wegzukommen, weil mich ein Polizist durchdringend anschaut. Wie schade. Denn immer noch hoffe ich sogar von so einem Touristen in sein Land mitgenommen zu werden. Ich wäre alle meine Sorgen los.

Traum von der Schweiz

Ich stelle mir die Schweiz vor als ein schönes sauberes Land in Europa, wo es schöne fette Kühe und hohe Berge mit Schnee gibt, bewohnt von gesunden fetten Menschen in schönen Kleidern, die immer nur Schokolade essen. Wie sie auf den Photos im Kalender abgebildet waren, den mein Vater in seinem Büro aufgehängt hatte. Einmal hatte mir mein Alter ein Schokoladerechteckchen gegeben, um mich gefügig zu machen. Denn einmal war ein Schweizer vorbeigekommen, der Waffen verkaufte, hatte eine gute Laune weil er ein gutes Geschäft gemacht hatte und hatte Schokolade mitgebracht. "Für die Kinder" Hatte er gemeint. Er hatte nicht überlegt dass Schokolade nicht lange hält in unseren Breitengraden und dass Kinder in unserem Lager lieber mit Waffen spielen. Mein Alter frass fast die ganze Schokolade auf, aber das bisschen, dass ich noch erhielt, war verdammt gut. Ich träume immer von den schneebedeckten Bergen, den dunkelblauen Seen und den Kühen, die auf dem Umschlag abgebildet waren. Nicht um die Kühe zu bespringen, sondern weil ich flüssige Schokolade ums Leben gern habe. Die Milch dazu kommt ja direkt von den Kühen, hat man mir gesagt. Hier in Mexiko gibt’s auch einen hohen Berg, den Popocatepetl, doch der trägt keine grünen Wiesen und behäbigen Bauernhäuser, sondern magere Heiden und schäbige Hütten. Und überall hat's Müll alles versauft drin. Dort wo ich geboren bin, gibt’s Berge die aber sind mitten im Urwald und tragen Bananenplantagen statt saftigen Wiesen und statt Kühen gibt’s Affen. Die geben keine Schokolade. Im allerbesten Fall werfen sie einem Gegenstände auf den Kopf. Hier in Mexiko gibt's schon Kühe, aber die sind ausgemergelt und geben kaum Milch und so wenig, dass es für flüssige Schokolade nicht langt. Eines Tages werde ich sicher auf diesen Popocatepetl steigen. Vielleiht hat's im Krater noch eine kleine Schweiz.

Ich erschrecke ob meinem gespensterhaften Aussehen

Wieso hat er so Angst vor mir, fragte ich mich. Ich hehe zu einem Photoautomaten, besehe mich im Spiegel. Ich sah einfach grauenhaft aus. Die eingefallenen Wangen, die Augen tief eingegraben. Einstiche sichtbar. So wie ich aussehe und mich anziehen muss, kann ich verstehen dass er mich verabscheut wie ich mich auch verabscheue. Ich muss meine Hoffnung von einem reichen Europäer aufgegabelt und nach Europa gebracht zu werden, wohl aufgeben. Doch das Geld und vor allem die Uhr habe ich noch auf mir. Das ist gefährlich. Wenn die Polente die bei mir findet, nimmt sie sie mir sofort ab. Ich kenne so einen kleinen Laden, ein Hehler, der kauft diese Sachen sofort ab ohne lange nach dem woher zu fragen. Manchmal ist er ziemlich aufdringlich, dieser Zwerg, mit einem Ziegenbärtchen und einem Sennenkäppi auf der Glatze. Doch heute lässt er mich in Ruhe und gibt mir einen schönen Betrag für die Uhr.

Ein impulsiver Kauf

Eigentlich sollte ich es behalten um es Juarez abzuliefern. Aber die roten Jeans und das Satinjäckchen gefallen mir doch zu sehr. Natürlich wird er mich schlagen, doch das ist mir jetzt wurst. Ich gehe ein zweites Mal in den Laden und kaufe sie mir. Soll ich sie in meinem Versteck wo ich mein Geld vergrabe, verstecken? Ich bin zu eitel. Ich ziehe meine neuen Kleider an und nehme die alten im Plastiksack mit. Die neuen Klamotten haette ich lieber nicht angezogen. Denn ich wurde zur Zielscheibe für den schlimmsten Freier.

Blam lässt grüssen

Plötzlich kreischen Reifen. ich fahre zusammen, eine Luxuslimousine lang und schwarz, mit verdunkelten Scheiben, fährt aufs Trottoir und hält an. Die vordere linke Scheibe wird heruntergelassen und der Chauffeur winkt mir mit dem Arm. Ich nähere mich. "Mein Herr zahlt gut, wünscht aber absolute Diskretion. Er ist inkognito. Er erwartet absoluten Gehorsam. Gnade Dir, sollte irgend jemand auswärtiger etwas erfahren von seinen Neigungen. Auf jeden Fall wird's keinen Grabstein geben." Und er lacht nervös. "Alle Perversen die meinen Herrn bedienen werden bestraft. Aber Strafe bekommst Du sowieso, nicht wahr," sagt er augenzwinkernd. "Wir sind bestens informiert über Dich, dass Du von der Polizei gesucht wirst." Ich schaue umher ob ich irgendwo verduften kann. Doch dieser Ivan, der Spitzel vom Juarez steht da und blickt gelangweilt in unsere Richtung. Alles war abgekartet. Und dann ist plötzlich die hintere Türe offen, der Chauffeur bedeutet mir, hineinzugehen. Ich schaue hinein. Der Herr, der im Fond sitzt, ist Blam, Wills und Juarez Chef und graue Eminenz. Mehrfacher Millionär, Waffenschieber und war in der Politik als Verfechter für intaktes Familienleben in der Schweiz bekannt, bevor er von dort wegen seiner Beziehungen zur Mafia flüchten musste. Er lässt keine Möglichkeit aus, zu fordern, dass man für Randgruppen, wie der der ich angehöre, weniger soziales Geld ausgeben soll. Martin hat es mir gesagt. Er sammelte alles über diesen Typ. Wahrscheinlich versuchte er ihn zu erpressen und das hat ihm später das Leben gekostet. Wieso sie mich am Leben liessen ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich hat es etwas damit zu tun dass ich der "kleine Freund" Juarez' bin. Und der Sohn General McDuffs. Obwohl die Leute immer meinen, solche wie ich seien aufs einfach zu verdienende Geld aus: es ist nicht wahr. Ich erfülle den "Beruf" den ich habe nicht aus Freude oder Neigung. Ich habe keine andere Wahl. Aber dieser feine Herr schimpft immer über uns und nützt uns trotzdem aus. Er wurde informiert, offensichtlich von "Will" dass sie mich bei der Contaguerilla weggejagt haben, was ja nicht stimmt. Deshalb nehmen sie an dass ich immer willig bin. Er trägt eine dunkle Sonnenbrille. Ich lehne an das Autofenster denke dass er verhandeln will. Doch das hintere Fenster wird hinabgekurbelt, ein Arm packt mich beim Gürtel und zieht mich hinein. Durchs Fenster. Es war so schnell, dass ich es kaum realisierte, mich nicht wehren konnte. Kaum bin ich im Auto, drückt er mich auf die Knie und schliesst das Fenster. Sofort fährt der Chauffeur weiter. Er kehrt auf die andere Strassenseite mit grosser Geschwindigkeit. Einige Autos hupen. Durch die scharfe Kurve wurde ich auf seine Blams harte Knie geworfen, mit dem Oberkörper zwischen seine offenen Beine. Ich will mich aufrappeln. Doch der Kerl langt mir mit einer Hand in meinen Schritt und drückt fest, mit der andern reisst er mir die Jacke zusammen mit dem T-Shirt über den Kopf hinweg ab. Er zieht an meinen Brustringen, mich an ihn drückend. Mein Körper ist festgeklemmt zwischen den Beinen Blams , eine Hand öffnet meinen Hosenschlitz und gleitet hinein, während die andere Hand meinen Kopf auf den mächtigen Schoss drückt. Ich kann nicht anders, schlecke im mir auferlegten Rhythmus die tiefrote Eichel. Langsam komme auch ich in eine Euphorie. Doch er will mir keine zu grosse Freude bereiten. Er stöhnt, packt mich unter dem Po und zieht mir die Hosen aus, löst seinen Gurt und schon prallen die Schläge des Lederriemens auf meine Arschbacken und zwischen meine Beine. Mit einer Hand drückt er meine Hoden zusammen. Wir stöhnen nun im Takt, Blam aus Freude, ich vor allem weil er mir Schmerzen macht. Dann dreht er mich um, setzt mich rittlings auf seine Knie. Ich bin aufgespiesst auf seinem Schoss, und spüre wie es langsam in mich hineingleitet. Der Herr trägt einen Gummi, da er sich nicht infizieren möchte. Eine Hand hält mich hinten an den Backen, die er tätschelt, die andere drückt an meinen Brüsten und zieht an den Ringen, langsam und so stark, dass mein Schmerzensstöhnen zu einem lauten Schreien wird. Denn mein Anus war trocken und die Reibung schmerzt. Gleichzeitig dringt ein Finger neben dem Penis in mich, und gehorsam wippe ich mit meinem Hintern hinauf und hinab. Ich werde gefährlich auseinandergerissen. Der Herr stöhnt und sein Gummi dehnt sich. Dann, bevor es ihm kommt, hebt er mich empor und lässt meinen Körper hinabknallen zwischen seine Knie. Ich knie nun vor ihm. Er entfernt das Präservativ. "Oeffne Deinen Mund" befiehlt er. Ich knie mit halbgeöffneten Mund. Er drückt und der Inhalt spritzt in meine Kehle. Ich muss das grausige Zeugs schlucken um wieder zu Luft zu kommen. Offensichtlich ist er jetzt in Form, er packt mich an den Schultern, zieht meinen Oberkörper wieder über seine Knie und reibt über meine Hinterbacken mit einer rauen Küchenraspel. Das Blut fliesst an meinen Innenschenkel hinab. Der Wagen steht jetzt, die Türe wird aufgerissen und der Chauffeur zieht mich hinaus, wirft mir die Kleider nach und auch den Plastiksack mit den alten Kleidern und fährt davon.

Mühsamer Heimweg

Ich bin jetzt mutterseelenallein in einer Kiesgruppe, auf dem Land und es regnet wieder leicht. Mühsam ziehe ich die Hose, das T-Shirt und das Jäckchen an. In der Hosentasche meiner neuen Hose steckt jetzt eine mickrige 20 Dollar Note, alles für diese Quälerei. Ich stehe mühsam auf und humple in die Richtung wo ich hohe Wohnsilos sehe. Doch vorerst hat’s noch Blechbaracken am Strassenrand, Männer stehen herum die mich antörnen und mich jagen um mich zu vergewaltigen. Doch ich kann nicht schnell genug rennen. Einer packt mich am Gurt, hält mich fest, öffnet mir die Hosen. Doch ich kann mich losreissen, aber reisse auch einen Teil meiner Hosen weg. Ich renne weg, halte die Hosen mit beiden Händen. Erst nach einer Viertelstunde getraue ich mich stillzustehen. Schaue hinter mich. Meine Angreifer sind zurückgeblieben. Ich kann die Hosen mit der Hundeleine notdürftig befestigen. Etwa eine Stunde habe ich zu laufen bis zur Endstation des öffentlichen Verkehrsmittel. Es ist ein Vorstadtbahnhof. Aus einem glücklichen Einfall heraus versorge ich den Plastiksack mit den neuen Hosen und dem Satinjäckchen in einem Schliessfach. Ein Zug wartet bereits. Es ist der letzte Zug in das Zentrum heute Nacht. Ich renne. Doch wie ich den letzten Wagen erreicht habe, eingestiegen bin, bemerke ich im Wagen suspekte Leute die bereitstehen. Kontrolle! Ich kann mir nicht erlauben in dessen Fänge zu geraten, springe vom fahrenden Zug ab. Und mein Po prallt ziemlich hart auf den Boden. Die Hand auf die ich mich stützte, ist aufgeschürft und tut mir weh. Ich bin komplett durchnässt.

Ein liebes Frauenzimmer

Wieder stehe ich am Trottoir. Warte auf jemanden, der mich mitnimmt ins Zentrum. Es quietscht. Ein Auto hält vor mir. Die Frau öffnet das Fenster, fragt mich ob ich mitkomme. Sie hat harte Gesichtszüge. Um ihre silbern gefärbten Lippen und ihre bös blickenden stahlblauen Augen sind Fältchen von kaum unterdrücktem Lächeln. Ich habe düstere Vorahnungen. Ganz gespannt schaue ich hinten ins Auto ob sich vielleicht jemand dort versteckt. Hinten ist die ganze Sitzreihe überbeladen, und im Fonds des Lieferwagens ist eine unbeschreibbare Unordnung. Alles ist überdeckt von einer Wolldecke. Soll ich wirklich einsteigen? Wie sie sieht dass ich zaudere, hält mir eine Tausend Peseto Note hin. Ich gebe meinen Widerstand auf. Ich brauche das Geld wirklich dringend. Kann es mir nicht erlauben das Angebot auszuschlagen. Habe ja alles für meine neuen Kleider ausgegeben, die ich mir doch nicht getraue anzuziehen und habe trotzdem immer noch keinen reichen Ausländer aufgegabelt. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen steige ich ein. Sie gibt mir das Geld und ich stecke es in die Tasche meiner Jeans. Wir fahren los. Sie ist eine Blondine, mit grossem Busen. An einer Seitenstrasse vor einer Baustelle hält sie an. Fieberhaft neigt sie sich zu meinem Schoss nieder, öffnet meinen Hosenladen, saugt. Ich komme richtig auf Törn, vergesse alles was um mich herum passiert. Doch plötzlich fühle ich den Lauf einer Pistole an meinen Nacken gepresst. "Also doch," denke ich mich, "es war jemand dort unter der Decke." Doch lange kann ich nicht überlegen. "Halt die Hände über dem Kopf! Was tust Du meiner Verlobten," tönt es. Gehorsam halte ich die Hände hinauf. "Was fällt Dir ein, Manuela. Während ich schlafe hintergehst Du mich mit irgend so einem Lümmel." Sie schluchzt, heult und bringt es fertig sogar einige Tränen herauszudrücken. "Bitte entschuldige mich. Er hat so unschuldig ausgesehen, so jung. Sagte, er wolle nur zur Grossmutter fahren um ihr einen Besuch zu machen weil sie so krank ist. Doch er wettert weiter. "Das sieht doch jeder, dass der kein unschuldiges Rotkäppchen ist! Der ist mindestens 20 und an die Strasse gewöhnt." Er hat meinen Kopf in seine Hände genommen, zwingt mich, mich auf den Sessel zu knien um ihm in die Augen zu schauen. Drückt, ohrfeigt und dreht meinen Kopf so schnell von links nach rechts, dass mir ganz schwindlig wird. Dann plötzlich hält mir die Frau den Revolver an die Schläfe. Er öffnet er seinen Hosenladen. Sie drückt meinen Kopf hinab auf seinen Schoss." Es tut furchtbar weh. Diese Schlampe. Jetzt geben sie ihr Spiel schon auf. Doch ich hatte es bereits durchschaut. Türmen muss ich so schnell wie möglich. Denn mir wird’s an den Kragen gehen mit ihrem sadistischen Spielchen. Wenn nur nicht diese Pistole wäre an meiner Schläfe. Inzwischen hat er sich über sie gebückt, ihr die Tränen weggewischt und gesagt: "Ich glaube Dir, dieser Lümmel hat Dich nur verführt, strafen wir ihn." Alles während sie mich niederdrückt und die Pistole an meinen Nacken hält. Wenn sie nur nicht in der Euphorie losdrückt. Ich denk nur an dies. Fieberhaft geht es mir durch den Kopf, Wie kann ich mich retten. Doch jetzt kann ich nichts machen, Während ich mit dem Mund sauge, spüre ich den kalten harten Pistolenlauf. Und spüre wie der Finger so drückt dass es zittert. Tränenüberströmt seufzt sie. "Du vergibst, mir. Ich konnte nicht anders." Er nickt. Dann zischt sie ganz böse: "Wir müssen ihn ganz schlimm büssen." Mir wird's ganz mulmig. Doch halt, ich spüre den Pistolenlauf nicht mehr. an meine Schläfe. Während er dank meiner Zunge euphorisch wippt, gibt sie ihm einen Kuss. Ich muss handeln wenn ich hier heraus will. Denn die werden mich nicht laufen lassen. Da hat’s gar keinen Sinn zu bitten. Ich spanne mich und plötzlich drücke ich ihr meinen harten Kopf in ihr Kinn. Sie schreit, fällt hintenüber und hält sich das Kinn. Ich drücke mit einer Hand auf die Klinke oder das was die Klinke sein könnte. Ich habe Glück, habe den richtigen Hebel gedrückt. Die Tür geht auf, ich lasse mich herausrollen. Rolle mich sofort auf die Knie, stehe auf, renne weg. Doch kaum bin ich einige Schritte gerannt tönt es schon: "Stehen bleiben oder ich schiesse." Ich höre einen lauten Knall, spüre einen Luftzug am unteren Schenkel links, bevor ich in Deckung gehen konnte. Es hat mich überrascht. Ich verliere das Gleichgewicht und falle vornüber auf die Knie. Schon ist er vor mir und sie hinter mir. Ich bin wieder erwischt. Er packt mich an den Händen, zerrt mich zu einem Baum. Er bindet meine Hände am Stamm fest, und zieht mich an den Beinen horizontal in die Länge. Er zieht mir gleichzeitig die Hosen über die Beine, sie reisst mir das Hemd weg. Dann binden sie meine Knöchel unten fest so dass ich mit dem Rücken am Stamm lehne und fluchen mich an. Nehmen meine Hosen auf und entnehmen vor meinen Augen das Portemonnaie und das Geld aus der Hose. Ich schreie, hoffe dass jemand vorbeigeht und mich hört. Doch sie stecken mir einen Lappen in den Mund, der stinkt nach Motorenöl und ich huste so, dass ich fast ersticke. Dann zwingen sie mich, mich umzudrehen, binden mich mit dem Kopf und der Brust am Stamm fest, der mich aufschürft. Sie Peitschen mich, zuerst die Lenden und den Rücken. dann den Hinter. Um die Schmerzen zu ertragen, drücke ich die Wangen in den Stamm. Ich spüre wie mir die Tränen die Wangen herablaufen. Schon lange habe ich nicht so geweint. Es nützt aber nichts. Es passiert lange nichts. Es scheint, sie sind weggelaufen. schon hoffe ich, es ist fertig. Doch plötzlich dringt eine Eisenstange in meinen Po, krampfhaft beisse ich auf den Lappen im Mund, drücke mit den Wangen auf den rauen Baumstamm, um die Schmerzen weniger zu spüren. Plötzlich spüre ich das warme Blut die Kehle hinab fliessen, ich habe mich auf die Zunge gebissen. ich höre die beiden lachen. Und vor Freude stöhnen sie wie sie einander lieben, nachdem sie sich aufgegeilt haben. Kurz darauf höre ich sie wirklich weglaufen, die Autotüren werden zugeschlagen, ein Motor heult auf. Es wird ruhig um mich. Ich drehe und winde meinen Körper in den Stricken, hoffe dass sie sich lösen werden. Doch die Stricke beissen sich nur noch mehr in meine Haut. Ich bin allein, angebunden am Baum, kann mich nicht befreien und auch nicht um Hilfe rufen. Es ist jetzt ganz dunkel und regnet. Ich friere. Wieder versuche ich mich loszukrabbeln. Doch die Stricke schneiden nur noch mehr ein in mein Fleisch. Ich habe so viel Mühsal erlitten seit dem Morgen. Und offensichtlich hat die Natur Erbarmen mit mir. Erschöpft schlafe ich ein.

Die Retterin

Einige Zeit bin ich da am Baum festgebunden. Für mich ist es wie eine Ewigkeit. Dann spüre ich wie ich losgebunden werde. Eine aufgedonnerte geschminkte Fünfzigerin schaut mich aufgeilend an. Zeigt mir meine alte Hose und das Coke T-Shirt. Ein schnittiges Sportcoupé steht daneben mit offener Fahrertür. "Sind das Deine Sachen? Zieh Dich an." sagt sie. Ich schaue ziemlich enttäuscht drein, denn mein Jeansjäckchen und damit mein ganzes Geld ist weg. Nur die zerrissenen Hosen und das zerrissene Hemd sind noch übrig. Sie lacht, wie sie meinen Ausdruck sieht. "Bist wohl ziemlich ausgiebig benutzt worden!" Und während ich mühsam die Hosen und mein T-Shirt über meine Wunden streife, schaut sie mich weiterhin geil an. Das kann ja nicht gut werden. Mit dem Typ Weiber habe ich meine schlechten Erfahrungen gehabt. "Ich weiss was Du suchst und ich habe Dir was." sagt sie." Mein Körper versteift sich. Ich habe eigentlich bis jetzt keine guten Menschen kannengelernt, seitdem ich mich erinnere bin ich immer schlecht behandelt worden und hätte einen misstrauischen verbitterten Charakter entwickelt, wenn ich nicht trotz meiner schlechten Erfahrungen immer ein solch gutes Vertrauen in mein Schicksal gehabt hätte. Bin ich ein Fisch? Ich war so ein Sonderling, ein gutmütiger Trottel und in der Szene ein solcher Grünschnabel, dass niemand etwas zu tun haben wollte mit mir. Ich weiss ja nicht, was sie von mir will, besonders nach dem durchstandenen Erlebnis mit der anderen Blondine, Ich habe auch Frauen kennen gelernt, die dann von mir verlangten, dass ich ihren Freunden und Freundinnen als Sklave dienen sollte, mich von ihnen plagen liess. Diese hier ist aufgedonnert wie eine Hure und benimmt sich entsprechend. Und dann die unweigerliche Frage bei diesen Leuten. "Was kostet es bei Dir?"

Wenn ich ihr nicht so ausgeliefert wäre! Mein Körper verspannt sich noch mehr, mit Frauen konnte ich es nie. Schon seit dem frühesten Alter liebte ich nur männliche Wesen, wurde bei der Familie, die mich aufgenommen hatte, in den Hühnerstall gesperrt und sie behaupteten ich hätte ihren Sohn verführt. Prompt hatte es dann nicht geklappt, als ich doch wie alle anderen mit einer Freundin ausging und wir Lust hatten einander zu lieben. Sie hatte mich angeschnauzt und mich verlassen. Und ich realisierte, dass ich es im Grunde genommen nur mit Männer kann, Vater hin oder her, dass das meine Veranlagung war. Ich versuchte zu antworten, konnte aber nicht, es kam nur in Zischlauten aus meinem Mund. "Hast Du keine Zunge, um zu reden, Du Tunte," sagt sie. Dann realisierte sie, dass ich einen Knebel im Mund hatte, nahm ihn heraus. "Dein Körper wird ihm wohl gefallen". sagte sie, recht sybillinisch. Wer war dieser er? "Ich will und kann es nicht mit Frauen!" sagte ich, vielleicht zu trotzig. Sie lachte höhnisch "Natürlich ist es nicht für mich. Es ist für meinen Freund. Er ist von der gleichen kranken Sorte wie Du. Du sollst als sein Geburtstagsgeschenk fungieren, denn ich lade ihn heute ein!" Sie lacht. "Aber im Grunde genommen hast Du keine Wahl. Entweder Du kommst mit oder ich rufe die Polizei." Ich habe kein gutes Gefühl. Es ist also doch irgend etwas nicht koscheres, wahrscheinlich will sie den Freund mit meiner Hilfe zu etwas verführen. Wenn der verheiratet wäre könnte es sein, dass es ein Trennungsmanöver ist. Für mich dann ekelhaft, weil ich dann irgendwie dazwischen komme, verhasst von allen. Doch in meiner verzweifelten Lage habe ich keine andere Wahl, ich nenne ihr meinen Preis. So irgend etwas aus dem Stegreif und unmöglich hoch. Doch sie lässt nicht locker. Es folgt noch ein peinliches Feilschen. Und ich höre schon irgendwo Stimmen. Marschieren im Schritt. Der morgendliche Kontrollgang der Bürgerwehr. Ich will nicht erwischt werden und nehme rasch alles an. Dann befiehlt sie mir auf alle Viere zu gehen und wie ein Hund in ihren Wagen zu steigen. Eine Erniedrigung. Durch die ganze Baustelle, durch den Schlamm. Und niemand ist anwesend. Aber auch sonst. Keiner hätte für mich den kleinsten Finger gerührt wie ich durch den ganzen Hof kroch. Sie wären sogar noch schadenfreudig gewesen. Sie fährt mich zu ihrer Wohnung, weit weg in einem Luxus-Quartier. Es ist ein besseres Quartier, moderne Mehrfamilienhäuser für Gutverdienende. Und weit weg vom Stadtzentrum. Wegrennen kann ich hier nicht. Es hat keine Winkel wo ich mich verstecken könnte. Sie würden mich mit ihren Autos jagen durch die übersichtlichen Strassen, die Hauswarte und Diener der Gringos und einfangen und hätten dabei noch ihre Freude. Im Lift fahren wir hinauf in eine schöne Dachstockwohnung. Schön warm und wohnlich eingerichtet. Im Esszimmer hängt ein Bild wie in der Kirche. Ein St. Sebastian steht auf einem Podium, fast nackt, und lässt sich durch Krieger mit Pfeilen durchbohren. Sie sieht dass ich es anschaue. Der Mann gefällt mir und ich schaue gebannt auf den gutgebauten muskulösen Körper. Sie sagt es sei von Mantegna. Ich kenn den nicht, doch tue so als sei er mein Bettgenosse. "Ich will eine lebende Kopie dieses Bildes für die Geburtstagsfeier meines Freundes" sagt sie. Sie wirft mir einen Lappen zu, nimmt vier Stricke zur Hand. "Zieh Dich aus, zieh den Lappen kunstvoll unter Deinen Leib wie es auf diesem Bild hier ist." "Ich weiss," winkt sie ab, als ich etwas antworten will. "Du willst keinen Lappen tragen. Du bist schamlos und daran gewöhnt Dich ganz nackt zu präsentieren!" Das wollte ich nicht sagen. Ich habe einfach Angst. Ist das eine Verrückte die mich womöglich noch mit echten Pfeilen töten will. Und in diesem Land wird sie weil sie es mit mir tut sogar straflos machen können. Wenn sie in diesem Residenzquartier wohnt, wo scheint’s Minister und Präsidentengattinnen ein- und ausgehen. Doch sie lässt mich nicht zu Wort kommen. Und die Türe ist bewacht von Leibwächtern. Hab ich gesehen. Ich nehme ihr das gezierte Getue, dass sie jetzt an den Tag legt nicht ernst. Die ist sicher keine rechtschaffene Frau. Die ist eine Nute. "Ich erwarte Ramon zum Nachtessen." sagt sie weiter. "Ausgezogen, wirst Du an den aufgestellten Baumstamm gebunden bleiben während wir essen. Später beim Cafè, wirst Du unter dem Glastisch knien und ihm eins blasen, wie ihr das, glaube ich, üblicherweise macht." Es ist schlimmer als ich befürchtete. Gott weiss, wie es sich entwickeln wird, wenn dieser Ramon erst heimkommt. Mein Körper verkrampft sich noch mehr, hoffentlich werde ich nicht nackt auf die Strasse gejagt werden, wenn sie sich mal beim Schopf packen. Sie schaut mich an. Das Wasser läuft ihr im Mund zusammen wie sie mich betastet. Sie ist offensichtlich belustigt über meine Angst, packt mich um den Hals, zieht meinen Kopf hinauf und küsst mich ausnehmend auf die Lippen, wühlt mit ihrer Zunge in meinem Mund, dass ich ganz steif werde. Sie lacht, packt mich mit einer Hand unten zwischen die Beine an meiner stark angeschwollenen Ausbuchtung und reisst mir den Hosenschlitz auf. Vorsorglicherweise frage ich, da sie noch in so guter Laune ist: "Kann ich noch, bevor Sie mich anbinden, mein Entgelt haben, bitte?" Doch sie scheint nichts zu hören, oder ist vielleicht beleidigt, Sie hört auf mit dem liebkosen und ich atme auf. Schneidend befiehlt sie mir, "Zieh Dich jetzt ab, aber langsam, damit ich etwas davon habe!" Plötzlich hat sie eine Peitsche in der Hand, und mit dem Stiel schlägt sie mir ins Gesicht. Ich bin sowieso am Ende meiner Kräfte, habe keine Nerven mehr und bin verzweifelt. Still weine ich vor mich hin, und während ich umständlich zuerst die steifen Jeans über die Beine, dann die Jacke und das T-Shirt über den Kopf ziehe, laufen die Tränen über meine Wangen. Jetzt stehe am Baum. Ein hoher Gummibaum im Zimmer. Wie ich sie noch nie gesehen habe. "Ja, schau nur, "sagt sie. "Das ist ein Geschenk von Ramon." Ich verstehe nicht. Diese Bäume sind Luxus und sündhaft teuer. Und sie sagt, dass dieser Ramon schwul ist. Wieso hat er dieser Schlampe ein so grosses Geschenk gegeben. Und wieso lässt er sich von so einer zum Geburtstag einladen. Ich bin einfach bestärkt, sie ist wahrscheinlich dem seine Frau und will einen Skandal machen. So ein Pech. Dass ich in diese Sache hineingeraten musste. Aber ich kann nur abwarten und sonst nichts. Bin gleich weit wie vorhin als ich nackt an einem Baumstamm festgemacht war. Wieso hab ich mich überhaupt angezogen? Sie schaut durchdringend zu, wie ich noch das rechte Hosenbein überziehe. Während ich die Beine hebe, schaut mein Ding heraus zwischen den Beinen, ganz steif geworden. Dann zischt die Peitsche und sie freut sich wie ich meinen Körper unter den Peitschenhieben winde. Dann kommt sie direkt auf mich zu. Packt mich am Steifen und schlingt mir das Tuch um die Hüfte, bindet es mir hinter dem Hintern fest und tätschelt mir noch die Pobacken. Dann schlingt sie die zwei raue Stricke um meinen linken und rechten Armknöchel so fest dass sie in mein Fleisch schneiden, zieht meine Arme daran fest hinauf und bindet sie an den Baum bis mein ganzer Körper gestreckt, heiss von den Peitschenschlägen, mein Schwanz steif und erregt hinausgestreckt, gefesselt ist. Sie packt meinen linken Fussknöchel mit ihrer Hand und zieht daran den Fuss hinauf, schlingt darum das raue Hanfseil, das sie festzieht bis mein Knöchel ganz wund ist vom hineinbeissenden Seil. Sie bindet das Seil an einen Haken an der Wand, so, dass das die Sohle hinten hinauf schaut. Sie nimmt den anderen Fuss, schlingt auch darum das Seil und zieht mein Bein weg, und hinauf, bis ich ganz gespreizt am Baum hänge, beide Beine hinter dem Baumstamm kreuzförmig mit nach oben blickenden Sohlen an den Knöchel festgebunden. Mein Körper hängt hinab an den Armen festgebunden und mein Rücken reibt sich wund am Stamm. So sehe ich mich im Spiegel. Aufgeilend zieht sie ihren Pullover über ihre prallen Brüste, entledigt sich ihrer Leggins und schmiegt sich an mich während sie mit ihren Finger über meine Eichel reibt. Ich winde meinen Körper, verkrampfe mich um ja nicht zu spritzen, rufe aus "Bitte nicht.!" Doch nichts nützt, durch meine Verkrampfung werde ich noch mehr erregt und meine weisse schaumige Flüssigkeit spritzt in ihre Hände, an ihre Unterhöschen und läuft über ihre prallen Schenkel hinab. Auch an meinen Innenschenkel läuft es weiss hinab. Ganz verängstigt hänge ich an diesem Baum, vor dieser Frau, die mir Angst macht, möchte meinen Körper schliessen und kann es nicht. Sie herrscht mich an: "Was hast Du angestellt, kannst Du Dich nicht zusammennehmen. Schau das Bild an!" fordert sie mich an "so wird’s Dir ergehen, Du Sau. Ich werde Deinen ausgestellten Körper mit Pfeilen beschiessen, die mit in Nesselflüssigkeit getauchten Saugnäpfen bestückt sind, die an Deiner Haut haften, damit Du für Diese Frechheit büsst." Ich schaue auf den Sebastian, von Pfeilen durchbohrt, wenn sie es mir wirklich so machen wollen, wird’s ja ein ganz schlimmer Abend. Natürlich sind es keine richtigen Pfeile, aber Nesseln brennen furchtbar. Ich bereue mit ihr gegangen zu sein. "Bitte, lasst mich los. Das war nicht so abgemacht." rufe ich aus. Sie lacht dröhnend. "So bekommst Du jetzt kalte Füsse. Sei doch ein Mann. Und nicht so eine Memme." ruft sie aus. "Ihr vom linken Ufer seid offensichtlich alle verweichlicht. Wegen dem bisschen brennen. Du kommst ja nicht um. Und wirst gut bezahlt." Ich will heraus, traue ihr nicht. Denn wer weiss was noch geschieht bei solchen Sadisten. Für die ist ein Menschenleben unwichtig. "Bitte, lasst mich doch gehen." rufe ich, schluchzend. Hoffe sie wird endlich ein weiches Herz kriegen. Wieder lacht sie. "Du glaubst ja wohl noch an den Weihnachtsmann. Wieso sollten wir Dich gehen lassen. Wir kennen Deine Vorgeschichte bestens und Du bist kein unbeschriebenes Blatt. Die Polizei wird sich für Dich nicht einsetzen. Und im Ernst, wieso, glaubst Du, haben wir Dich genommen. Mit Deinem Aussehen, diesen eingefallenen Wangen. Sicher bist Du krank und könntest froh sein dass wir Dich erlösen. Tu nicht so unschuldig." Und wieder zischt es von ihrer Peitsche und wie ich meinen Körper winde und räkle, ich kann den schmerzenden heissen Peitschenschlägen nicht ausweichen, mein ganzer Körper erscheint mir im Spiegel Übersäht mit roten Striemen und das Blut läuft mir über die Schenkel hinab und vermengt sich mit meiner weissen Samenflüssigkeit. Endlich hört sie auf. "Jetzt können wir noch zusammen beten." sagt sie. Sie steht neben mich schaut mir in die Augen und steckt einen Finger in meinen Arsch. Bald rekle ich mich und sage ihr geflissentlich nach: "Herr Gott im Himmel. Ich danke Dir das ich wie mein Patron den Martyrertod sterben kann um zu Dir hinaufzukommen." "Gut machst Du es!" sagt sie, packt meinen Kopf und gibt mir wieder einen tiefen Zungenkuss. So ekelhaft. Ich will mich entziehen, kann es aber nicht. Dann lässt sie mich los, geht zum Büffet, nimmt einige Happen rohen Fisch, die sie mit den Fingern isst. Mein armer gepeinigter Körper hat ein bisschen Ruhe. Doch trotz meiner Angst höre ich meinen Magen knurren. Seit wie viel Stunden hatte ich nichts mehr zu essen? Ich fühle mich elend, still weine ich vor mich hin, und die heissen Tränen fliessen über meine Wangen. Offensichtlich wollen sie mich sogar umbringen. Sie kommt wieder zurück, eingehend betrachtet sie meinen nackten Körper, und fährt mir mit den Fingern darüber, die Arme, die ganz voll von Nadelstichen sind, die Brust an der Ringe mit kleinen Gewichten hängen und die Schenkel, die Waden, die Beine die noch ganz rot von den Peitschenschlägen Wills und der Frau sind. Dann hält sie mir eine Hand unter das Kinn und steckt mir mit der anderen ein Stück rohen Fisch in den Mund. Sie hat offensichtlich doch erbarmen. "Iss" sagt sie. "Man hört ja Deinen Magen knurren bis zum Buffet." Ich hasse diesen Fisch. Und es gabt anderes zu essen auf diesem Buffet. Aber Hunger habe ich und es ist nicht sicher, ob sie mir was anderes gibt. Ich verschlucke ihn. Doch der grosse Bissen in meiner Kehle nimmt mir den Atem und ich huste. Verkrampfe mich in den Fesseln zusätzlich und es schmerzt. Sie nimmt meine Hoden in die Hand, drückt daran herum dass mir ganz schlecht wird, dreht den Hodenring. Sie schüttelt den Kopf. "Ich glaube, ich habe hier ein seltenes Exemplar ergattert, Du scheinst eher überfordert. Doch ich zahle Dich gut, damit Du für die Geburtstagspartie für alle Wünsche zur Verfügung steht. Jetzt wo ich Dich im Schmerzen sehe, verstehe ich besser wieso dieser Ramon so für Dich schwärmt. Obwohl, krank seid ihr wohl allesamt, ihr Schwulen." Versteh ich richtig. Sie schmäht über diesen Ramon und will ihm ein Geburtstagsgeschenk machen. So eine komische Sache. Aber sie fährt fort: "Dein Körper sieht sonst ganz passabel aus, Dein Mund ist sensibel genug, damit Du ihn dann nach dem kleinen Bestrafungsritual schlecken kannst. Dein Hinter ist schön prall und einladend. Dein After scheint auch gut geweitet zu sein. Dieser Zapfen ist breit und nützlich und ich stosse ihn Dir hinein. Wir müssen ihn dann wegnehmen, damit ihn Ramon benützen kann. Hoffentlich wird er Deinen feinen Arsch nicht auseinander reissen!" Sie sagt das nur um mir Angst zu machen, doch die Aussicht etwas zu kriegen in meinen Hintern regt mich im Gegenteil an. Sie freut sich förmlich wie ich die Augen gross aufreisse und unvermittelt seufze. Dann packt sie mich wieder am Kinn, hebt meinen Kopf bis ich ihr in die Augen blicke, sagt: "Ich nehme an Du hast Erfahrung und kennst Deine Pflichten als käufliche Dirne. Sonst kann ich Dich nicht zahlen." Ich bin so aufgewühlt, ich kann fast nicht reden, nicke mit dem Kopf, sage fast stotternd: "Ich mache alles, was Sie wollen, Herrin, mein ganzer Körper steht zu Ihrer Verfügung und ich wurde seit frühester Kindheit von strengsten Herren dressiert." Mein unterwürfiger Ton gefällt ihr. Ich zittere, sie ist so anspruchsvoll, und ich kann es mir nicht erlauben, noch einmal wie bei Will nichts zu erhalten, denn ich brauche das Geld für den Stoff und muss Juarez Geld abliefern können. Ich kenne ihre Art. Sie ist falsch und egoistisch wie Will. Sie ist der treue Diener Typ. Radelt ständig. Bückt sich gegen oben, strampelt gegen unten. Und ich nehme an, sie ist auch aus der Organisation, doch gesehen habe ich sie noch nie dort. Ich hoffe sie damit zu erweichen, dass ich ihr sage: "Mein Körper liebt es, von Ihnen schmerzhaft gepeinigt zu werden." Beim Gedanken daran zittere ich. Ich schäme mich, so was zu sagen, aber die Angst ist so gross, ich kann nicht anders. Sie lacht mich aus. "Du wirst Gelegenheit haben ein Heiliger zu werden wie der auf dem Bild!" sagt sie und lacht schallend. "Dort wo ich Dich aufgelesen habe, habt ihr ja sowieso keine grossen Wünsche mehr anzubringen. Ich brauche immer gern die Dienste solcher wie Du. Wir werden uns köstlich amüsieren können, und ich hoffe, Dass Du ein schönes Geschenk abgeben wirst." Sie lächelt giftig auf den Stockzähnen. Ich hoffe, dass ich nicht noch heute Nacht schon wieder auf die Strasse gestellt werde. Denn wie kann ein Mann so ein Geburtstagsgeschenk wie mich lieben. Ein heruntergekommener perverser Strichjunge der dazu noch wie eine schlecht unterhaltene Occasion aussieht. Mit Ringen um die Augen, Einstichen im Arm, verschrumpelter Haut. Letzthin vor dem Spiegel in der Kleiderboutique habe ich noch zu meinem Entsetzen entdeckt, dass ich bereits Krähenfüsse habe um meine Augen! Nein Danke wird er sagen und ich muss ihm recht geben. Ich gehöre in den Abfall und werde es mir auch besorgen sollte ich mich noch lebendig aus diesem Abenteuer retten. Sie hat mir gesagt sie sei seine Freundin. Liebt er Frauen? Oder eher Männer wie sie sagt? Und sie ist erotisch schön und rassig. Und wieso sollte er sein Verhältnis aufs Spiel setzen wegen so einem mickrigen Strassenbengel wie ich es bin. Er wird alles machen was sie will mit mir. Und sie will ihn doch nur hochnehmen und dann bin ich der Leidtragende.

Irma denkt sich so ihre Sachen

In Wirklichkeit jedoch schaut sie José kritisch an. Sie ist sich nicht sicher, was sie von diesem Jungen halten soll. Ist er wirklich so verängstigt wie er tut oder ist das ein cleveres Schauspiel? Tief in ihrem Inneren hat sie Mitleid mit ihm, doch sie unterdrückt dieses Gefühl. Sie hat vom Juarez den Auftrag erhalten, den Jungen in einer Art Sexfolterszene umzubringen. Es soll für die Polizei so aussehen, dass dieser Gandarian ihn in seinem Rausch umgebracht hat. Denn die Organisation hat gemerkt, dass Ramon seit längerem um diesen Jungen streicht. Ramon ist ein erklärter Feind ihrer Organisation und möchte ihren Ring knacken. José ist untragbar und der Gandarian muss eliminiert werden. So wird man zwei aufs Mal losbringen. Juarez hat Angst, dass José Ramon zuviel Geheimnisse ausplappern könnte.

Das Martyrium am Gummibaum


Die Frau macht unbeirrt weiter. Sie zieht mir das Schamtuch weg. Und fährt mir mit den langen rot angemalten Fingernägel genüsslich allen Peitschenstriemen entlang, so dass ich erschauere, vor Schmerzen und Erregung zittere und mein Körper sich windet. "Sieh mal her, Dein Dings schwillt ja mächtig an, offensichtlich schwelgst Du in Deinen Schmerzen!" stellt sie erfreut fest, nimmt zwei Hunderternoten aus dem Portemonnaie (ein mickriges Entgelt für was ich ausstehen muss) und befestigt sie mit einer Klammer an meinen Hoden. Die Klammern drücken mich. "Was, Du bist nicht zufrieden? Für das, das ich Dir noch Freude mit Schmerzen bereite, ist das ein fürstliches Gehalt. Halte jetzt schön hin, je weniger du trotzt, um so schneller und angenehmer für Dich wird es über die Bühne gehen. Wir werden jetzt üben." Dann geht sie zum Buffet und während sie die feinen Speisen geniesst, kann sie zwischendurch die Nesselpfeilen auf meinen ausgestellten Körper abschicken. Und sie sagt mir noch. „Dieser Ramon, den Du sicherlich schon gesehen und gewünscht hast, wird Dir auch Fragen über unsere Organisation stellen." Ich bin erstaunt. Und rufe aus:" Ja, hat's denn damit zu tun?" Dann verstumme ich. Sie kommt mit ellenlangen Schritten auf mich zu. Gibt mir eine Watsche links und rechts, dass mir die Sinne vergehen. "Du Tolpatsch, würdest wohl alles ausplappern. Wir vertrauen Dir nicht mehr und offensichtlich mit Recht. Und haben das Gefühl, dass Du nicht mehr hundertprozentig zu unserer Organisation stehst, uns verlassen willst.“ Sie drückt mir die Hoden zu, dass ich schreie und dann säuselt sie mir ins Ohr: “Er meint, er könne Dich ausfragen über die Mafia. Und er weiss nicht, dass ich dazu gehöre." Also hatte ich recht geraten. Sie gehört dazu. Ist wahrscheinlich noch weit oben. "Wenn Du etwas aussagst über die Organisation, das er gebrauchen kann, sind Deine Tage gezählt.“

Und sie denkt,

„Die sind sowieso gezählt", denn so eine Menschen-Opferung auf Kosten eines Dritten gefällt ihr ganz besonders. Der Ramon lässt auf sich warten. Sie ist ja nicht auf ihn angewiesen. Denn sie kann ihn um ihren kleinen Finger wickeln. Deshalb wird sie profitieren, solange er nicht da ist. Den Kleinen prüfen und ihm Angst machen bis er ganz geschwächt ist. Denn der hält sowieso nicht viel aus. Die Nesselflüssigkeit ist vergiftet und er wird am Herzbeben sterben. Lachend geht sie nach hinten, nimmt sich ein Lachsbrötchen, nimmt einen tüchtigen Schluck vom Champagner, spannt einen der aufliegenden Bogen, legt einen Pfeil ein und zielt.

Dann beginnt das Ritual, die Abfragerei, eine Art Prüfung. Sie sagt: „Wir werden jetzt eine Art Generalprobe machen. Wenn du falsch antwortet, gibt's eine Strafe wie in der Schule. Beantworte jetzt die Frage: Weisst Du die Adresse des Chefs?“

Jose, aufgehängt am Baum, denkt

Mein ganzer Körper spannt sich während ich gebannt auf den auf mich gerichteten Bogen starre. Was soll ich nur antworten? Mir kommt keine andere Antwort in den Sinn als die richtige. „Kommt’s bald.“ tönt es und ich schwitze nur noch mehr. Es zischt und ich spüre einen stechenden Schmerz auf dem linken inneren Oberschenkel. Der Aufprall des harten Gummis auf die sensible Haut am Innenschenkel war ein Schock und die beissende Nesselflüssigkeit auf der nackten von der Geissel noch blutenden Wunde schmerzt so sehr, dass ich laut aufschreie. Schnell sage ich eine Adresse die mir einfällt, es ist die einer lieben Frau, die mir einmal zu trinken gab, als ich fast starb. Die Hure ist jetzt hinter mich gegangen, ich höre sie an ihrem Kaviarbrötchen kauen. Nervös erwarte ich, was kommen wird, verdrehe die Augen, um hinter mich zu sehen, mit verkrampftem Körper ziehe ich die Luft ein. Es zischt und diesmal fühle ich den Aufprall und stechenden Schmerz am rechten Hinterbacken, der vorhin im Auto mit einer Reibe ganz blutig gepeitscht wurde. Die Peitschenwunden schmerzen, die Flüssigkeit der Pfeile ist in die offenen Stellen gedrungen und es schmerzt höllisch, hinten und vorne. Ich schreie und die Tränen kollern mir die Wangen herab. Sie sagt: "Falsch. Ich kenne die Frau und Du beschuldigst sie ohne Grund. Dafür musst Du bestraft werden. Oder etwa nicht?" Ich beginne: "Ich wollte nicht...."Und ohne mir eine Pause zu gönnen ist sie wieder vor mir und bevor ich es richtig realisiere, haftet ein neuer Pfeil auf meiner besonders sensiblen rechten Handinnenfläche, die mir mit dem am Knöchel schmerzenden Strick am Ast festgebunden wurde. Die Nesselflüssigkeit brennt, ich versuche den Körper in meinen Fesseln zu bewegen, um den Schmerz der ins Fleisch schneidenden Stricke zu verringern und es schmerzt noch mehr in der Verspannung. Sie sagt schneidend: "Du hast Dich nicht zu wehren. Akzeptiere alle Strafen und Du wirst Dich nicht so verkrampfen. Ich will dass Du lernst die Strafen anzunehmen, die wir Dir zu Deinem Guten verschreiben. Oder glaubst Du es mir nicht, willst Du Dich weiterhin so störrisch benehmen?" Wieder lacht sie höllisch. Alles geht mir zu schnell, und ich fühle mich seltsam erschöpft. Und dafür hat die Partie noch gar nicht begonnen, denn dieser Ramon ist noch gar nicht da. Mir wird übel. Ich schaue auf, merke, sie zielt jetzt auf meinen steif herausstehenden Wipfel. Ich erschauere, schreie los, "Bitte, bitte hört auf, es ist unerträglich." Doch sie scheint in Trance, schaut mich mit grossen Augen und fixen Pupillen an, achtet nicht auf meinen Aufschrei. Die Regeln sind überschritten. Es zischt und der Pfeil haftet auf meinem linken Oberschenkel. Während ich schreie, am ganzen Körper zucke, laufen mir die Tränen über die Backen und der Schweiss in das Blut und die Nesselflüssigkeit. Jetzt sind die Schmerzen und Angst zuviel für meinen nervös erregten Körper. Ich werde ganz schlapp. Gleichzeitig bin ich aufs höchste sexuell erregt. Ich höre gar nicht mehr was sie sagt, sehe sie nur durch einen Dunstschleier, wie sie mit einem mit Nesselflüssigkeit getränkten Lappen auf mich zugeht. Ich bin aber so apathisch dass ich an gar nichts denke während mein verkrampfter Körper zittert. Plötzlich zucke ich zusammen, spüre etwas Heisses auf meiner erregten Eichel, spritze und falle, angebunden wie ich bin, in Ohnmacht.

Endlich kommst Du. Aber zu spät

José's Körper hängt schlapp in den Fesseln. Endlich läutet es und Ramon tritt ein. „So etwas Dummes,“ denkt Clara sich, „ich habe nicht daran gedacht, dass dieser Junge so schwach ist. Jetzt ist er bereits weg, bevor Ramon kommt.“

Ramon hat sich verspätet. Jetzt erscheint er. Lassen wir ihn weiter erzählen:

Ich war verspätet. Auf Acht Uhr war ich bei Clara eingeladen. Doch als ich ins Haus kam, habe ich einen Agenten der Organisation im Treppenhaus gesehen, witterte eine Falle. Ich musste diesen zuerst weglocken und verjagen. Ich koche. Offensichtlich bin ich dieser Clara auf den Leim gekrochen. Wie ein dummer Grünschnabel hat sie mich mit ihren erotischen Avancen um den Finger gewickelt. Doch diesen Jungen, den sie mir versprochen hat, und hat mir noch eine Foto gezeigt, den will ich kennen lernen. Ist er wirklich so ein hartgesottener Mafioso wie sie es mir sagte. Jetzt glaub ich es nicht mehr. Weil sie mich offensichtlich immer faustdick anlügt. Jetzt will ich mit der treubrüchigen "Freundin" abrechnen. Doch wie ich eintrete, steht sie hinter dem Büffet, vorne den zierlichen schönen Jungen, den ich schon lange wünsche, der mit ganz blutigem Körper in Fesseln hängt. Offensichtlich wollen sie ihn sowieso fertig machen. Und den Mord in meine Schuhe schieben. Das erklärt die Anwesenheit der Agenten im Treppenhaus. Das ist kein kaltblütiger Maffiaboss wie sie ihn mir versprach und er wird mir die Einsicht in die Organisation, die mir Clara versprach, nicht bringen. Und bei so einer Sadomasoszene will ich nicht mitmachen, vor allem wenn es sich um diesen Engel handelt. Das ist mir zuwider. Auch solche die ein engelhaften Äusseres haben, können hartgesottene Schurken sein. Das habe ich schon persönlich erlebt. Doch über meine Liebesgefühle kann ich nicht hinwegfühlen. Habe es noch nie getan und bis jetzt lebe ich noch. Ich werde es riskieren und wer weiss vielleicht täuscht mich mein Gefühl nicht. Und auch wenn es Umtriebe gibt, ich habe mich wenigstens nicht selbst verraten. Nachdem ich auf das Angebot der "Freundin" einging, hatte ich ein schlechtes Gefühl. Reichlich spät habe ich mich über sie informiert und alle ihre Angaben, die sie mir gemacht hatte, erwiesen sich als falsch. Ich war deshalb eher zurückhaltend und habe meine Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ich Ohrfeige die Hure, dass sie schnell wieder zu sich kommt und schreie sie an: "Du wolltest diesen Jungen umbringen. Und mich mit dem Mord belasten." Ich renne zum leblos angeschnallten Körper des Jungen, ziehe das Geld vom Hodenring weg und werfe es ihr zu. Dann will ich ihn losbinden. Fühle mich hundselend, denn ich ertrage es nicht, wenn schöne Jünglinge so leiden müssen. Clara bückt sich, ergreift das Geld, dreht sich um und lacht höhnisch. Sie ruft: "Gruss von der Organisation, Du wirst noch von uns hören! Denk dran, dass wir uns wiedersehen werden." Dann will sie mich daran hindern, mich um den Jungen zu kümmern. Es entspannt sich ein Kampf. Sie kann nicht gewinnen. So versucht sie mich zu betören, Nichts fruchtet. Doch so schnell gibt sie nicht auf. Sie hat ihre Kleider wieder angezogen und will die Pistole aus dem Sack ziehen, und auf den Jungen abdrücken. Doch ich war schneller. Ein harter Griff und ich winde ihr die Pistole aus der Hand, so dass sie auf den Boden fällt. Ich bücke mich, drehe sie auf die Seite, drehe ihr die Hände auf den Rücken, stelle sie auf die Beine, fahre ihr mit den Knien unter den Schritt und bugsiere sie aus dem Raum, in die Besenkammer, neben die Toilette, wo ich sie einschliesse. Hier kann sie im Dunkeln meditieren bis ihre Freunde sie erlösen. Sie hat ihre Freude gehabt. Ich gehe zurück in den Salon, betrachte den Körper des Jungen eingehend. Er ist kein unbeschriebenes Blatt, das sieht man. Ausser den Wunden, die sie ihm beibrachte hat es jede Menge Einstichlöcher und dann Peitschenstriemen, wie wenn diese Art Masochismus ihm geläufig wäre. Ich binde ihn los, halte ihn auf den Armen, er ist sowieso so mager, ein Fliegengewicht, klein für sein Alter und keine Last. Seine Fiche hat mir Juan von der Polizei gezeigt, er ist sicher mehr als 17, schaut aber aus als sei er noch keine 15. Ich trage ihn auf den Armen aus der Wohnung und hinab in die Tiefgarage, zu meinem Wagen und fahre heim zu meiner Wohnung direkt unter dem Dach in der Avenida do Mexico mit Blick auf die Fresken von Diego Rivera. Meine Wohnung ist im Residenzquartier von Mexico City. Von der Tiefgarage führt der Lift direkt in mein Penthouse und ich muss nicht vorbei an neugierigen Portiers laufen. Gerade daneben hat der weltberühmte Schriftsteller Merguez eine Absteige. Auch er hat einen bewachten diskreten Eingang wie ich. Nur benutzt er diesen für seine weiblichen Engel, und manchmal gibts Terminüberlappungen und ich konnte ihm schon aushelfen. Wir kommen gut aus miteinander, obwohl wir nicht die gleiche Wellenlänge haben. Er hat sich eingesetzt für mich, so dass ich im Präsidentenpalais ein wohlgesehener Gast bin, Obwohl mich die schöne Mercedes, die Präsidentengattin, nicht besonders mag, da ich ihre Avancen nicht beachtete. Sie ist mir zu sehr eine Lolita, hat lange falsche Wimpern, die blond gefärbten Haare und ihre geliftete Marileen Monroe Visage finde ich kitschig und sie hat zu ausladende Balkonbrüste. Aber Merguez fährt auf sie ab. Und mit ihm treibt sie’s faustdick und mich beschimpft sie als Tapete. Doch mir ist's wurst. Seit meinem Abstecher mit der vorwitzigen Valeria Bellavista in Italien bin ich Francine treu geblieben. Ihr riesiges Photo hängt in meinem Schlafzimmer direkt über dem Bett. Jedes Mal wenn ich einen netten Burschen vernasche, drehe ich ihr Portrait gegen die Wand, damit sie nicht rot werden muss, wenn ich meine perversen Neigungen auslebe. Da ist mir Mercedes studierender Sohn sympathischer, mit seinen hellbraunen lockigen Haaren, seinen unschuldigen grossen braunen Augen. Sie glaubt er sei brav und Macho, aber ich habe ihn schon einige Male bei Juanito in der Schwulendisko gesehen und mit ihm getanzt und er ist nicht wählerisch was das Geschlecht betrifft. Eine Zeitlang trafen wir uns öfter, doch jetzt ist das Verhältnis ein bisschen eingeschlafen, wir haben beide viele andere Freunde. Auch er kennt meinen Geheimeingang.

Bei Ramon

Ich gehe in mein Gästezimmer und lege den Jungen aufs Bett. Seinen Namen kenne ich noch nicht. Ich schaue den zierlichen Jungen lange an, mache mir Vorwürfe, dass ich so lange zugewartet habe, bis ich gekommen bin und ihn so lange habe leiden lassen. Wie kann ich für meine Sünde büssen. Doch es scheint, dass es bessert. Denn der Junge bewegt sich schon wieder. Ich lasse ihn ruhig liegen und ausruhen. Und decke seinen Körper mit einer Decke, damit er nicht zu sehr friert.
Lang liegt der Junge bewusstlos und wie er aufwacht frage ich: "Wie heisst Du?" "Jose." "Und Dein Nachnahme?" "Den weiss ich nicht." Ich schaue ihn lang an. "Willst Du mir nicht vertrauen?" Er sagt nichts und ich bohre nicht weiter. „Dir scheint es wirklich schlecht zu gehen. Clara war eine gute Schauspielerin, und sie mag Dich offensichtlich nicht. Kennst Du sie?" José schüttelt den Kopf. "Sie hat Dir Angst gemacht." Er braust auf. "Sie wollte mich töten. Gib zu, du bist dieser Ramon oder etwa nicht? Seit Tagen schon schleichst Du mir nach. Ich erkenne Dich ganz genau." Und schaut auf die Seite und sein Körper bebt. Weint er? Ich komme näher, um ihn zu trösten. Doch er dreht sich auf die andere Seite und schlägt mit den Beinen aus. Schluchzt richtig. "Schön bist Du und ich war sogar in Dich verknallt. Hoffte immer Du würdest mir helfen." Ich bin zurückgeschreckt und jetzt schaut er mich trotzig an. "Aber denkste. Sie hat mir gesagt, Du hättest mit ihr zusammengespannt." Jetzt weiss ich nicht richtig was antworten. An jenem Tag, es war in dieser Kneipe zusammen mit Merguez, haben wir zusammen gesprochen. Die Freundin Merguez' mit der er gerade zusammen war, hat sie mir vorgestellt und sofort hatte sie sich an mich geklammert sodass mir ganz schül wurde. "Hast Du nicht besonders Jungen gern?" Sagte sie. Ich protestierte, ihr zuliebe und um nicht aufzufallen. Doch es schien mir eher unnötig. Ich war zurückhaltend, denn etwas an ihrem Blick gefiel mir nicht. Kalt, ehrgeizig. Ja das schien sie zu sein. Aber dann hat sie das Photo herausgezogen mit diesem Jungen von dem ich so oft geträumt und den ich nicht hatte kontaktieren können, denn immer waren Leute dabei, denen ich nicht über den Weg traute. Auch bin ich, obwohl es nicht so scheint, eher scheu und die Jungen müssen auf mich zukommen. Aber er zog mich wirklich an. Er schien mir sehr jung, ich weiss jetzt, dass er nicht so jung ist. Wieso habe ich an jenem Abend zugesagt? Ich weiss nicht, vielleicht unter einem gewissen Druck, vielleicht unter dem Einfluss des Alkohols. Denn mit Merguez sind die Abende immer sehr feuchtfröhlich. Aber wahrscheinlich besonders weil ich das Abenteuer liebe. Und jetzt bereue ich, José unter diesen schwierigen Verhältnissen kennen gelernt zu haben. Doch ich möchte ihn gerade jetzt wo ich ihn näher kenne, nicht verlieren. Ich sage ihm; "Du bist sehr sensibel. Muss schwierig sein als Stricher. Ich beobachte Dich schon seit geraumer Zeit, und konnte mir kein rechtes Bild machen von Dir, hätte mir nicht gedacht dass Du zu Juarez' Zirkel gehörst. Wenn ich Dein Verhalten und Deine Augen beobachte, frage ich mich, was Du bei dieser Maffiabande zu suchen hast. Aber beruhige Dich. Du kannst Dich bei mir ausruhen.“ Nervös sucht José nach seinem Geld. es ist nicht mehr dort wo es war. Was wird erst der Chef sagen, wenn er ohne Geld heimkommt. Er weint. “Wieso weinst Du?” frage ich. Ich sehe wohin sein Blick geht und errate, das Problem aller die zuwenig davon haben. Geld. "Du brauchst kein Geld mehr abzuliefern bei Deinem Zuhälterring. Ich hoffe Du bleibst hier bei mir. Denk erst mal an heute. Schlaf mal, oder möchtest Du Dich zuerst duschen? Die Dusche ist hier und das Schlafzimmer daneben. Hast Du Hunger? Ich bringe Dir eine leichte Suppe, sobald Du ausgeschlafen hast, möchte ich mit Dir reden. Aber es ist wie Du es willst, wenn Du lieber abhauen willst, die Türe ist offen. Hier sind noch die Zweihundert Peseto und Fünfhundert mehr, die ich Dir gebe." Das imponiert ihm. Ich sehe wie seine Augen leuchten. Vielleicht ist er doch nicht so neben der Welt wie ich es annahm. Ich muss ihm noch ein bisschen Speck zum schmecken geben. Deshalb fahre ich weiter, kalkulierend wie ich bin; "Allerdings würdest Du vielleicht eine Möglichkeit aus Deiner misslichen Situation auszubrechen, verpassen." Und wie es so meine zynische Art ist: "Wie Du siehst vertraue ich Dir." Ich weiss, dass das Vertrauen nur langsam gewonnen werden kann und ich möchte Josés Vertrauen gewinnen.

José denkt: Irgendwie kann das nicht sein. Der tut nur so. Wenn ich nicht aufpasse falle ich in ein Märchen, das irgendwie nicht real ist und sofort zusammenbrechen kann, denn draussen ist Juarez, sind seine Häscher und Dealer, ist die Mafia und vor denen kann man nicht flüchten. Und dieser hier will sicher was von mir. Aber so viel Geld habe ich noch nie gehabt am Haufen. Vielleicht ist dieser hier der reiche Ausländer der mich nach Europa oder vielleicht gar in die Schweiz bringen wird. Und ein Leben in einem schönen Haus, schlemmend in Schokolade, steht mir bevor. Ich schaue aus dem Fenster auf die Fresken der Bibliothek. Mitten im Zentrum wohnt der, in einer Residenz. Aber ein Hotel ist es nicht und Touristen wohnen nicht in diesem Quartier. Nur jetzt kann ich nicht daran denken, nicht mal zum Baden kann ich mich aufraffen und schlafe sofort ein.

Suppe von Franz von Suppé

Wie Ramon mit der Suppe kommt, findet er Jose schlafend, stellt die Suppe daneben und gehe leise weg

Doch José wacht wieder ob der Schmerzen auf, dreht sich, und schläft wieder ein. Endlich kann ich eine Zeitlang ruhig schlafen, Doch plötzlich, mitten in der Nacht, erwache ich, ich schwitze am ganzen Körper, zittere und friere. Der Stoff den ich erhielt war schlecht, die Wirkung hat schon aufgehört, es ist mir speiübel. Ich weiss nicht wo ich bin und dieser Mann mit dem lockigen schwarzen Haar, der Hakennase und den unter den buschigen Augenbrauen blauen zwinkernden Augen ist mir nicht ganz geheuer. Sieht aus wie ein Ganove. "Ich muss flüchten," sage ich mir, "das Geld habe ich ja und der will mich sicher ausnützen oder mich der Polizei verraten." Ich greife in die Schublade wo ich gestern mein Geld getan hatte. Es ist immer noch dort. Und da waren doch so wunderschöne Stiefel von Armani in dieser Boutique. Würden so gut zu meinen roten Jeans und der roten Satinjacke passen. Wo ist die. Alles durchsuche ich. Es sind nur die alten Klamotten da. Jetzt kommt’s mir in den Sinn. Die habe ich doch gestern in dem Bahnhofschliessfach deponiert. Gott sei dank. Sonst hätten die mir das auch gestohlen. Aber jetzt muss ich es holen, sonst wird es als nicht abgeholte Ware herausgenommen und irgend ein Bähnler braucht’s für sich. Es ist dringend, etwas muss ganz schnell passieren. Doch plötzlich wird es mir so übel, es überfällt mich, ich muss mich erbrechen. Doch ich muss es ganz ruhig machen, um diesen schwarzhaarigen Teufel nicht noch aufzuwecken. Ich geht hinaus in den Gang, öffne die erstbeste Türe, ein Schnarchen kommt mir entgegen. Der Teufel, fährt es mir durch den Kopf, hoffentlich wacht er nicht auf. Bei der nächsten Türe bin ich richtig. Ich gehe hinein, stecke den Kopf in die Toilettenschüssel und es bricht aus mir, sauer liegt es mir in der Kehle. Nach Atem ringend lehne ich mit beiden Armen über der Schüssel. Plötzlich erscheint mir der Herr, Juan Juarez. Mit Hörner, Geissenfüssen, einem Schwanz. Als der Leibhaftige. "Du wirst Deine Eskapade noch büssen" ruft er und eine furchtbare Peitsche hält er in der Hand, aus kleinen Eisenstückchen die im Feuer rotheiss gemacht wurden. Ich schreie: "Nein, nein!", falle hintenüber auf den Rücken. Es klirrt und tut furchtbar weh. Natürlich habe ich einen solchen Lärm gemacht, und die Toilette ist gerade neben dem Schlafzimmer.

Der Traum

Ramon hatte einen wunderschönen Traum. Er ist auf einer Südseeinsel auf einer Hängematte und neben ihm José in einer ander Matte. Die Matten schwenken im Wind und jedes Mal wenn sie zusammenkommen, küssen sie einander. Der Wind pfeift durch die Palmen. Wieder kommt Jose's Hängematte auf ihn zu und er packt und zieht den Jungen zu sich hinüber. Da gibt’s einen Riesenkrach und einer der Affen hat eine Kokosnuss gerade auf den Tisch geschmissen, wo das Frühstücksgeschirr noch aufgestapelt dalag. Er fällt aus der Hängematte auf den Boden und wacht auf. Er liegt noch ganz benommen auf dem Boden neben dem Bett. Er ist aus dem Bett gefallen. Seine Pyjamahosen sind nass. Draussen im WC hört er ein Schluchzen. Geht hinüber und sieht, dass die Türe geschlossen ist. Klopft an die Türe. „Ist was?“

José zittert hinter der Tür und denkt: Ich liege auf dem Boden und schluchze. Vorhin habe ich so geschrieen, hab ihn sicher geweckt, denn jetzt rüttelt er an der geschlossenen Tür. Ich sage mir, "So, jetzt ist es fertig, jetzt wird er merken, wie schlimm ich dran bin und dass er mich nicht brauchen kann. Er will sicher keine Scherereien und wird mich hinausschicken in die kalte Nacht." Schnell rufe ich hinaus: „Nein, nein es ist nichts. Nur ein Zahnglas habe ich fallengelassen.“ Zu spät erst merke ich, dass gar kein Zahnglas im Raum ist. Ich versuche aufzustehen. Doch kaum stehe ich auf den Beinen, wird mir übel und ich stürze. Er stürmt und rüttelt an der Tür und rennt sie ein. "Jetzt ist Schluss!" denke ich und falle in Ohnmacht. Doch ich wache wieder auf, nicht mit einem Besen im Arsch im Treppenhaus, wie vorhin als ich hinausgeworfen wurde von Will, ich werde getragen auf Ramons Armen. Und es gefällt mir, ich schmiege mich an seine Brust, presse Beine und Arme frierend an seinen warmen Körper und vergesse meine Schmerzen. Ich weiss nicht wieso ich immer kalt habe. Ich kann nicht anders, ich muss ihn küssen auf den Mund und errege mich. Aber ich spüre wie auch er sich spannt und schnell legt er mich aufs Bett sagt: "Ich bin kein Arzt, aber ich sehe, dass es Dir nicht gut geht, Ich möchte Deinen Körper untersuchen damit ich Dir helfen kann, bist Du einverstanden." Ich habe solche Schmerzen, plötzlich, mir geht’s nur gut wenn ich mich nicht bewege. Ich nicke mit dem Kopf, ja ich möchte so gern erlöst werden von diesem Schmerz, der mich so überfallen hat. Aber trotz allem denke ich: ich möchte ihn spüren und muss ihn wohl angeilen. Ich tue den Schwachen, was bei ihm offensichtlich ankommt. "Es tut mir so leid?" stammle ich, "ich habe immer mehr solche Anfälle, ich glaube, ich bin erledigt? Und ich möchte endlich sterben und Ruhe haben. Bitte lass mich allein, sobald es mir besser geht, werde ich Dich verlassen und Dir keine weiteren Scherereien bereiten." Ich lächle ihn an. Hoffentlich kommt er nach. Wird er endlich einhacken? Doch es war noch nicht der richtige Augenblick.

Ramon seinerseits denkt:


So abgemagert ist er. Ein Fliegengewicht. Und jetzt denkt er an Sex. Oder meint er, er müsse mich betören? Doch da bin ich nicht der gleichen Meinung. Ich will es nur wenn es für beide gleich schön ist. Er ist aber auch schön und ich hätte wirklich Lust. Um meine Ideen zu ändern, gehe ich mal meinen Freund Alain holen, den Togolesen, denn ich von Bari kenne und der jetzt hier eine Praxis für Schönheitschirurgie betreibt. Der kann ihn heilen, ich traue mich nicht ganz. Wenn's nicht irgendwelche innere Blutungen hat. Er wird es für mich tun, und es wird nicht gerade so ein Theater geben wie mit einem normalen Arzt. Denn der meldet es womöglich noch der Polizei wenn er sieht wie José aussieht. Alain ist immer so beschäftigt. Wenn ich persönlich vorbeigehe, wird er eher mitkommen. Der Junge ist sowieso so schlecht dran, dass Ich nichts machen kann. Aber Sex wird ihm nur noch mehr weh tun. "Warte auf mich," sage ich und will gehen. Jetzt will er aufbegehren, er spitzt die Lippen, doch nur ein Wispern kommt heraus. Ich neige mich zu ihm hinab, und fühle wieder die heisse Liebe zu ihm entbrennen. Aus seinen Lippen kommt: "Ich habe noch Kleider im Ostbahnhof und die werden sie wegnehmen wenn ich sie nicht hole." Das ist es also. Es geht ihm hundselend und er denkt an einige armselige Lumpen. Fast will ich weggehen ohne auf ihn einzugehen. Da denk ich mir, dass er wohl nicht viel mehr hat als diese Kleider und dass dies sein ein und alles ist. Ich darf ihn nicht aus meiner Warte verurteilen. Wahrscheinlich ist es in einem Schliessfach. "Wo ist der Schlüssel?" frage ich. Doch er ist wieder eingeschlafen. Deshalb nehme ich seine Hose zur Hand, durchwühle alle Taschen. Nichts. Ich will schon aufgeben. muss ihn trotzdem wecken. Da entdecke ich die kleine Spalttasche beim Bund und dort ist der Schlüssel.

Also im Ostbahnhof.

Ich gehe zum Ostbahnhof. Zum entsprechenden Schliessfach passt aber der Schlüssel nicht. Ich gehe zum Bahnbeamten. Er will mir erklären, dass die Zeit vergangen sei und dass sie das Zeug herausgenommen haben. Das sei sowieso gestohlen, sagt er, denn sie haben José beobachtet wir er die Kleider eingeschlossen hat. Der Beamte glaubt die Sache damit erledigt. Aber bei mir kommt er so nicht durch, ich verlange den Bahnhofvorstand zu sehen und die Kleider sind plötzlich da. Trotzdem hinterlege ich eine Beschwerde und der Beamte hasst mich nun wie die Pest.

Alain Mdabne


Jose lag allein zu Hause im Bett. Er erzählt weiter: Die Türe geht, jemand geht hinaus, ich höhre wie der Schlüssel im Schloss gedreht wird. Leblos liege ich auf dem Bett, verliere zeitweise das Bewusstsein, habe zeitweise Entzugskrämpfe. Und merke nicht wie die Zeit vergeht. Und plötzlich streicht eine Hand über meinen durch den Krampf sich windenden Körper. Ich beruhige mich wieder. "Es tut mir so leid, ich habe wieder alles vermaselt" will ich mich entschuldigen. "Nicht reden," sagt die Männerstimme, "Alles wird wieder gut." Ich gebe Dir eine Methadon Spritze." Ramon ist zurück mit einem Schwarzen. Sagt mir, es sei Alain bevor er hinausgeht. Wieso lässt er mich allein mit dem Neger? Ich misstraue denen da sowieso. Alain hilft mir aufzustehen, mich meiner Kleider zu entledigen bis ich dastehe, nackt. Obwohl die Leute meist meinen, wir seien schamlos und gewöhnt uns nackt abzuziehen, schäme ich mich, werde ganz rot. Und mir ist nicht wohl. Wie Alain meine Narben an den Armen und Beinen, und da wo es nicht mehr ehrbar sein soll sieht, weiss er schon Bescheid über mich, er musste schon einige wie mich notfallmässig pflegen, sagt er. "Du bist noch nicht so weit" sagt er, "dass Dir nicht mehr geholfen werden könnte, aber jetzt sofort müsste man etwas tun." Er gibt mir eine Spritze und schon geht es mir besser. "Morgen überlegen wir was wir tun können, um Dir nachhaltig zu helfen." Er examiniert jetzt meinen ganzen Körper, drückt überall mit den Fingern und fährt über alle Narben, die er desinfiziert. Plötzlich spanne ich meinen Körper ungewollt, die Finger Alains drücken an meinen Hoden. ich bin immer noch so erregt vom Kontakt mit Ramon dass ich spritze. "Das ist nur um herauszufinden, ob hier irgend etwas nicht in Ordnung ist." sagt Alain. Doch ich glaube ihm nicht richtig. Diese Schwarzen, denen kann man nicht trauen. Der wollte mich testen. Ich rege mich auf; Wir sind hier nicht irgendwo im Urwald. Alain reibt jetzt meinen Körper mit Wundsalbe ein. Und ich hätte es lieber, wenn mich Ramon einreiben würde. Wo bleibt der, wieso greift der nicht ein, wenn mich so ein Schwarzer sexuell ausbeutet. Meint er wohl, ich habe das gern weil ich bloss ein Stricher bin. Auch ich habe meinen Stolz. Aber ich fühle mich immer wohler, jetzt nachdem Alain meinen ganzen Rücken massiert hat bis hinab zu den Backen. Ich bin todmüde. Und dieser Alain schaut auf die Uhr und sagt, er müsse sofort gehen. Die nächste Patientin warte auf ihn. Gott sei Dank. Denke ich. Er geht hinaus und klopft an eine Zimmertüre. Die beiden verabschieden sich. Doch ich realisiere ganz gut, sie küssen einander und streicheln einander. Und deshalb hat dieser Ramon nicht reagiert wie der Neger mich vernaschen wollte. Und ich sehe noch wie er ihm etwas ins Ohr flüstert wie er draussen steht. Der Schwarze nickt, lächelt, nimmt sein Köfferchen und geht. Endlich, Jetzt bin ich wieder allein mit Ramon.

Endlich wieder allein der Prüfung ausgesetzt

Ich freue mich so sehr und möchte dass es so bleibt. Denn ihm möchte ich gehören. Gehe hinaus und auf ihn zu. Ich möchte nicht allein schlafen, allein bleiben im Dunkeln. Ich verspüre den Drang, Ramon in mir zu spüren, ein Gefühl, das ich in all den Jahren nur bei Martin und bei Raoul verspürte. Ich bin in ihn verliebt. Ich will ihm Sympathie und Dankbarkeit zeigen und habe ihm nichts anderes als meinen Körper anzubieten. Ich schaue ihn gutherzig an und sag es ihm, natürlich umschreibend. Doch er sagt , herablassend: "Wahrscheinlich hat Dich noch niemand gut behandelt und Du bist deshalb dankbar und ich gefalle Dir, aber ich will Deine Dankbarkeit nicht ausnützen. Hier ist ein Pyjama von mir. Zieh es an. wenn Du willst, kann ich neben Dich liegen und Du kannst Dich an mich kuscheln. Doch bitte vorläufig kein Sex, ich möchte eine richtige Freundschaft mit Dir aufbauen, denn eigentlich möchte ich Dir aus Deinem Schlamassel, in dem Du offensichtlich steckst, heraushelfen. Du brauchst Schlaf und Erholung, denn morgen musst Du mir etwas erzählen über Dich und Deine Geschichte, damit wir überlegen können wie Dir geholfen werden kann." Was denkt denn dieser von mir. Ich bin enttäuscht. Der hat wirklich keine Ahnung von meinem Drang nach Liebe. Wie wenn ich nur schnell Sex möchte! Ich brauche das körperliche Gefühl wenn ich die Liebe wirklich köstigen will. Ich protestiere, es ist nicht Dankbarkeit es ist real. Ich verspüre den Drang die Liebe die ich für ihn hege und die ich bereits geträumt hatte, auch auszuleben. Irgendwie kenne ich auch nichts anderes um glücklich zu werden. Ich fühlte mich immer zu Männer hingezogen. Und seit meiner zartesten Kindheit ist bei mir alles Sex gewesen, ich fühle meinen Körper nur damit. "Bitte, bitte verweigere mir nicht dieses, denn nur dann bin ich wirklich glücklich." rufe ich aus.

Ramon ist in einer Zwicklage und erklärt es in seinen eigenen Worten: Ich merkte plötzlich, dass ich drauf und dran war, José nach meinen eigenen Moral- und Wertmassstäben einzuschätzen, und ihn zutiefst beleidigt hatte. Das ist so ein Problem, herrührend aus der protestantischen Erziehung meiner Mutter, einer Schmiedlin aus Rüschlikon, die mich sexuell ausbeutete, indem sie mich nicht ansah im dunklen Zimmer und mich nachher in einer Gemeinschaftsaktion dafür strafte, das ich verwerfliche sexuelle Gefühle gehegt hatte und meine Mutter verführt hatte. Ich leide unter dem dadurch entstandenen Komplex und dass ist der Grund dass mich viele als gefühllos empfinden. Aber es ist hier wie früher bei Nicos, ich kann nicht über meinen Schatten springen. "Ich bringe es wirklich nicht über mich." sage ich. Dann, fällt mir plötzlich etwas ein, um das Thema zu wechseln. "Ich habe morgen ein Konzert, würde es Dich interessieren." Es ist zwar nicht Ort und Zeit davon zu reden. Und es ist nicht etwas, wovon ein Stricher etwas wissen müsste. Doch irgendwie kenne ich niemanden sonst, den ich mitnehmen könnte und mit dem ich meine innigsten Gefühle teilen kann. Alain ist gut für den Sex, die übrigen Sachen wie Literatur, Kunst interessieren ihn nicht. Frank ist nur interessiert an bestimmten Sexgebiete, namentlich Sadomasochismus, und ich habe ihn benutzt um darüber praktische Erfahrungen zu sammeln. Ich habe es nicht aufgegeben, jemanden zu finden der auch meine Freude an der Musik teilt und José scheint mir der richtige zu sein. Doch er reagiert nicht, schaut mich nur ungläubig und fragend an. Wie konnte ich auch annehmen dass er das kennt, ein Konzert klassischer Musik, also Kirchenmusik. Ich sage: "Glaub mir, Du gefällst mir sehr und ich liebe Dich und nicht erst seit heute. Du bist so fein und anständig. Ich will Dich einfach integrieren in mein Leben.“

Was ich nicht sage, ist, dass ich im WC onanierte, mir vorstellend wie ich es mit ihm trieb, wenn ich ihn auf der Strasse gesehen hatte. Ich hatte aber nie den Mut gehabt, ihm direkt zu sagen, dass ich es mit ihm machen möchte. Es war nicht einfach eine Sache der Tantenmoral, aber ich war komplett mit Frank und Alain beschäftigt. Ich hatte noch nicht den Mut, zu einer so gesellschaftlich verpönten Neigung zu stehen, jemanden zu lieben der viel jünger, 2 jahrzehnte jünger ist als ich. Er sagt, er sei 18, ich glaube ihm, aber er kennt sein richtiges Geburtsjahr nicht. Es war etwas anderes im Sudan bei Ali, wo alles viel natürlicher ist. Besonders bei den Hyksos.

Doch Jose ist enttäuscht, das sieht man ihm an und ich fürchte es wird wieder so werden wie es bei Nicos war. Der hat mich ja verlassen und ist irgendwo untergetaucht. Und ich kann ihn nicht mehr finden. Später, und vor allem wenn mir sein Lebenslauf zugänglich sein wird, werde ich erfahren dass ich wieder Gefühle von mir in José hineinprojiziert habe. Er ist es gewöhnt dass man vom ihm nur das eine will. Wie kann ich mir vorstellen dass er sich Gefühle vorstellen kann, die in Situationen entstehen, die er noch nie erlebt hat. Er glaubt einfach, dass ich ihn nicht mag. Da er mich aber braucht, lässt er nicht locker, schmiegt sich an mich, spürt wie ich erregt bin, doch feinfühlig wie er ist, merkt er auch, dass ich Hemmungen habe. Nur versteht er es falsch, er meint dass ich mich vor ihm ekle oder Angst habe, er könnte mich anstecken mit Aids. Doch ich bin uneinfühlsam wie ein Granitklotz. Ich streichle ihn wie mich meine Mutter streichelte. Er beruhigt sich und schläft ein.

Später in der Nacht

José wacht mitten in der Nacht auf. Es ist dunkel, alles ist ruhig im Haus. Er denkt: Ich bin wieder allein. Alles tut mir weh, das Herz klopft wie wild. "Wieso hat er mich verlassen, wieso wollte er mich nicht nehmen?" sage ich mir, "er mag mich wohl nicht, Wenn er mich nicht mag, will er mich vielleicht weghaben und der Polizei verraten. Ich muss gehen, solange ich es kann, bevor die mich mit Handschellen abführen, Der Juan Ramirez sucht mich sicher schon jetzt. Ich muss zurück denn mein Platz ist dort. Aber vorher muss ich Geld beschaffen für ihn, sonst wird er mich strafen." Das Geld, das mir Ramon gegeben hat, liegt auf dem Nachttisch, das werde ich in mein Geheimversteck tun. Meine paar Zusatzutensilien kann ich aus der Schublade fischen. Ich kauere nieder, stosse mir den Phallus hinten hinein, mühsam und unter Schmerzen und stülpe mir die Fessel über Schwanz und Hoden, ziehe meine Kleider an, und schleiche zum Ausgang. Diese Utensilien sind schmerzhaft, doch bei den Freier schlagen sie ungemein gut ein. Die meisten regt's zusätzlich an zu sehen, dass ich leide und ihr Portemonnaie ist dann auch lockerer. Meistens. Natürlich gibt’s die Weichen. Die schlagen Zeter und Mordio, sind moralisch zutiefst beleidigt, wollen mir helfen. Doch daheim gibt’s eine Alte und die darf nicht wissen was sie sonst am Abend, wenn sie sogenannt Überstunden machen müssen, tun. Vor allem weil man dann wüsste, dass sie Schwul sind. Diese Menschenlieber wollen mir helfen ohne aufzufallen und das funktioniert nicht. Dann meldet sich irgend so ein Sozialarbeiter oder gar jemand von der Sittenpolizei weil sie irgendwie anonym Anzeige erstattet haben und ich muss verschwinden wenn ich nicht in Gefängnis eingeliefert werden will. Das will ich nicht, ich will selbständig und frei sein und muss auch verdienen um leben zu können. Diese Menschenlieber sollen sich alle braten lassen. Ich will hinaus. Sofort. Doch die Türe geht schlecht auf, es macht einen furchtbaren Lärm, wie ich den Riegel zurückschiebe. Ramon wacht auf und steht im Gang. Er ist noch ganz schläfrig. "Was willst Du," sagt er unmutig. "Was tust Du?" Dann betrachtet er mich genauer, sieht mich in meinem Arbeitsanzug und wird schnell wach. Es passt ihm nicht, das sieht man. Er sagt: " Geht es Dir schlecht. Komm in mein Büro." Er führt mich in ein Zimmer, wo es einen PC, und Schränke voller Bücher hat. An der Wand hängt ein unzüchtiges Bild von einem nackten Knaben, resp. dessen Rücken, der eine Katze streichelt. So blöd. Als gäbe es Leute die blaue Haut haben. Ramon umarmt mich. Folgt meinem Blick. "Gefällt es Dir." fragt er. So ein dumme Frage, Offensichtlich eine von seinen indirekten Aufmunterungen.

Ein Exkurs über einen Kunsthändler


Wie sagte Martin: "Edelporno für Leute die den anderen etwas anderes vormachen wollen." Das kann ich ihm nicht sagen. Denn Martin kannte sich hier aus, er konnte stundenlang theoretisieren über Kunst. Sein Vater hatte Kunst gesammelt und die Kunsthändler waren ein und ausgegangen bei ihm. Einer hatte ihn dann auch bei einer Vernissage im Bilderarchiv auf dem Tisch neben einem echten Tizian vergewaltigt. Martin war stolz auf den Rahmen in dem seine erste Verführung stattfand. Das Bild hiess Schäferstündchen. sagte er. Die schöne Aphrodite halbnackt erlebte die Avancen des Pan. Aphrodite schaute Martin vorwurfsvoll an, wie ihn der Kunsthändler so vor sich hielt. Und Martin war es recht, er wollte diesem Ekel von Vater der ihm so falsche Ideale vorschaukelte, eins auswischen. Deshalb hatte er den Händler, dessen Vorliebe alle in der Familie kannten, sehnsüchtig angeschaut und verführt. "Alles Kalkül," sagte er. Denn Martin fand diesen Otto von Würtherental absolut hässlich, mit seinen kugelrunden heraus kollerenden Augen, seiner Glatze, seinem plumpen Körperbau. Doch die Brust und das was zählte war imposant, und Martin war neidisch auf solchermassen ausgebaute Attribute, hatte zu dieser Zeit eher Komplexe wegen seiner eigenen mickrigen Ausführung, wie er glaubte. Martin sagte nichts seinem Vater. Er hatte realisiert, dass der Händler ihn im Auftrag seines Vaters abgelenkt hatte, weil dieser bei der Vernissage eine geheime Geliebte getroffen hatte. Der Händler steckte ihm heimlich was zu und er fand es bald von Vorteil, diesen zu erpressen. Er war kein Engel, war Martin. Aber zu seinen Freunden wie mir ist er immer gestanden. Von dem Moment an glaubte Martin seinem Vater nichts mehr. Aber auch der Mutter glaubte er nicht lange, weil auch die es mit Fremden trieb. Und keiner sagte was dem anderen von seinen geheimen Liebhabern und sie wussten doch davon. Sie hassten sich beide doch lächelten sie einander zu. Martin war immer so zwischen den beiden, erfüllte die Rolle des Puffers. "Ich bin nicht so ein gewöhnlicher Stricher" sagte er immer, ich wurde bei einem Gemälde von Tizian das eine biedere Schäferstunde darstellt, initiiert." Er fuhr fort. "Nicht das das mich beeinflusst hätte. Schon in der Primarschule lief mir das Wasser im Maul zusammen wenn ich Patrick nachschaute mit seinen langen hellbraunen Haaren, seinem knackigen Po und seiner Ausbuchtung. Und immer hatte er die tollsten neuesten Klamotten an. Doch auch auf dem Pausenplatz, wo ich ihm Zigaretten anbot, hat er kein Mitleid gehabt mit mir. Die teuersten Mentholzigaretten bot ich ihm an. Denn nur die mochte er. Doch er bediente sich nur und beachtete nicht meine verlangenden Blicke. Verschwand sogar mit Esther, einer Blondine mit Zöpfen und dem Sieglinde-Look hinter der Ecke. Dafür himmelte mich Ernst an, ein kleiner Streber, der tintenbefleckte Finger hatte und einen krummen Rücken vom Sitzen über den Bücher. Ich war nicht so gut im Französisch weil ich die Wörter nie lernte und da er vor mir sass, küsste ich ihn während der Pause unter dem Pult und als Entgelt dafür rückte er während der Prüfungen ein bisschen zur Seite damit ich ihm abschreiben konnte." Von Würterenthal hat ihm dann das Erlebnis verschafft das er suchte. Nur glaubte er, dass er ihn verführt hätte und Martin versuchte nicht, ihm das auszureden, denn das erhöhte sein Selbstwertgefühl. Und Martin konnte profitieren. Otto war ein angesehener Kunsthändler und er konnte ihn ausreichend ausnehmen. Dass war wichtig, weil er es bald daheim nicht mehr aushielt und verduftete. Doch leider ist dieser Händler dann ermordet worden, von so irgendwelchen Ganoven, die für ihn ein Bild aus dem Museum gestohlen hatten. Und seitdem war Martin auf den freien Freiermarkt angewiesen, und auf die Maffia, um sich durchzuschlagen, vor allem weil er sich an einen aufwendigen Lebensstil gewöhnt hatte mit dem Geld seines Sponsors. Auch so ein Ausdruck Martins, der sich nie schlecht durchschlug! Er hatte sogar versucht zum Vater zurückzukehren. Doch dieser hatte ihn rausgeschmissen weil er in Rockerkleidung umherlief mit einer Elvisfrisur und immer mit Knaben heimkam. "Diesen Menschen muss man Gleiches mit Gleichem vergelten" pflegte Martin zu sagen wenn er von seinem Otto dem Kunsthändler redete. Und schaute mich wieder an, mit dem unwiderstehlichen Blick und sagte; "Du bist der schönste den ich je hatte, mit deinen fuchsbraunen Haaren, Deinen rehbraunen Augen, Deinem geschwungenen Mund mit den weichen Lippen, Deinem eleganten Arsch, und Deiner grazilen Figur. Keiner kann so gut die Kerze machen wie Du. Oder blasen.

Weiter geht's

Oh! Ich vergass mich wieder. Jetzt küsst dieser Ramon mich auf den Mund und versucht mich aufzumuntern. Oder ist es etwa Teil seines Kulturaufklärungsprogramms. Mir jedenfalls sagt das Bild nichts. Wer hat schon blaue Haut. Der Maler muss aus der Klappmühle gestammt haben. "Was hast Du, " sagt er, "warum wolltest Du wegrennen. Glaub mir, mir kannst Du vertrauen." Kann er wohl sagen aber ich glaubs ihm nicht. Doch jetzt kann ich nicht mehr wegrennen. Ich stehe da, sage nichts. Ramon packt mich an den Schultern, schaut mir in die Augen. "Du zitterst ja" sagt er, "wahrscheinlich bist Du wieder trocken. Ja, Du bist stark abhängig. Komm ich will Dir wieder vom Arzneimittel verabreichen, das Alain dagelassen hat". Mir geht es so miserabel, dass ich nichts zu sagen wage. Obwohl, was ist diese Frechheit mir so etwas Persönliches an den Kopf zu werfen. Und geht zu einem Kassenschrank, den er öffnet und wo er etwas sucht. Ich schaue mich um. Auf dem Schreibtisch hat’s einen langen Bericht, überschrieben mit "Ergebnisse meiner Untersuchungen über die Mafia". Offensichtlich hat Ramon letzthin daran gearbeitet. Ich erbleiche. Ist Ramon eventuell ein Agent der Polizei. Wird er mich wegen Drogenhandels arrestieren? Ramon hat, was er suchte, gefunden, mit einer Pille und ein Glas Wasser in der Hand tritt er neben mich, sagt: "Nimm diese Pille, sie wird Dir helfen." Was ist das? Eine Schlafpille damit er mich unschädlich machen kann. Will er mich in eine Anstalt verfrachten? Ich sage nichts, überlege was tun. Dann sage ich: "Was soll das Geschriebene da?" Er sieht, dass mein Blick auf dem Manuskript liegt. "Was Du kannst lesen?“ sagt er. “Du redest zu fein für einen Bauernjungen, kannst lesen." Er kommt immer näher, automatisch weiche ich zurück. "Aha, Du meinst wohl ich sei von der Polizei." Ich antworte nicht, fieberhaft überlege ich, wohin ich türmen kann, denn ich will nicht ins Gefängnis. Doch Ramon hat mich bereits am Arm gepackt. "Keine Kurzschlusshandlung, bitte." sagt er, "warte ab bis ich es Dir erklärt habe. Ich will Dir absolute Freiheit lassen, José, “sagt er, „aber wenn Du jetzt zurückkehrst, dann wirst Du in spätestens einem Jahr tot sein." er hat Tränen in den Augen. "Ich habe Dich schon lange beobachtet und glaub mir, ich liebe Dich und will Dich ehrlich retten. Du musst jemandem vertrauen, wenn Du nicht untergehen willst?" Ich glaub ihm nicht mehr, bin verzweifelt. Bin ich wieder einem Verführer auf den Leim gegangen?

Frank

Ich renne zur Türe. Doch die ist verschlossen. Doch der Schlüssel steckt. Ich muss ihn aber umdrehen um die Türe zu öffnen. Und wieder vergehen wertvolle Minuten. Und wie ich sie öffne, steht da ein stämmiger Rocker auf der Türschwelle, voll in schwarzer Ledermontur, hohen Reitstiefeln. einem Ohrenring links, einem Nasenring und einem Bürstenschnitt, direkt vor mir, und ich kann nicht vorbei. Mein Herz pocht. Jetzt ist bereits der Agent da, der mich abholt, um mich zu verhaften. Doch dieser lässt den Koffer fallen, den er in der Hand hielt, um mich in seine Arme zu nehmen. Ich weiche zurück. Dieser Blick, dieser Mund. Genau wie Will. Doch sonst ist Will's Blick eher schleimig, unaufrichtig, er schaut einem nie direkt in die Augen. Dieser hier ist stark, muskulös, schaut mich selbstsicher an. Doch der Blick! Ich kenne mich aus mit meiner sadistischen Kundschaft. Diesen hier habe ich zwar noch nie angetroffen, aber der ist sicher von dieser Sorte. Und Ramon mit seinem Schnauz. Da bin ich mir nicht so sicher, der hat einen aufrichtigen Blick und scheint eher einfühlsam. Doch, als mich diese Clara so folterte, hat er ja auch nicht reagiert oder resp. erst als es schon weit fortgeschritten war.. Nein, definitiv, auch dieser Ramon ist mir nicht geheuer. „Wenn die jetzt Herr und Sklave mit mir spielen“ sage ich mir, „dann bin ich wieder so schlecht dran wie vorhin." Und mir ist gar nicht darnach. Ich wage mich aber nicht, zu denken, dass es wieder zu Ende ist mit meiner Hoffnung. "Was ist denn das für ein Engel!“ ruft der Lederkerl aus. Ich möchte unten durch schlüpfen. Doch er hält mich am Hosenbund fest, winkt mit dem Zeigefinger. "Mei Mei, willst uns wohl auf englisch verlassen." Mit der einen Hand hält er mich fest, mit der anderen hält er mich unten am Kinn und zwingt mich, in seine Augen zu blicken. Er hat einen harten Blick aus stahlgrauen Augen. Scheint mich auszuziehen. Mein Ding versteift sich. wie immer, wenn ich diesen Kerlen ausgeliefert bin. Doch jetzt hat Ramon, der zurückblieb, mich eingeholt. Ich bin eingekreist wie ein Häftling zwischen seinen Wächtern. Was wird es jetzt geben. Doch Ramon befreit mich vom Griff des anderen. Er schaut ihn an: "Lass ihn in Ruhe, Frank." Dann zu mir: "Ziehe wenigstens etwas anderes an, wenn Du schon weg willst!" sagt er. "Ich habe Dir Deine neuen Kleider abgeholt, sie sind in meinem Zimmer." Ich schaue verstohlen auf Frank, dieser hat ein undefinierbares Lächeln auf den Lippen. Der kennt sich sicher aus in der Szene. Und mir ist definitiv nicht geheuer mit diesen zweien. Aber ich kann nicht mehr flüchten. Frank tritt ein und schiebt mich vor sich hin, und Ramon schliesst die Türe mit dem Schlüssel. Reichlich spät sagt er: "Das ist Frank, ein Freund von mir, Rechtsanwalt," und lacht. Wieso? "Wir haben noch eine Besprechung zusammen." sagt er dann. Ich blicke ihn nochmals an, ruhiger. Jetzt bin ich mir sicher, diesen Frank hier habe ich schon gesehen, sicher bei Will und wahrscheinlich bei Billy in der Bar. Seine Arme sind tätowiert mit Seenixen und am Rücken hat er einen riesigen Totenkopf auftätowiert. Dann sagt Ramon, um sich zu erklären, zu spät denn ich glaube ihm nichts mehr. "Frank, er hat meinen Bericht an die Polizei auf dem Pult gesehen und glaubt jetzt, ich sei von der Polizei. Aber gehen wir in mein Büro und reden wir nicht im Flur." Eingekeilt zwischen Frank und Ramon werde ich zurück ins Büro eskortiert. Ich spüre wie dieser Frank seine Machtstellung auskostet. Sie gehen ins Büro und zum Pult. Mich beachten sie nicht mehr. Ramon zeigt ihm den Bericht. Er liest ihn genau durch. Dann blickt er Ramon an und sagt: "Genau so habe ich das gedacht." Ich fühle mich hundeelend. Erinnere mich an das was mir Clara sagte. Also ist Frank der Komplize dieses Ramon. Sie haben zusammen konspiriert, um mich in eine Falle zu locken und zu verhaften. Denn das ist ja ein Rechtsanwalt, die sind die natürlichen Feinde von Leuten wie mich. Mein Herz pocht wie wild, ich überlege unaufhörlich was ich machen kann, um zu fliehen. Doch die Haustüre ist geschlossen und um aus dem Fenster zu springen ist es hier zu hoch, das wäre der sichere Tod. Doch auch die Haft und Abschiebung nach Honduras in den Busch wäre für mich der Tod in Raten. Wieso also dem nicht sofort ein Ende zu setzen? Unterdessen hat der, der sich Frank nennt, weiter geredet. Offensichtlich versuchen sie mich abzulenken durch Reden: "Ich muss Dir eine Geschichte erzählen, dann wirst Du uns vertrauen, José." sagt er. Ich höre resigniert zu, mit den Fäusten in den Hosentaschen, ich kann nichts anders. Nur diesen Ramon, dieser falsche Retter und sogenannte Freund, der immer zärtlich sein will, lasse ich nicht zu nahe an mich kommen. Wenn der was will von mir in Zukunft, soll er zahlen. Ich stehe da, aufgebracht, bereit, bei erstbester Gelegenheit wegzuspringen. Will dieser Ramon mir nicht eine Beruhigungs- oder Schlafspritze geben, und mich, sobald ich schlafe, der Polizei ausliefern? Ich weiss nicht woran ich bin und bin erschöpft.


Ramon fühlt sich aber auch elend. Er spürt das Misstrauen des Jungen, dass er sich nicht helfen lassen will, dass er zu jedem Schritt fähig wäre, um ja nicht, wie er befürchtet, verraten zu werden. Er spürt förmlich, wie José mit dem Rücken zur Wand steht. "Ramon," sagt Frank "hat diesen Bericht auf meine Anregung geschrieben. Wir deponieren ihn bei einem Anwalt, der das verschlossene Couvert öffnen kann, wenn uns etwas zustösst und es der Polizei überreichen will. Wir müssen uns vorsehen." Das Telefon klingelt, ich habe nicht den Mut es abzunehmen, stelle es auf Lautsprecher. Eine Stimme dröhnt: "Bist Dus. Du stinkende Hure des CIA. Ramon Gandarian arschfickende Edeltunte - Das ich nicht lache. So ein Geschenk für Deinen Vater. Das war ein Mann! Der dreht sich sicher im Grab wenn er noch an Dich denkt. Schickt vergiftete Pfeile auf Dich von seinem Loch in der Hölle aus. Jetzt hast Du unseren Ausreisser aufgenommen, den Verräter im Schafspelz, José McDuff. Wenn Du ihn nicht laufen lässt, damit wir mit ihm abrechnen können, werden wir Dir die Wohnung aufknacken. Bis bald." Das ist der Ramirez, wenn er jetzt noch so heisst. Hab ich mehrmals im Büro meines Vaters gesehen als er mich noch aufnehmen wollte in seinem "Geschäft". Wie ist der hierhin gekommen. Und wieso lebt er noch. Hat ein biblisches Alter für einen Ganoven. Ich möchte mit ihm plaudern. Vielleicht weiss der etwas über den abrupten Tod meines Vaters. Herzversagen, haben die gesagt von der Polizei. Doch denen glaub ich kein Wort. Der wurde doch ermordet von irgendwelchen Ganove, womöglich von diesem Ramirez selbst der von der Polizei bezahlt war. Denn die Schweizer Polizei ist eine Bananenrepublik Polizei. Da hab ich selbst was erlebt! Wer schmiert ist gut angesehen, da hat meine Mutter Erfahrung gesammelt. Doch leider hat er aufgehängt.

José ist ganz aufgewühlt.

Es ist die Stimme des Chefs, Juan Juarez', José hat’s genau gehört. Er steht da, in seiner leichten Strichjungenkleidung, sein ganzer Körper zittert, er schwitzt aus allen Poren. Ramon möchte mit dem Anrufer reden, doch nur der Ton kommt ihm entgegen, man hat aufgehängt. Und schon ist José mit einem Satz weg, wirft sich gegen die verschlossene Eingangstüre, um sie zu öffnen.

Ich will weg, mein Leben retten. Ich renne zur Tür, stosse mich daran, kann sie nicht öffnen, was soll ich nur machen, damit ich hier entkomme, damit sie mich nicht wehrlos ausliefern können. Hier bin ich in der Falle, draussen kann ich mich wenigstens verstecken. Damit ich dieser Falle entkomme. Ich rüttle, klopfe wie wild gegen die Tür. Jetzt hat mich dieser falsche Nette dieser Ramon wieder eingeholt, steht wieder so erwartend neben mir. Ich kann nicht weg. Es gibt nur eine Möglichkeit, ich muss ihn betören, muss mich ihm gefügig machen. Mir dämmert es. Das Ganze war inszeniert als Vorspiel zu ihren sadistischen Quälereien. Es ist die Jagd auf das Reh die ihren Adrenalinspiegel anhebt, damit sie in Erregung kommen. Es ist wie bei Will oder der Vollbusigen Blondine. Das ist mein Schicksal, ich ziehe diese Typen offensichtlich an. Doch der Ramon ist der weichere, Der andere. dieser Frank. wird seine Freude verwirklichen wollen ohne Skrupel. Vielleicht kann ich mein Schicksal beeinflussen. wenn ich es diesem Ramon schön mache ihm eins blase. Die Tränen laufen mir hinab während ich auf die Knie falle, mit den Händen Ramon's Hosenladen öffne.

Jetzt verliert Ramon seine Beherrschung.

Ramon verflucht sich,

Lange habe ich diesen schönen Körper vor mir gehabt, ich wünsche ihn sehnlichst. Doch ich will nicht dass er es unter Zwang tut. Das ist nicht meine Auffassung von Menschenwürde. Wenn er mich liebt wie ich ihn, vielleicht, sicher. Doch wieweit kann man einem so jungen trauen ob er überhaupt weiss was er will. Aber so wil ich es nicht. "Ich bring ihn in mein Schlafzimmer." zische ich Frank zu. Ich hebe den Körper auf, wie leicht der ist! drücke ihn an meine Brust und trage ihn ins Schlafzimmer. Ich kämpfe mit mir. Denn ich möchte José bei mir wohnen lassen, ihm eine Möglichkeit zur normalen Entwicklung, eine Ausbildung geben. Nicht einfach eine sexuelle Erfahrung mehr machen mit ihm. Mir liegt mehr das Wohl des Jungen am Herzen. Wird er ausgewiesen oder ins Gefängnis oder sogar ein Arbeitsheim eingewiesen, wo er ganz sicher vernachlässigt würde und vielleicht vergammeln würde, wie ich es selbst erfahren habe, es wäre mit ihm zu Ende. Aber ich schrecke vor den Liebesbezeugungen des Jungen zurück. Ich lege ihn aufs Bett, ziehe ihn behutsam ab, indem ich wegsehe, obwohl ich vor Erregung zittere. Dann muss es getan werden. Widerwillig, wegschauend nehme ich dem ganz fiebrig daliegenden José den Hodenring und den Phallus wieder weg. Doch dann werde ich weich, lege mich neben ihn, und streichle ihn über Schultern und Oberkörper. Der Junge war nach der schlechten Nacht so müde, dass ich bald sein röchelndes Atmen höre, José ist eingeschlafen. Eigentlich müsste er noch eine Pille nehmen, diese Ärzte verschreiben doch nur das und ich will es nicht ohne seine Einwilligung tun. Ganz leise, um den Jungen ja nicht zu wecken, verlasse ich den Raum und gehe in mein Büro, wo mich Frank erwartet.. Zur Sicherheit schliesse ich noch die Tür des Büro mit dem Schlüssel. Man weiss ja nie.

Teufelszeremonie

Heute ist Franks Tag. Hexensabat. Bahomets Fest. Ich will am Körper erfahren, was andere tagtäglich an ihrer Seele erdulden müsse. Ich brauch es nicht. Keiner wagt es, mich in irgend einer Art, psychisch und schon gar nicht körperlich, etwas anzutun. Ramon Gandarian, dem reichsten Schweizer der schon gar nicht mehr Schweizer ist. Doch ich will es wissen. Damit ich darüber schreiben kann. Wenn man es weiss, versteht man die andern besser. Glaube ich und posaune es heraus. Deshalb habe ich immer die Bücher Sades auf meinem Nachttisch liegen. Schliesslich hat Sade auf dem Höhepunkt der "Terreur" sein Leben aufs Spiel gesetzt, weil er seine Überzeugung, dass man die Todesstrafe nicht anwenden kann, öffentlich in der Politik vertrat. Sade, der göttliche Marquis, der Sexrituale veranstaltete, wo man über Kruzifixe onanierte, der Bücher schrieb, die die verlogenen Moralisten in Verlegenheit bringen weil sie es so achten im geheimen, Sade, der nie an ein Jagd ging wei er das unmenschlich fand. Ich glaube, oder es ist in meinem Interessen zu glauben, dass man mehr Liebe für andere entfalten kann, wenn man alle seine Seiten, die Hellen und die Dunklen, voll auslotet. Und es soll mir keiner damit kommen, dass er keine dunklen Seiten hat.

Frank war mein Anwalt, ist es immer noch. Einmal sind wir augegegangen und haben es ganz besonders schön feucht gehabt und da hat er mir im Vertrauen von seiner geheimen Leidenschaft erzählt. Ich habe sofort profitiert um auch diese Seite auszuloten und seitdem....

Heute scheint Frank besonders angefacht, wahrscheinlich wegen dem Jungen. Frank ist ein besonders begabter Henker und meine masochistische Ader wurde von ihm immer besonders angestachelt. Kaum habe ich die Türe geschlossen und den Schlüssel leise im Schloss umgedreht, zucke ich zusammen - Vram - ein lautes Klopfen. Ich drehe mich um. Frank steht da, breitbeinig. die schwarze Lederjacke hat er abgezogen, seine muskulöse Brust ist von einem schwarzen Leibchen nur notdürftig bedeckt, auf den Armen zwei prallbrüstige Blondinen und auf der Brust der grinsende Kopf eines Piraten auftätowiert. Zwei Lederbänder kreuzen sich über der Brust. Heute trägt er die Mütze eines NS Schergen, die er auf dem Flohmarkt gefunden hat. An den Füssen hat er schöne lederne Stiefel. Ich falle sofort vor ihm auf die Knie zu Boden. "Hier bin ich Herr, Dein gehorsamer Sklave." murmle ich, die Augen gehorsam zu Boden gerichtet. Ein zischender Strahl über den Rücken und die Aufforderung: "Sprich lauter, artikulierter." Ich wiederhole und er nickt und streichelt mir mit dem Peitschenstiel über meinen Hosenlatz. "Zieh Dich ab" kommt nun der Befehl. Er nimmt seine Stoppuhr hervor. Jetzt gilt's ernst. Ich muss mich abziehen ohne aufzustehen und den Rekord brechen, weniger Zeit dazu brauchen als letztes Mal .

Nun, der Bericht über den weiteren Hergang der Teufelssession ist zensuriert. Er ist nur für Bahomet's Archiv bestimmt. Interessiert es Sie? Wenn Sie meiner Sekte, den "Arschlecker Bahomets" beitreten, schicke ich es Ihnen. Aber dann ist Ihr Platz neben Herrn und Frau Bush im Paradies endgültig weg. Und das sind so nette, interessante christliche Leute. Ich würde mir das doch noch überlegen.

Die Session ist zu Ende.

Frank hat auf seine Uhr geschaut. Was schon 10 und ich habe eine Sitzung mit dem Gouverneur. An einem Sonntag arbeitet auch der Gouverneur nicht. Er geht einfach in die Trinkstube und prahlt mit irgend welchen Besoffenen über seine politische Wichtigkeit. Obwohl und weil ihn in der öffentlichen Politik niemand beachtet, geschweige denn auf ihn hört. Nur als Winkeladvokat ist er berühmt und verdient auch genug damit. Er hat sich wortlos angezogen und ist gegangen ohne sich zu verabschieden. Das ist so seine Art. Weil er sich im Grunde genommen schämt, solche Sessionen abzuhalten. Ich bin nun erschöpft, liege am Boden auf der Seite wo ich am wenigsten Striemen abgekriegt habe und habe meine Gefühle ausgelebt. In der Küche hat’s ein feines Steak. Der Junge schläft immer noch. Sobald er wach sein wird, werden wir das Steak braten und Pommes Frites frittieren. Sicher hat auch José das gern und sicher hat der Junge Hunger. So ausgemergelt wie er aussieht. Obwohl heute schon extrem viel gelaufen ist, für einen Sonntagmorgen, ist es erst zehn Uhr. Ich werde noch eine bisschen Musik zur Entspannung hören. Am Nachmittag ca. um drei Uhr werden dann die Mitglieder des Quartetts eintrudeln und ich werde mit ihnen etwa zwei/drei Stunden spielen. Dann werde ich ins Konzert gehen, denn ich singe in einem Chor. Mal sehen, ob der Junge sich dafür interessiert, dann kann ich ihm immer noch an der Abendkasse ein Billet beschaffen. Sonst wird er halt daheim bleiben müssen, er scheint sowieso ein grosses Nachholbedürfnis nach Schlaf zu haben. Mein Sonntag ist gut organisiert und ich freue mich. Vorerst gehe ich ins Wohnzimmer, lege die Kantate No. 101 von Bach auf, "Der Herr ist mein Hirte, ich brauche keinen Hund." sitze ins Fauteuil und verliere mich in der Musik. Doch plötzlich spüre ich, dass noch jemand im Wohnzimmer ist. Ich drehe mich um und da steht José mit aufgestützten Armen am Regal und streichelt meine Katze. Wie ist er nur hineingekommen, so leise, dass ich nichts hörte. Und ist ganz nackt, in der gleichen Postur wie der Junge auf meinem Gemälde von Renoir, dass er heute morgen so eingehend und abschätzend betrachtete. Er hat Tränen in den Augen, sieht mich vorwurfsvoll an. So ein graziler Körper. Ich kann nicht widerstehen. Besonders in meiner jetzigen Verfassung, aufgeweicht durch die schöne Musik. Stehe sofort auf und gehe auf ihn zu. Doch er weicht zurück und ist gekränkt. Und denkt:

Was für ein Scheusal!

José erzählt:

Vorhin bin ich plötzlich durch laute Schreie aufgeweckt worden. Ich war in Panik, bin nachschauen gegangen. Die Türe war verschlossen und niemand bemerkte, dass ich daran rüttelte. Bis der Schlüssel aus dem Schloss fiel. Drinnen hörte ich die Stimme Ramons, die schrie und um Vergebung bat und Frank, der laut mit ihm schimpfte. Durchs Schlüsselloch sah ich Ramon vor Frank knien. Und wusste schon, das ist eine typische Herren/Sklave Beziehung. Und es weckte negative Gefühle in mir. Also habe ich mich in Frank nicht getäuscht. Aber Ramon ist mir ein Geheimnis. So etwas freiwillig zu machen! Das würde ich sicher nie, wenn ich es nicht müsste. Jetzt wo Frank weg ist, will ich sondieren. Vorhin an der Tür als Frank ging, hat Ramon mit ihm Krach gehabt, es fiel mein Name und ein "Nein, ich will das nicht." Doch ich verstand nicht alles. Er hat mich für irgend etwas in Schutz genommen. Als die beiden fertig waren mit ihrem Herren/Sklaven Stück, ist Frank in mein Zimmer gekommen. Ich habe mich schlafend gestellt und Frank schaute mich lange an, schaute dann in den Papierkorb und betrachtete meine Schwanzfessel, zog mir dann den Pyjama von meinem Unterkörper weg und betrachtete lange meine Narben. Aus den halb geschlossenen Augen betrachtete ich ihn und bekam Angst. Denn der Ausdruck der Augen erinnerte mich an den Ausdruck, den Will hatte, wenn er mich auf dem Trottoir aufgabelte und in seinem Törn war. Dann merkte Frank, dass ich ihn verstohlen von unten her anschaute. Ramon rief vom Eingang her: "Bist Du noch nicht gegangen, Frank? Und der Gouverneur? Meinst Du der wartet." Und lachte laut. Frank musste gehen, zwischen den Zähnen zischte er: "Wir sehen uns noch, Du Schlange." Und ging hinaus. Auf dem Flur hörte ich die beiden noch miteinander reden. Ich spitzte die Ohren. Ramon sagte: "Du warst beim Jungen. Hörst Du, mit mir kannst Du’s machen, es kommt aus meinem freien Willen, weil ich einmal meine dunklen, unbekannten Seiten ausloten möchte. Wie’s bei Dir ist weiss ich nicht. Aber ich will nicht, dass Du José da hineinziehst." Ich hörte Frank: "Der hat Erfahrung. Den musst Du nicht in Schutz nehmen." Dann Ramon: "Wenn Du meine Freundschaft nicht verlieren willst, hast Du Interesse, Deine Gefühle bei José zu zügeln. Ich will nicht, dass José bei mir misshandelt wird, auch wenn er es schon kennen sollte." Dann ein unverständlicher Fluch Franks. Und das Folgende verstand ich genau: "Du mit Deiner Menschenliebe: bist wohl wieder auf dem Rettertrip." Dann ging die Tür, knallartig. Und dann verschwand Ramon im Wohnzimmer. Jetzt habe ich Angst. Was war das: "Bist wieder auf dem Rettertrip." Das will ich nicht. Tönt zu sehr nach Sozialtante. Wenn er mich liebt, OK. Ich liebe ihn und möchte mit ihm zusammensein. Aber das ist ein normales Bedürfnis. Und kann auch aufhören. Aber jemand der retten will, will das Opfer in Abhängigkeit zu ihm bringen. Das gibt's bei mir nicht. Seitdem ich das erste Mal wegrannte von daheim, bevor mich mein Vater der Mafia verkaufen wollte, bin ich selbständig. Beschaffe mir Essen und Unterkunft selbstständig und ein zurück gibt’s nicht mehr. Offensichtlich ist das bei Ramon eine Manie. Muss auf den Helfertrip, wieder. Ich möchte das gern mit Ramon besprechen, bevor ich den zu sehr liebe und mich ihm mit Haut und Haar verkaufe. Es ist letzte Zeit und vielleicht schon zu spät. Ich weiss, dass Ramon mich eigentlich mag, und dass er Konzessionen machen kann. Ich muss schauen, dass ich mich mit ihm verstehe, ich bin auf ihn angewiesen. In letzter Zeit bin ich in eine gefährliche Abhängigkeit von Juan Ramirez gekommen, und das was ich durch die Flucht von zu Hause vermeiden wollte hat mich eigentlich eingeholt. Auch sonst kenne ich keine richtigen Freunde, und auf der Strasse lauern die Häschern. Doch wie mich Ramon so ansieht, verlangend und doch gehemmt, verliere ich meinen Mut. Versteht er überhaupt, dass ich ihn liebe und dass ich keinen "Helfer" suche? Denn "Helfer" wollen ewige Dankbarkeit und Dankbarkeit bringt Unselbständigkeit. Nur echte Liebe führt zu Bindungen, wenn beide frei sein können. Und diese Sadomaso Szene. Nimmt er es mir übel, dass ich mitgehört habe? Undenkbar dass es zwischen uns zu etwas ähnlichem kommen könnte. Wenn er das gern hat, ist es denkbar, dass er es auch von mir verlangt. Ich will es nicht und möchte es schon zu Beginn sagen. So kurze Zeit kenne ich Ramon, baue auf ihn, es würde mich ungemein betrüben wenn es jetzt fertig wäre. So viele Probleme und kompliziert und ich versuche trotzdem logisch vorzugehen. Doch wie ich ihn anschaue, ihn wieder verspüre in der Nähe, geht mein Gefühl wieder durch mit mir. Ich sage, ärgerlich, es rutscht mir aus dem Mund "Siehst Du, mit ihm bist Du zärtlich, doch von mir willst Du nichts wissen." Ramon will sich rechtfertigen: "Du bist doch noch so jung, geprägt von schlechten Erfahrungen." Doch so kann er mir nicht kommen: "Glaubst Du, bei dem was ich mache um mich durchzuschlagen, zähle meine Jugend. Weisst Du, wie viele rechtschaffene Familienväter und auch moralisierende Politiker meine Notlage ausgenützt haben. Aber Du willst einfach nichts von mir wissen, und ich verstehe nicht wieso. Ist es weil ich ein dreckiger Strichjunge bin und man mit mir sowieso umgehen kann wie man will? Glaubst Du, dass ich mit meiner Erfahrung es nicht verstehe, wenn ich Liebesgefühle verspüre für Dich? Oder glaubst Du, dass ich Dir eine Krankheit bringe? Mit dem Alter musst Du mir nicht kommen. Ich bin alt genug um über meine Gefühle Klarheit zu haben. Seit meinem 12. Altersjahr wusste ich dass ich anders bin als die anderen und jetzt bin ich bald zwanzig." Ich breche in Tränen aus, falle auf die Knie "Willst Du, dass ich Dich auf Knien bitte. Bitte, bitte plage mich, strafe mich, quäle mich, aber liebe mich." Jetzt habe ich ihn endlich aus seiner Zurückhaltung gelockt. Er wird rot. Gestikuliert. Sagt, am Anfang stotternd: "Bitte stehe auf, ich will das nicht so. Manchmal geht auch bei mir mein väterliches Moralisieren durch. Ich habe Dich wirklich seelisch verwundet. Es tut mir so leid." Und er bückt sich um mich aufzuheben. Und ich profitiere und umarme ihn. Er küsst mich. Zuerst verklemmt auf die Wange. Doch ich reiche ihm meinen Mund und ehe wir uns versehen streicheln wir uns mit den Zungen.
Was tut‘s, wieso jetzt falsche moralische Komplexe, dieser Junge zeigt ihm den Weg. Er soll sich keine Gedanken über morgen machen, sondern seine echten Gefühle ausleben. Es ist so schön seine Haut an meiner Haut, nachdem ich so auf ihn gewartet habe. Ich frage: "Bereust Du" Er: "Nein. Danke für Deine Hilfe mich aus dem Busch zu locken,José. Ich glaube ich bin so verknöchert geworden, dass Du kommen musstest, um mir das richtige Leben zu zeigen." Doch er sagt noch mehr. "Ich bin auch froh, José, dass Du nun argumentierst, und Dich nicht so verschliesst. Ich glaube, und hoffe, dass Du jetzt Vertrauen zu mir gefunden hast. Aber Du findest auch mehr Vertrauen zu Dir selbst. Denn jetzt bist Du einfach zu wenig selbstsicher und lässt Dich zu viel manipulieren. Ich möchte, dass wir es zusammen fertig bringen dass Du selbstsicherer wirst und dass Du lernst, Dich gegen die anderen zur Wehr zu setzen." Ich muss lächeln. Ich bin nicht so einer der sich wehrt. Kann und will das nicht. Da muss man nur das mit den anderen machen was man nicht möchte das es mit einem gemacht wird. Er umarmt mich wieder. "Je länger ich Dich kenne, José, je mehr glaube ich, dass Du mir vom Himmel geschickt wurdest. Sicher hast Du viel Lebenserfahrung gewonnen. Gescheit bist Du auch." Wieso nur ist ihm das eingefallen. Es rutscht mir heraus: "Ich und gescheit. Da wäre der Esel ein Genie." Und er: "Das ist er. Er tut dergleichen als lasse er sich schlagen, aber bei der erstbesten Gelegenheit zahlt er es einem zurück." Ich muss Luft schnappen. Der Mensch hat auf alles eine Antwort.

Seine Uhr - soll ich sie annehmen als Geschenk?

Aber er fährt fort bevor ich ihm antworten kann: "Ich muss zugeben, mich freut es, dass Du mir jetzt vertraust und als Zeichen, dass auch ich Dir vertraue gebe ich Dir meine Uhr, die ich wirklich gern habe." Was muss er mir jetzt mit einem Geschenk kommen? Um mich zu kaufen. Ich, will sie nicht, da ich mich nicht kaufen lassen will. Doch eine Uhr wollte ich schon immer, besonders so eine Schweizer Uhr wie sie Martin immer prahlend umherzeigte. Ich wurde dann blass vor Neid. Er drückt sie mir in die Hand und ich kann sie nicht fallen lassen. Ich halte sie noch in der Hand als wir schon lange liegen. Wir haben uns geküsst, überall am ganzen Körper und jetzt liegen wir beide auf dem Bett und sind zärtlich zueinander. So schön, so zärtlich habe ich’s noch nie gehabt. Immer noch halte ich die Uhr fest in meiner Hand. So viel Freude habe ich daran. Jetzt lege ich sie beiseite. Ich sage: "Bitte Ramon, ich möchte Deinen Pfahl in mir verspüren." Aber schon wieder windet er sich, will nicht. Und rot wird er. „Das tut Dir sicher weh. Siehst Du, er ist so gross und Dein Loch ist so eng." Eine Ausrede wie jede andere. Ich tue so als nähme ich das ernst. Sage: "Ja, wie meinst Du denn, wie das sonst ist, Ramon. Immer kriege ich ihn, meistens werde ich geschlagen, er wird mir ins Maul gestossen und dann zwischen die Pobacken ins trockene Loch und das tut so weh. Aber bitte, tue es, denn ich bin sowieso angeregt und es ist nicht mehr trocken jetzt. Ich freue mich so auf Dich." Ihm ist sichtlich unwohl ob solcher Direktheit. Er windet sich und versucht sich zu befreien von meinem Griff. Doch ich lasse nicht locker und er ist sichtlich erregt. Endlich habe ich ihn verführt. Jetzt macht er es ganz behutsam. Er steckt den Finger in den Mund und schleckt ihn und steckt den feuchten Finger in meinen Hinter Vor Freude windet sich mein Körper. Dann hebt er mich auf, legt mich behutsam auf den Rücken, spreizt und hebt meine Beine und tut es. Zuerst schnaufe ich, halte den Atem an. "Tut‘s weh.“ fragt Ramon, hört sofort auf. „Nein, ich bin bloss gespannt.“ Wieder nässt er mein Loch mit seinem Finger, mit seinem Speichel, bückt sich und blast mir einen bis ich ganz hin bin. Wieder versucht er mit dem Finger einzudringen. Dann langt er mit beiden Armen hinter meinen Rücken, hebt meinen Oberkörper hinauf. Ich bin nun sitzend aufgespiesst auf dem Schoss Ramons und es tut überhaupt nicht weh. Ich küsse Ramon aufs Maul und reibe mich an Ramons Brust. hüpfe hinauf und hinab. Bis Ramon so erregt ist, dass er spritzt. Der Strahl spritzt in mein Inneres. So schön ist das. Überhaupt nicht wehgetan hat es, ich kann nicht anders, die Tränen laufen mir hinab und er sage "Danke". Umarme Ramon ganz eng, lasse mich zuerst auf den Rücken fallen und dann lassen wir uns umschlungen auf die Seite fallen. Ramon küsst meinen ganzen Körper und streichelt meinen Schoss. Jetzt beugt sich Ramon über meinen Körper, schleckt ihn mit seinen Lippen ab, küsst mich überall. Ich winde mich. "Wirklich schön ist es mit Dir José!“ sagt Ramon. „Ich möchte, bitte, dass Du jetzt in mich dringst." Ich bin überrascht. Das hat mir bis jetzt noch nie jemand gefragt. Nur immer herhalten. Ich protestiere: „Das ist doch nicht gut. Bis jetzt war ich nur Tunte." "Wieso sollst Du nur eine Tunte sein, José. Versuch es doch mal. Sicher wird’s Dir gefallen auch den anderen Part zu spielen." „Aber Ramon, wie kannst Du, es würde Dir nicht gefallen? Wo ist der Phallus, ich werde Dir den hineinstecken"" "Bitte mach es mir zuliebe nicht mit einem Werkzeug. Ich möchte Dich spüren. Du musst keine Komplexe haben. Aber wenn es Dir weh tut, werde ich mich beschränken Dir einen zu blasen." Und tut es wirklich. So etwas. Mein Herz springt. Es ist wirklich Liebe zwischen uns wenn er mir auch einen bläst. Und ich hätte es nicht erwartet von ihm. Er ist so ein alter Knusti. Könnte mein Vater sein. Oder irgend so ein Freier. Gott sei dank ist er es nicht. Und ich versuch's. Ramon hat sich auf dem Bett vorübergeneigt, den Hintern. Ich dringe ein, noch zaghaft, „Drücke nur fester, José“ ruft er und ist so erregt dass es geht wie wenn ich ins Wasser tauchen würde. Es tut überhaupt nicht weh, ist aber so schön für mich und für Ramon dass auch er weint. Ramon wackelt mit dem Hintern. Es erregt mich ungemein und ich spritze. Langsam drückt er mich hinaus, und er stöhnt wie sein Muskel sich entspannt. Er dreht sich, jetzt sitzen wir beide nebeneinander auf der Bettkante und umarmen uns ganz eng. Ich bin endlich zum ersten Mal im Leben wirklich glücklich. Und wie wir uns umarmen, flüstere ich Ramon ins Ohr:" So schön ist es für mich.“ Ramon neigt sich zu mir: „So schön habe ich es schon so lange nicht gehabt. Seit Ali gestorben und Koja verschwunden ist.. Ich möchte Dich nie mehr missen. Und Dich nicht verlieren wie Koja. Und so schön bist Du und streichelt mir übers Haar. Küsst mich auf die Augen. "Fuchsbraune Haare mit Locken, rehbraune Augen. Er reisst mir meine falschen Wimpern weg. "Siehst Du, die richtigen sind viel schöner!" sagt er trotz meinem Protest. Ein Macho ist er trotzdem. "Dass Du es mit so einem Alten machst wie mit mir." Ich protestiere. "Du bist nicht alt und Du gefällst mir." Er lacht. "Vielleicht alt aber sportlich. Kannst Du Skifahren." Ich schüttle den Kopf. "Wir werden nach Sankt Moritz in die Ferien gehen. Ich möchte Dich unbedingt meinen Freunden vorstellen und in Davos werde ich dann Simon besuchen und ihn wieder skandalisieren." So geschmeichelt hatte mir nur Raoul. Doch wo ist Sankt Moritz? Er erklärt es mir. Scheint's ist die Schweiz seine Heimat. Aber er ähnelt gar nicht einem Schweizer, so pingelig mit dem Geld sind die und stinken alle. Und wer ist Simon und wer Koja? "Simon, Koja," frage ich: "Sind die auch in Sankt Moritz?" Ramon lacht. "Simon ist mein Sohn. Er lebt in den Staaten." "Ah, Du hast einen Sohn? Du bist also doch kein richtiger Schwuler. Also lebt der nicht in Davos." "Nein er geht an den Weltwirtschaftsgipfel von Davos. Dort wo die reichen Länder ratschlagen wie sie die Armen noch ein bisschen mehr ausbeuten können. Er ist Professor für Volkswirtschaft." "Für was?" "Er schreibt Bücher über was mit dem Geld passiert." "Über das schreibt man Bücher? Da muss man doch nicht viel schreiben. Die Reichen verdienen viel und die Armen müssen betteln. Um das zu verstehen muss man doch keine Bücher schreiben."

Einfache Leute. Herablassend lächle ich. Sofort nehme ich mich zusammen. Ich, Ramon, ein Mitglied der Weltkommunistenorganisation seit meiner Studienjahre mache mich lustig über die Proletarier die nicht studiert haben. "Siehst Du," sage ich belehrend, "das ist eben kompliziert." Und will ansetzen zu einem Vortrag. Jetzt ist José wieder beleidigt. "Du meinst das ist zu hoch für so einen Wichser, der die Strassen abklopft um etwas zu verdienen. Du hast Büros voll Bücher, Computer und teure Bilder die man im Museum sieht, Dein Sohn schreibt Bücher wie die Banken mehr verdienen können und Du willst dass wir eine Freundschaft aufbauen. Das ist doch unmöglich. Machen wir es wie es die Natur will. Ich blase Dir einen, Du bezahlst und stellst mich wieder auf die Strasse. Anders geht es nicht, denn Du machst Dich eh lustig über mich." Das war ein Ausbruch. Er weint. Jetzt bin ich wieder sehr unpsychologisch gewesen. Ich nehme seinen Kopf in die Arme, umarme ihn. Er stösst mich nicht ab. Ich sage einfach: "Du bist Stricher, José. Aber du musst dich nicht schämen. Du wurdest von dieser Gesellschaft für eine Rolle verurteilt. Aber Du bist nicht verurteilt zum Versager. Denk an Trimalchion. Der hat auch alles von seinem Herrn geerbt. Du wirst etwas erreichen, denn Du bist gescheit und schön. Du musst nur an Dich glauben." Doch weiter fehlen mir die Worte. Weiss nicht was weiter sagen. José schaut mich nur an und sitzt auf den Fauteuil nebenan. Ich nehme eine Flasche Coka Cola und fülle ihm ein Glas. Wortlos. Dann fülle ich mir ein Tumbler mit meinem Lieblingswhiskey, Glenfiditch. Doch José schaut mich an. Ich bin plötzlich Unerklärbarerweise frustriert. wieso sagt er nichts zu meinen aufmunternden Worten. Ich habe mich doch so angestrengt. Und habe nichts böses über Simon gesagt. Denn was mich doch so aufregt, ist dass er als Sohn des Kommunisten und Atheisten Ramon Gandarian die Banken vertritt und ein prominentes Mitglied der "Kirche aller überlebenden Heiligen ist". Dem er ja auch seinen Auftritt in Davos verdankt. Nächstes wird der sich sogar aufstellen lassen als Präsidentschaftskandidat der Republikaner!

Ich kann nicht eingehen auf José. Ich muss es definitiv aufgeben. Er räuspert sich. "Kann ich bitte auch einen Whiskey haben." "Was?" "Ja bitte, ein bisschen Whiskey und das Glas mit Coca Cola aufgefüllt. Das hab ich gern." So was. Da fragt man sich noch warum heute nicht mehr gearbeitet wird, wenn die Leute schon so jung anfangen zu saufen. Doch ich nehme einen billigeren Bourbon aus der Bar. Schottischen Malzwhisky mit Wasser verdünnt. Das wäre ja schade. Ich habe definitiv keinen Draht zu diesen Jungen. Was soll ich bloss sagen. Jetzt liegt er einfach auf dem Fauteuil, die Beine über den Armlehnen. Einen bisschen Musik als Hintergrund wäre nicht schlecht. Ich denke nicht weiter. Drücke den Knopf der Fernbedienung. Der Radio steht auf meinem Lieblingssender den ganzen Tag klassische Musik bringt. Und heute Sonntag ist geistliche Musik und 300 Jahre Bach. Irgend so ein Kindertenor singt die Kantate 100 von Bach. Obwohl hier gesungen wird, dass alles was Gott tut recht getan ist, und das in mir schmerzhafte Erinnerungen wachruft an meine Kindheit, gefällt mir die Musik so sehr und ich bin so glücklich mit Jose zusammen. Er versteht eh kein Deutsch. Und ich will es nicht übersetzen. Mit geschlossenen Augen sitze ich da, geniesse. Plötzlich fällt es mir ein. Mir gefällt diese Musik. Aber .... was denkt José der inmitten der Schalmaienklänge seiner Indios aufgewachsen ist und für den diese Musik unverständlich sein muss. Doch da erlebe ich den Schock meines Lebens. Er entspannt sich nicht nur bei dieser Musik, er summt mit und es scheint ihm so zu gefallen. Ich wollte was sagen, aber verstumme und reiss den Mund auf. Doch abrupt hört er auf. Ich gehe zum Radio drehe den Knopf bis ein Lokalsender kommt. Dann kann ich es aber nicht verklemmen zu sagen: "Eine Überraschung, José, Du singst ja wunderbar. Heute Nachmittag spielen wir im Quartett und ich hoffe, Du wirst mitmachen, wenn wir diese Kantate von Bach spielen werden. Und heute Abend singen wir ein Chorwerk von Bach in unserem Chor. Willst Du zuhören. Es ist zwar länger als das, was Du gehört hast." Jose nickt, so lange er hier leben kann, macht er alles mit. Aber er ist wieder aufgestanden vom Sofa, steif aufgerichtet sitzt er da. Er weint. "Wieso hast Du jetzt wieder den Sender gewechselt, wenn Du schon sagst ich hätte es gern." Wieder Banco, ich bin blöd. Wie will ich, dass José Vertrauen fasst zu mir, wenn ich ihn behandle wie ein blöder Durchschnittsbürger. Ist er nicht, sonst wäre er nicht Stricher. José fährt weiter. "Ich schätze es, Du hast mir gesagt, dass ich schön bin, dass ich es anderen gut machen kann und dass ich schön singe. Und das gefällt mir bei Dir, obwohl Du nicht besser als irgend so ein hergelaufener Freier bist. Alt und nur auf Deinen Vorteil aus." Das sitzt. Ich will die beleidigte Leberwurst spielen. Doch das ist nichts für den Moment, denn ich bin verliebt und eigentlich hat José recht. Er sitzt aufrecht wie auf Nägel und ich warte, dass noch mehr Wahrheit herauskommt. Da fällt mir rechtzeitig ein Ausweg ein. Es ist Essenszeit. Ich frage: "Du hast sicher Hunger?" Er zuckt mit den Achseln. "Sicher. Immer." Ich sage: "Hilfst Du mir? Wir werden zusammen etwas kochen. Ich habe ein feines Steak und werde Pommes Frites und Bohnen dazu machen."

Mittagessen am Sonntag zu zweit

Wir beide kochen zusammen. Während ich die Friteuse heraushole und das Öl einfülle, sage ich: "José, kannst Du mir etwas helfen. Willst Du mir die Kartoffeln schälen. Und Du könntest die Büchse mit den Bohnen öffnen." José kann eine Büchse öffnen. Auch Kartoffeln hat er geschält, als er sein Leben als Schwarzarbeiter verdiente. Er nimmt ein gewöhnliches Messer. Schneidet sich in die Finger. Ich lache. "Das ist es halt, wenn man mit einem gewöhnlichen Messer Kartoffeln schälen will." Er will beleidigt aufstehen. "Wenn Du mich so behandelst!.." Aber er blutet stark und ich muss Verbandstoff holen. Wie ich zurückkomme, ist er mit dem Kopf auf die Tischplatte gestürzt. Ohnmächtig. Ich schüttle ihn. Er reagiert nicht. Ist ja nicht besonders gesund. Und auch nicht von so starker Konstitution. Was soll ich machen? Ich binde das Blut ab, lege die Binde um den Finger. Trage ihn ins Wohnzimmer auf die Couch. Kaum habe ich ihn dort abgelegt, wacht er auf und regt sich. Ich sage: "Bitte rege Dich jetzt nicht auf. Ich bin vielleicht manchmal nicht so feinfühlig. Aber denk daran, jeder alte Freier hat so seine Mäzchen." Doch er steht auf und will in die Küche gehen. Ich halte ihn zurück doch ich merke dass er schon wieder daran ist, in Tränen auszubrechen. "Die Methadonspritze!" geht es mir durch den Kopf. Ich will sie holen. Doch er klammert sich an mich, lässt mich nicht weg. Schliesslich hebe ich ihn auf und trage ihn in sein Zimmer, wo dies Zeug ist. Lege ihn aufs Bett. Durchstöbere nervös die Schublade bis ich die Spritze gefunden habe. Doch er reisst sie mir aus der Hand, und gibt sie sich selbst. Ich bin froh, denn ich wüsste nicht wo, der ganze Arm ist zerstochen. Doch kaum hat er sich gespritzt, geht es ihm wieder gut. Sofort steht er auf, ich muss ihm in die Küche nachspringen. Ich will ihm zeigen, wie richtig rüsten, und finde prompt das Rüstmesser nicht. Ich such überall, fluche und finde es schlussendlich in irgendeiner falschen Schublade. Es ist so meine Art mit Strichern, die ich bei mir aufnehme, Pommes Frites zu kochen und der letzte hat's am falschen Ort versorgt. Die Schublade geht nicht auf. Um es herauszuklauben, klemme ich mir den Zeigefinger ein. Vereint müssen wir die obere Schublade ganz herausnehmen. Das ist zu komisch, ich muss lachen, es ist besser als sich schämen und rot zu werden. Prompt lachen wir beide. „Wenn Du so lachst,José, bist Du wirklich schön." So schön dass Ich ihn küssen möchte. In der Küche mit fettigen Fingern, nein Danke. Aber da liegt mir noch etwas auf der Leber. Ich muss noch etwas besprechen. Ich sage: "Frank war bei Dir, heute morgen, was hat er Dir gesagt." José antwortet nicht. Er weiss nicht was Ramon Frank sagen wird, aber er will nicht über andere schimpfen. "OK" sage ich "Es ehrt Dich, dass Du nicht über andere schimpfen willst. Ich liebe Deine zurückhaltende Art wirklich. Wo hast Du eigentlich Deine Schwächen."

Schon wieder so ein Satz auf den man nicht wirklich antworten kann. Denkt sich José. Er ist ungemein feinfühlig. Er findet dass dieser Ramon alt, voreingenommen und ein Schmeichler ist. Vielleicht glaubt er sogar, damit seine Dienste gratis zu erhalten.

Dann, nach einer Pause, sage ich ernst: "Wenn Frank Dir irgendwelche Vorschläge machen wird, lehne ab. Und bleibe hart. Frank ist recht gescheit, kann einen überreden, aber er macht Sachen, die für Dich nicht gut sind. Du musst nicht mitmachen, ich verbiete Dir mitzumachen, und wenn Du nein sagst, werde ich Dich unterstützen."

Das passt so ins Bild, dass sich José von mir macht. So ein grossväterlicher Moralist und selbst ein Libertin. Aber Angst hat er nicht mehr vor mir. Er sagt verächtlich: "Mir gegenüber spielst Du Dich so väterlich auf. Du hast nichts zu sagen. Ich habe keinen Vater mehr und brauche auch keinen. Aber Du machst diese Sado-Macho-Sachen. Ich suchte Dich. Aber die Tür war verschlossenen und ich habe gehört wie ihr es miteinander getrieben habt."

Jetzt ist es raus, er hat’s einfach so gesagt. Es war ihm nicht so wohl dabei und er hat krankhaft auf die Kartoffeln geschaut. Irgendwie fühlt er, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen ist. Doch wie hat’s Ramon aufgenommen? Verstohlen schaut er auf. Und bereut auch gleich, das gesagt zu haben.

Ich bin ganz rot geworden. Habe ich doch gedacht, dass ich jemanden vor der Tür gehört habe. Ich schlucke zweimal leer. José fährt fort: "Ich habe gehört wie Du gestöhnt und gewimmert und um Vergebung gebeten hast und Frank hat ganz böse gezischt. Ich kenne diese Type, da musst Du mir nichts vormachen. Doch manchmal muss man mitmachen, man braucht die Pinke. Doch dann gewöhnt man sich dran. Man möchte mehr Schläge. Und ..., manchmal habe ich das sogar gern gemacht. Auf jeden Fall lieber als Geschirr waschen im Restaurant wofür man überhaupt nichts erhält." Jetzt ist’s heraus, Ich schaue José an. Was will er mir mitteilen? Ich muss mich rechtfertigen. "José, dass ich mit Dir darüber so frei reden kann, ist einfach schön. Deshalb, José, möchte ich, dass wir Freunde werden und bleiben. Bitte sag mir immer wenn Dir etwas an mir nicht gefällt. Wie jetzt. Irgendwie habe ich Angst. Ich befürchte, dass Du mir nicht traust!" "Frank traue ich nicht! Du bist fast wie ich, aber doch nicht ganz." Er schaut mich an, und dann sofort wieder weg. Scheint etwas sagen zu wollen und hat sich doch nicht getraut. Ich habe die Pommes frites in die Friteuse eingefüllt und sie brutzeln. Das Entrecote ist zubereitet. Ich stehe auf, decke den Tisch, nur zwei Teller und Gläser. Grüner Salat gewaschen gekauft auf Salatteller, Essig und Oel werden wir draufgiessen wie die Italiener . Oeffene eine Flasche Wein. Dann bereite ich zwei Old Peculiar denn das hat er offensichtlich gern. Bringe es in die Küche zusammen mit Aperitifgebäck. Er sitzt immer noch da. Plötzlich nimmt er sich eine handvoll Gebäck steht auf, schaut mich an und sagt: "Du bist krank oder was, dass Du diese schmerzhaften Sachen freiwillig machst?" Nimmt einen Schluck aus dem Glas. Ich habe mir eine Antwort erdacht: "Ja, ich möchte einfach meine dunklen Seiten erkunden. Ich weiss, ich habe viele davon und sie sind mir ein Problem. Aber ich kann aufhören, wenn es zu schmerzhaft wird und Frank und ich machen es so, dass es nicht schmerzhaft ist. Du hast es aber unter Druck getan und das ist was anderes. Und Du bist so jung, als ich Dein Alter hatte..." Ich verstumme, hatte mein Vater nicht als ich noch viel jünger war, von mir Sachen verlangt, die ich schamhaft fand, hatte meine Mutter mir nicht das Pfeifflein gewaschen bis ein weisser Schaum herausgespritzt war und ich hatte mich geschämt. Und schliesslich, wieso nicht einen guten Vorsatz treffen. Schliesslich kostet es nichts. Ich verspreche: "Aber ich will die Übungen mit Frank aufhören wenn es Dir nicht behagt. Das heisst, wenn Du bei mir bleiben willst."

José verstummt. Er findet das schön wie es ist, glaubt aber nicht dran. Er befürchtet dass irgend etwas passieren kann und alles wieder schlecht werden wird, wie das schon so oft bei ihm gegangen ist. Vorderhand will er von der Situation wie sie jetzt ist so gut als möglich profitieren.

Wir essen zusammen

Und wir haben es lustig miteinander. Josés schöne schlanke Finger sind auch in der Küchenarbeit bewandert. Ich kann mich nur wundern wie schnell die Pommes Frites vorgeschnitten sind. "Du bist ja schnell. Und hast so getan als könntest Du’s nicht" "Weisst Du Ramon, als ich ausgerissen bin und selbständig mein Leben verdiente, habe ich auch solches gemacht. Doch man verdient nichts dabei und kann nicht sparen für den Übergang nach dem Paradies im Norden." Woher kommt er. Sicher nicht aus einer reichen Familie wenn er vom Paradies im Norden, von den USA, schwärmt. Aber er kann lesen, versteht schöne Musik. Das erwarte ich nicht von einem Bauernsohn, der immigriert ist, illegal hier ist und seinen Unterhalt verdient wie es eben geht. Ich wundere mich, der Junge muss mir mehr über seine Kindheit erzählen.

Doch ich sitze vis-à-vis von ihm und erzähle Witze. Endlich kann sich José entspannen und lachen, zu meiner Freude. Er erinnert sich laut. Manchmal wenn er vor einem MacDonalds bettelte, als er noch so jung war und es etwas abwarf für ihn, gab es für ihn einige Pommes Frites. Wie alle Kinder hatte er diese natürlich gern, aber es war unerschwinglich für ihn, der meist von Abfällen lebte. Er wundert sich und fragt: "Du bist reich Ramon, Du kannst es Dir leisten immer so gut zu essen." "Ja, „sage ich, Ramon, „Ich habe immer gut gelebt. Ich war Professor über Alte Geschichte an der Universität. Viele Fachbücher habe ich geschrieben. Als ich im Sudan und in Südägypten nach Spuren der Hyksos suchte, denn ich hatte so eine Theorie, dass diese Hyksos nicht nur im Delta gewesen sind, habe ich Ali kennen gelernt und der hat mir das richtige Leben beigebracht. Ich habe vor kurzer Zeit ein Buch geschrieben wo ich meine Erfahrungen von meinem Aufenthalt in Südägypten beschrieb. Es wurde in viele verschiedene Sprachen übersetzt und wird jetzt auch in Hollywood verfilmt. Jetzt habe ich auch eine Kriminalgeschichte geschrieben und die ist jetzt auch ein Erfolg. Bald werde ich eine Geschichte schreiben, wie Du Pommes Frites machst." Beide lachen. Ich freue mich, dass José endlich lacht, wie ein richtiger Junge seines Alters. Ich decke den festlichen Tisch, habe noch in einer Ecke im Kasten Servietten gefunden mit dem Micky Maus Motiv. Wo er die nur her hatte? Anyhow. Obwohl es nicht mehr seinem Alter entspricht, eher meinem, ich finde es lustiger als weisse Servietten.

Bei den Frites und dem Steak schlug José auch zu. Ramon hatte ihm gefragt: „Was trinkst Du. Ich habe nur Wein und Mineralwasser im Haus, bin halt ein Erwachsenerhaushalt.“ Dann ging er nochmals in den Keller und fand dort noch einige Flaschen Coca Cola. José ist natürlich begeistert. Fast wie im McDonalds. Nur natürlich kein Hamburger. Im stillen nahm ich mir vor, noch einige Hackfleischplätzli und Buns zu kaufen. Sicher würde José die vorziehen, wie die anderen Jungen. Er sagte noch: "Wegen heute Abend. Es wird spät werden. Wenn Du sehr müde bist bleibe doch zu Hause." Doch José meint: "Ich will nicht allein sein. Der Juarez hat doch telephoniert und weiss wo ich lebe. Sicher sucht er mich und lässt mich nicht in Ruhe." Wieder ist er sehr nervös und aufgeregt, die Entspanntheit von vorhin ist wie weggeflogen. Ich bereue es, das Thema aufgegriffen zu haben. Ich sage: "Bitte habe keine Angst. Ich werde sehen, dass Du nie allein zu sein brauchst. Aber heute geht es nicht. Alain hat Wochendienst. Und auch Frank..." "Bitte nicht Frank!" ruft José aus. Offensichtlich hat ihn also Frank belästigt. Sage ich mir. Mit dem muss ich aufpassen. José ist aber sehr müde. und schläft ein, als ich ein Glace kaufen gehe im Kiosk nebenan. Ich fass José bei den Armen und Beinen und trage ihn ins Bett. José legt seinen Kopf auf meine Brust. Wie schön das ist. Dann ziehe ich ihm die Kleider aus und das Pyjama an. Der Junge schläft ruhig und fest, atmet ruhig. Endlich hat er Ruhe in sich.

Das Quartett

Es ist Nachmittag. Die Freunde sind eingetrudelt. Raùl stimmt seine Geige. Juan übt auf dem Cembalo die Fugen Bachs. Heute spielen wir Bachs Fugen für Cembalo und Kammerorchester. Und kaum haben wir angefangen, höre ich plötzlich in der Hälfte auf. Die anderen rufen: "Was ist Ramon, lass uns doch nicht im Stich." Doch ich gehe vor die Tür. Und wirklich, José lungert herum, im Pyjama. Und Gott sei dank nicht nackt. "Hast Du nicht geschlafen. Die Freunde vom Quartett sind da und wir wollen etwas zusammen spielen." "Kann ich nicht zuhören?" "Natürlich, aber zieh richtige Kleider an. So im Pyjama geht’s nicht. Komm, ich komm mit Dir. Du kannst ja die alten Kleider von Simon anziehen." Die Hosen sind zu kurz, José sieht aus wie ein Pirat und das T-Shirt hat zu lange Ärmel. Und so altmodisch. Das hat ja noch der Grossvater getragen! José verzieht das Gesicht, so will er sich nicht zeigen, da müsste er sich schämen. Er will wieder seine alten durchlöcherten Hosen anziehen. Doch der Alte versteht es nicht.

Das ist ja furchtbar, diese Kleider will ich wegwerfen. "Komm, hier sind noch welche Hosen, sie sind von später. Doch diese durchlöcherten Hosen fallen zu sehr auf." Es sind die von Koja der ja sowieso verschwunden ist. Doch die sind zu lang. Ramon schlägt sie hinauf und er hat dafür eine grosse Borte, was nicht mehr Mode ist. Sie schauen sich im Spiegel an, Ramon muss lachen. Ihm ist sowieso zum Lachen. "Hier zieh diesen Strohhut an, dann siehst Du wirklich wie Huckleberry Finn aus." Und jetzt muss auch José lachen, er sieht wirklich zu komisch aus. "Und ich bin Tante Polly," ruft Ramon, und zieht sich einen Damenhut über den Kopf. Der ist von meiner Frau, die jetzt mit einer anderen Namens Ruth die Glückseligkeit der Indianer im Busch von Neuseeland untersucht.“ Plötzlich kommt’s mir in den Sinn. Ich habe ihm ja seine neuen Kleider geholt im Bahnhof Ost. Die neuen roten Jeans und die Satinjacke. Die will er sicher anziehen. Ich hol sie aus dem Kasten und er zieht sie sofort an. "Wunderschön wie ein Engel siehst du aus" rufe ich aus. Er aber ist schockiert. Schaut sich im Spiegel an. "Die Jacke war doch beschädigt." Ich lache. "Sie hat sich von selbst geflickt und hat noch ein Kind gekriegt." Und ich nehme aus meiner Hosentasche ein Päcklein und daraus eine goldene Kette mit einem Anhänger. Ein Löwe. Alle meine Schätze hatten den Löwen entweder als Aszendent oder als Sternzeichen, wie Koja! Ich ziehe ihm die Kette über den Hals und sage: "Das hat Dir noch gefehlt! Dein Hals ist so nackt. Du bist gepflegt und wunderschön." Und um ihm jegliche Möglichkeit zu protestieren zu nehmen, küsse ich ihn auf den Mund, seine herrlichen fast weibisch geschwungenen Lippen. Und er schmiegt sich an mich, dass mir beinahe wieder geil werde.

Die Musiker haben nicht auf mich gewartet um zu spielen. „Aha,“ sagen sie, als ich Ihnen José vorstelle, ein neuer Spieler. Sie meinen es durchaus doppelbödig, doch ich tue nichts dergleichen. Sie sind es bei mir sowieso gewöhnt, dass ich Gäste habe. Besonders perfid die Frage von Juanito: „Was spielst Du denn.“ José ist verlegen. Ich antworte für ihn: "Er will nur zuhören. Aber wenn ihr mich fragt, er singt wunderschön." Wieder frägt er spitzig: "Wie Mahalia Jackson?" weil er Lehrer ist und von Jazz nichts hält. Und lächelt eklig. Diesem Juanito zahl ich's noch zurück. Wenn er mir meinen Engel nur nicht zu sehr verunsichert. Ich sage sofort: "Wahrscheinlich auch, aber heute morgen hat er eine Kantate von Bach mitgesungen. Und glaube mir, dass war für das, dass er diese Musik zuerst gesungen hat, phänomenal. Er ist musisch begabt.“ Jetzt fragt Ernesto, der Musiklehrer ist und in einem Symphonieorchester mitspielt: "Willst Du es versuchen auf dem Cembalo. Komme hierher, ich spiele Dir was vor." Ernesto ist in meinem Herzen eine ganze Tonleiter höher hinaufgerutscht. Er ist auch der schönste von allen obwohl er auf meine Avancen nur taub ist. Ein richtiger mexikanischer Macho, hat nur Blondinen im Kopf. Er spielt ein Stückchen aus dem musikalischen Manifest vor. „Jetzt komm mal.“ José hat sich die Tasten gemerkt. Das gleiche Stück spielt er nochmals. Und zwar ohne Fehler. Alle sind überwältigt. Doch mir gefällt es nicht. „Du musst den Jungen nicht überstrapazieren. Diese Mozartallüren liebe ich nicht.“ Er ist beleidigt. "Das wollte ich auch nicht. Aber ich strapaziere ihn nicht. So was habe ich noch nie erlebt. Als Schüler würde ich ihn sofort nehmen, besonders da ich so viel Frust erlebe mit meinen Schülern. Die lernen doch nie was und immer muss man das Gleiche spielen.“ José hat Freude am Spielen. Aber er beteiligt sich nicht an unserer Konversation. Reagiert einfach nicht, was mich beruhigt. Er versucht die Tasten, drückt sie nacheinander. Er ist so musikalisch, ich realisiere wie er beim Musizieren richtig leuchtet vor Freude. Ich will ihn glücklich machen, muss ihm eine Ausbildung zahlen! Denn kaum ist er sich bewusst über die Töne, die die einzelnen Tasten geben, spielt er die ganze Melodie wieder, aber eine Oktav höher und dann weiter... Ich traue meinen Ohren nicht. Jahrelang habe ich geübt mit der Querflöte und bringe bloss einigermassen einige Töne hervor und dieser Grünschnabel kommt und spielt schon einiges besser als ich. Am liebsten möchte ich meine Flöte dem nächstbesten Trödler verkaufen, was ja auch das Beste wäre und nur noch Karten spielen. Ich sage: “José wird auswählen was er für ein Instrument spielen will und ich werde ihm eine richtige Ausbildung bezahlen.“ Wieder dieses perfide Lächeln von Juanito, am liebsten möchte ich ihm eins auswischen. Ich schlage ihm auf die Schultern dass er fast vornüber fällt und sage laut: "So begabt bist Du nicht, bei diesem Ritornato spielst Du immer hartnäckig ein Gis anstelle des Fis." Er wird rot und gibt mir mit der Faust einen Schlag in den Bauch. Doch ich reagiere nicht darauf, denn offensichtlich hat das getroffen vorhin. Raùl sagt: „Hat er denn wirklich kein Instrument gespielt, ich kann es nicht glauben.“ José sagt: „In meiner Heimat, hatte mal jemand eine Flöte – und ich habe darauf geübt. Es war in der Hütte die meinem Onkel als Tempel galt. Mein Onkel rief aus, dass ich ihm das Instrument entweiht hatte, schlug mich und gab mich weg, zum Nachbar zur Pflege. Die wollten nichts von Musik wissen. Sie waren Baptisten und der Ansicht, dass Musik Gott nicht gefällt." dieser Affe von Juanito muss wieder laut lachen, doch er verschluckt sich, weil ich ihm einen Faustschlag in den herausstehenden Bauch gebe. Später erfahre ich, dass José nicht die ganze Wahrheit gesagt hat, denn der Onkel zerschlug ihm die Flöte über dem Kopf und er hat sie notdürftig im versteckten zusammengeflickt, deshalb tönte sie schlecht. „Doch ein Zeitlang spielte ich auf der Flöte. Ich habe sie immer versteckt bis mein Freund mich verpfiff." Es ist das erstemal dass ich etwas von Josés Kindheit erfahre. Ich bin betroffen. Jetzt sagt Raùl: “Willst Du mal etwas auf meiner Geige spielen, José..“ Doch den Geigenbogen hält er nicht richtig in der Hand. Raùl erklärt ihm wie sie zu halten ist und er versucht Töne zu spielen. Versucht die Töne die er herausbringt zu orten und plötzlich hören sie eine wirkliche Hirtenmusik. Es ist einfach phänomenal. Doch ich bin ganz wütend. Denn mir scheint, dass der Junge hochgenommen wird. Ich nehme mir vor, mit ihm einmal einem Musikprofessor, einem Kollegen den ich aus meiner Universitätszeit kenne, vorzusprechen. Wie ich es allerdings machen wird, weiss ich noch nicht, denn dieser Kollege ist ein Macho der übelsten Sorte und ehrgeizig, kurzum, mir nicht genehm und das beruht auf Gegenseitigkeit. Doch José sagt: „Hast Du nicht gesagt, ich könnte mit Euch eine dieser Kantaten singen, Ramon.“ „Ja, zum Abschluss, denn wir haben fast den ganzen Nachmittag etwas gehabt." Ich sage zu den anderen: "Ich habe ihm die 100ste Kantate von Bach auf der CD vorgespielt, von einem Wiener Sängerknaben gesungen. Allerdings ist in diesem Stück die Querflöte das wichtigste Instrument, und jetzt bin ich nicht sicher, ob ich das genug gut könnte.“ „Ich übe gerade mit einem Schüler die Hundertste mit dem Violoncello,“ sagt Jan, der dieses Instrument spielt. „Hier sind die Noten. Aber Du kannst sie sicher nicht lesen.“ „Ich singe Dir das mal vor„ sagt Jan. Und José singt alles sofort perfekt nach. Er hat auch eine perfekte Stimme. Dann spielt Jan und José singt dazu. Als alle gegangen sind, bin ich irgendwie enttäuscht über diesen Nachmittag. Ich bin überhaupt nicht dazu gekommen, zu brillieren. José hat mir alles Licht genommen und mich in seinem Schatten gelassen. Hart für mein armenisches Überheblichkeitsgefühl. Bei weiteren solchen Nachmittagen, werde ich den Jungen anderweitig beschäftigen müssen, denn ich möchte mich nicht unbedingt noch mehr blamieren.

Dann machen wir zusammen Tee wie immer und besprechen den Nachmittag und wann wir das nächste Mal zusammen kommen. José greift herzhaft zu, nimmt vom Kuchen und viel Zucker in den Tee. Alle haben ihre Freude und versichern ihm, dass er ein geborener Musiker ist. Und das ist nicht viel der Fall unter Musikern, die einander meistens sogar noch ihre Flöhe neiden. Es gefällt ihm, so viel Lob zu erhalten und er möchte lange mitreden doch er ist müde und gähnt. Ich will endlich mal allein sein und sage deshalb: "Willst Du nicht ein bisschen schlafen, damit Du heute Abend wieder fit bist. Geh doch ins Bett und schlafe." Sofort steht er folgsam auf und geht. Nicht so wie Simon oder Koja. Die haben immer gemurrt und wollten nicht so wie ich. Man hört die schlurfenden Schritte seiner allzu grossen Pantoffeln, die Türe schlägt ins Schloss. Die anderen reden nicht mehr allzu lange. Allerdings fragt Jan: „Seit wann kennst Du den Jungen.“ Ich habe keinen Grund ihnen etwas vorzuenthalten. Sie sind in alle meine Aktivitäten eingeweiht und haben mir bei meinen Spionieren über die Mafia schon verschiedentlich geholfen. Ich habe keinen freundschaftlichen Kontakt mit Menschen, die meine Auffassungen über Moral und Politik nicht vertreten. Allerdings sind viele über meine moralischen Auffassungen schockiert, doch sie akzeptieren mich, weil ich umgänglich und vor allem integer bin. „Seit gestern“ sage ich, „ich wollte ihn ausfragen über die Organisation wo er mitmacht und er wurde mir von Clara empfohlen, einer Hure die für den Juarez arbeitet. Doch José ist unbegabt um eine Karriere zu machen in der Maffia. Zu ehrlich und lieb. Ich weiss nicht wieso die ihn bis jetzt geduldet haben, denn sie sind eigentlich hart. Ich habe von ihm nichts lernen können, der Junge ist zwar irgend Assistent des Bosses aber er versteht nichts vom Geschäft, und jetzt steht er natürlich auf der Abschussliste. Zuerst muss ich schauen, dass ich den Jungen hier behalten kann und dass er sicher ist. „Wenn Du willst, kann ich ihn Pablo, dem virtuosen Cellist vorstellen. Wenn der ihn hört, wird er sich sofort dass er in seine Begabtenschule eintreten kann und dann werden sie sich nicht getrauen, ihn auszuweisen.“ sagt Raùl. Ich bemerke mit Freude, dass sich alle des Jungen annehmen und sein Problem lösen wollen. Ich traue Ihnen aus Erfahrung, dass sie, wenn es ernst gilt, auch auf meiner Seite stehen werden. Aber ich sage: „Zuerst mal ist der Junge mit Leib und Leben gefährdet. Dieser Mafiaboss Juarez hat uns schon einige Male telefonisch gewarnt. Mich haben sie natürlich schon lange auf der Abschussliste, und ich entferne mich nie von hier ohne kugelsichere Weste und Waffe. Aber ihn jetzt auch. Ich muss sagen, ich befürchte um sein Leben und es würde mich leid tun, wenn ich ihn verlieren würde, er ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Überdies ist er nicht gesund, er hustet und muss behandelt werden. Wie eben alle diese Jungen, die in die Geschäfte dieser Patriotenschleudern involviert sind.“ Alle sind einverstanden. Und alle wissen, dass dieser Blam, der Schweizer Hurrapatriot hinter der Mafia steckt und auch diese Guerilla unterstützt wo viele Waffen teuer verkauft werden. „Wenn Du mal irgendwie unsere Hilfe brauchst, vielleicht auch um José vor Unheil zu schützen, kontaktiere uns. Wir sind immer da, wenn wir können.“ Ich bin froh um diese Aussage und bedanke mich, doch ich weiss, dass die Freunde auch beruflich engagiert sind und nicht frei wie ich und dass ich ihre Hilfeangebote nicht übertrieben annehmen kann. Auch hier kann ich nicht über meinen Schatten springen. Meine Eltern zogen mich auf indem sie mir einbläuten, die Hilfe und Gastfreundschaft anderer nicht in Anspruch zu nehmen.

Ich verabschiede meine Freunde und jetzt ist bald höchste Zeit, ins Konzert zu gehen. Ich gehe in Josés Schlafzimmer. Der Junge liegt ganz angekleidet auf dem Bett. Ich muss ihn wecken die Wunden zu behandeln. Ich gebe ihm einen Kuss. José ist aufgewacht, aber ganz schläfrig und noch nicht ganz wach. Es war ganz speziell, den ganzen Tag hat der Junge nichts von den Rauschgiftentzugserscheinungen merken lassen. Aber ich möchte es nicht aufs Äusserste treiben lassen. Ich bereite die Medizin vor, die Alain für die Kur vorgeschrieben hat, ein Glas Wasser mit einigen Tropfen, hebe Josés Kopf hoch und gebe ihm die Flüssigkeit schluckweise ein. Dankbar schaut José mich an, wie seine Glieder sich wieder entspannen. Dann zeige ich ihm die Salbe mit der er sich einreiben kann. Er ist zu schläfrig um mitzukommen denn während ich mich verabschiede um ins Konzert zu gehen, schläft er ein. vielleicht auch weil das Medikament auch schlaffördernd wirkt. Also schreibe ich einen Zettel. Ziehe mich eilig um fürs Konzert, schliesse die Wohnungstüre und die Haustüre und gehe hinaus. Mein schnittiges rotes Sportcabriolet fährt bald aus der Garageneinfahrt und den Strassen entlang.
Doch ich habe kein gutes Gewissen. Kaum angelangt kann ich mich nicht fürs Einsingen konzentrieren und bevor das Konzert anfängt, verschwinde ich ohne mich abzumelden. Habe ich José nicht zu sehr den Gefahren ausgesetzt. Ich rase wieder heim.

Auf dem Polizeiposten

Doch leider pressiere ich zu sehr. Ich gerate in eine Geschwindigkeitskontrolle und obwohl ich mich zusammennehme, um die Polizisten nicht zu reizen, nehmen sie mich mit für eine Promillekontrolle und halten sie mich noch einige Zeit im Polizeipräfektoriat fest. Ich hätte mir das eigentlich denken können, denn meine Wohnung ist, seit es bekannt ist, dass ich die Mafia heimlich überwache, bin ich Tag und Nacht unter polizeilicher Kontrolle der zivilen Beamten. Ein Teil davon ist im Sold der Mafia und meldet alle meine Bewegungen auch den Leuten der Mafia. Deshalb weiss nicht nur die Polizei sondern auch die Mafia von meinem Ausgang. Meine Festnahme im Polizeihauptquartier ist nicht zufällig. Schliesslich hängt es mir aus. Ich rufe aus und verlange mit dem Obersten Chef der Polizei zu telefonieren. Den kenne ich bestens. Das genügt schon, das Telefon ist nicht nötig. Der Beamte, der mich bewacht, lässt mich laufen. Ich steige in meinen Barracuda und rase davon. So kommt es, dass der Mafia der Coup den sie lancieren wollte, José zu entführen, nicht gelingt. Der Spitzel hört, dass ich entlassen wurde, und schiesst den Beamten einfach nieder der mich gehen liess. Informiert seine Vorgesetzen. Doch zu spät, ich bin ich bereits in meiner Garage und im Lift der zu meiner Wohnung führt. Zwar habe ich in der Garage verdächtige Gesellen gesehen. Und konnte denen entweichen. Doch als ich auf dem Flurboden seiner Wohnung ankomme, kommt es mir irgendwie verdächtig vor. Als ich realisiere, dass die Wohnungstür nicht abgeschlossen ist, weiss ich schon, das was nicht stimmt. Ganz leise gehe ich nach hinten zu Josés Schlafzimmer. Aus der abgeschlossenen Tür kommen Angstschreie und eine fluchende ärgerliche Frauenstimme, und zischende Laute. Ich nehme meinen Revolver hervor, schraube den Tranquilizer darauf, gehe zurück, bis zuhinterst ins Badezimmer. Von dort gibts eine Tür in Schlafzimmer José's. Sobald es ein bisschen ruhiger ist, breche ich die Tür mit der Schulter ein. Was ich sehe, bringt mich sofort in Rage. Hinten in der Ecke, in Kauerstellung, José, der versucht sich den Peitschenschlägen Irma’s zu entwinden. Die ist auch so eine Hure aus dem Milieu, wie Clara, ich wusste gar nicht, dass sie auch zum Mafiaring gehört. Und offensichtlich hat Clara die bei mir zu Gast war, Kopien der Schlüssel zu meiner Wohnung anfertigen lasse. Ich habe zu wenig aufgepasst. Ich überlege nicht lange. Irma spürt den kalten Schaft meiner Pistole an ihrer Schläfe. Ruhig, fast wispernd tönt es: „Keine Bewegung" und meine Hand fährt in alle ihre Taschen und vorne in ihren Büstenhalter, dann unter ihre Unterwäsche. Sie hat keine Waffe bei sich, die Peitsche hat sie in der Bestürzung fallengelassen. Dann zische ich: „Jetzt kehrst Du Dich.“ Ich halte ihr die Hände auf dem Rücken mit einer Hand und halte ihr mit der anderen Hand den Pistolenlauf an die Schläfe. Dann, ritsch, ratsch, das schöne Kleid ist futsch, aber auch der BH, und die Unterhosen werden ihr vom Leib gerissen. Ganz nackt, muss sie rückwärts zum Ausgang laufen. Ich halte sie schmerzhaft an den Handgelenken. Jetzt gilt es sorgfältig vorzugehen. Denn einige bewaffnete Leute der Bande sind bereit einzugreifen, sobald sie merken, dass etwas nicht läuft wie geplant. Aber ich weiss nicht wieviel sie sind und wo sie sich verstecken. Deshalb öffne ich die Tür einen Spalt und schiebe sie hinaus in den Flur. Sofort rennen einige bewaffnete Leute hinzu. Ich halte Irma vor mich, die Pistole im Anschlag an ihrer Schläfe und rufe ihnen zu: „Ich gebe Euch 2 Minuten, dass der Chef hier mir die Schlüssel gibt und ihr alle Waffen die auf Euch sind, vor mir auf den Boden wirft, sonst wird dieses Weibszimmer dran glauben müssen.“ Die Mafiabosse haben diesmal Weisung durchgegeben, dass sie sich einfach davonschleichen sollen, denn es ist ja schiefgelaufen und der Polizeiposten weiss davon. Doch Davonrennen ist offensichtlich nicht möglich, da dieser Hirnverbrannte die erste Assistentin und Freundin des Bosses als Geisel hält. Wenn sie nicht heil zurückkommt, wird den Verantwortlichen der Kopf abgehackt werden. Deshalb geben sie ihre Waffen sofort ab und werfen sie mir vor die Füsse. Ich werfe ihnen die nackte Irma vor die Füsse und sie zischen ab, so schnell wie die Antimissileraketen der Amis.

Kaum sind sie weg, erscheint die Polizei, Dein Freund und Helfer. Sie haben gewartet, bis die Lage für sie nicht mehr gefährlich war. Ich übergebe Ihnen die Waffen. Sie wollen die Wohnung durchsuchen. Doch mein Hinweis auf meinen Freund an der Spitze, d.h. Minister der Polizei beruhigt sie. Ich lade sie zu einem Gläschen ein und sie nehmen dankbar das Flüssige und das Geld in Empfang, das ich ihnen gebe. Sie geben mir die Telefonnummer eines Schlossers der auch an Feiertagen für sie arbeitet und ich telefoniere diesem sofort, dass er meine Schlösser ändert, und eine einbruchssichere Tür montiert. Das wird der Schreiner, ein Freund des Schlossers machen, und gegen einen saftigen Preis macht er es auch sofort. Denn jetzt will ich nichts mehr riskieren. Jetzt ist die Lage ernst. Doch zuerst kommt José an die Reihe. Der Junge konnte sich aus seiner Lage, er ist überall gefesselt, nicht befreien, er hopste zum Ausgang und den Gang entlang, denn er möchte mir helfen. Wie ich ihn sehe, knie ich mich zu ihm hinab. José zittert an allen Gliedern. Ich beruhige ihn, umarme ihn und drücke ihn ganz fest an mich. „Es ist vorbei, José. Vorbei. Bitte entschuldige mich. Ich war mir der Lage nicht bewusst," sage ich, indem er die Stricke löse. Stelle ihn auf die Beine, stütze ihn während ich ihn zurück zum Zimmer führe. Irma hatte ihn an sich gepresst, während sie ihn fesselte an den intimsten Teile und ihm die Fesseln so stark angezogen. Es tut ihm immer noch entsetzlich weh. Ich löse ihm lediglich die Hand- und Fussfesseln und überlasse es ihm die anderen zu entfernen. Doch José kann es nicht allein, ist zu nervös, ich muss ihm helfen, was mich in grosse Verlegenheit bringt. Dann schaue ich seinen Körper an, er ist ganz rot von den Peitschenstriemen. Dann gehe ich zurück zum Zimmer, hebe die Peitsche auf, So eine Sauerei, sie ist gespickt mit kleinen Eisenstücken. Ich bringe ihm die Wundsalbe und er streicht sie über die Wunden. Ich muss Alains Hilfe haben. Und telefoniere ihm. Es ist offensichtlich José verspürt immense Schmerzen. Und die Wunden sehen heimtückisch aus. Er windet sich. Scheint im Innern zu bluten. Ich will ihm nicht noch mehr Schmerzen bereiten, über seine Striemen ein Pyjama zu ziehen. Deshalb führe ich ihn zu seinem Bett lege mich neben ihn und sage: „Jetzt José, brauchst Du Ruhe. Ich versichere Dich, ich werde Dich nicht mehr verlassen.“ Verabreiche ihm nochmals einen Schluck vom Metadon während ich ihn umarme. Der Junge war so müde, dass er sofort einschläft und sein Körper liegt schlapp in meinen Armen. Alain muss zuerst einen Notfall erledigen, dann wird er sofort kommen, mit der Notfallapotheke.

Die Tür wird geflickt

Doch dann läutet es. Ramon wird vollauf in Beschlag genommen durch den Schlosser und danach den Schreiner. Doch die Arbeit wird unnötig gewesen sein, denn später, als José zum zweiten Mal entführt wird, werden sie die Türe mit Maschinengewehrfeuer zertrümmern.

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